Goldstandard

Gold als Rückhalt für Staatsdefizite

Wenngleich der Goldstandard abgeschafft wurde, können Kapitalanleger in physikalischem Gold anlegen, wobei auch das Anlegen eines Sparplans bei einigen Banken ermöglicht wird.

Reiner Goldstandard: Sicheres Währungssystem mit Wachstumspotenzial

Als reiner Goldstandard wird die Menge an Geld bezeichnet, die dem Goldbestand eines Staates entspricht. Das Nachdrucken von Geld ist somit begrenzt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts herrschte dieser Standard vor, der jedoch im Laufe der Zeit in den meisten Ländern der westlichen Welt an Bedeutung verlor. In Deutschland konnte sich dieses System, das im Zuge der Reichsgründung eingeführt wurde, bis in das 20. Jahrhundert hinein halten.

Konkret bedeutete dies, dass alle bis dahin im Umlauf befindlichen Banknoten an jedem deutschen Kreditinstitut in Gold eingetauscht werden konnten. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde es erforderlich, mehr Geld zu drucken und in Umlauf zu bringen, als an tatsächlichen Goldreserven vorhanden war. Auf diese Weise wurde der bis zu diesem Zeitpunkt geltende Goldstandard schrittweise außer Kraft gesetzt. Die Folge war ein allmähliches Aufweichen des Standards, was enorme Währungsschwankungen nach sich zog. Zu Beginn der Weimarer Republik wandte man sich aufgrund der inflationären Entwicklung wieder stärker diesem Standard zu.

Goldstandard - wertorientiertes Bemessungssystem

In der Bundesrepublik gibt es heute keinen Goldstandard mehr, nachdem sich die Vereinigten Staaten davon verabschiedet hatten. Immer mehr Länder verzichteten in der Folgezeit darauf und wandten sich verstärkt dem stabileren System flexibler Wechselkurse zu. Somit nimmt das Edelmetall Gold heute keinen besonderen Stellenwert mehr ein. Einige Länder setzen noch auf Goldreserven, die jedoch einzig und allein als stabiler Rückhalt in Krisenzeiten gelten sollen und vom Währungssystem unangetastet bleiben.

Die Eidgenossen gehörten zu den letzten Ländern, die sich im Jahr 1997 vom Goldstandard ihres Franken verabschiedeten. Dennoch gibt es heute noch die Möglichkeit, über geschlossene Fonds Edelmetallanlagen zu vereinbaren. Kapitalanleger haben die Möglichkeit, in physikalisch hinterlegte Edelmetalle, zu denen in erster Linie Gold und Silber gehören, anzulegen. Zu Großhandelskonditionen werden über den Fonds Gold- und Silberbarren eingekauft und sicher deponiert. Zu den Vorteilen gehört, dass sich Anleger jederzeit ihren Anteil an Edelmetallen aushändigen lassen können.

Goldstandard: Sicherheiten in Krisensituationen

Wenngleich es heute in der Bundesrepublik keinen Goldstandard mehr gibt, fordern Finanzexperten und Wirtschaftsprofessoren die Wiedereinführung dieses Systems. Schließlich galt bis Mitte 1971 für die bedeutendsten Weltwährungen, dass diese zu fest definierten Wechselkursen an den aktuellen Goldpreis gebunden waren und somit für ein hohes Maß an Stabilität sorgten. Vermieden wurden sogenannte Spekulationsblasen, die heute für Turbulenzen an den Kapitalmärkten sorgen.

Darüber hinaus stellt ein Goldstandard auch für den einzelnen Kapitalanleger Sicherheiten in Aussicht. So gilt das Edelmetall Gold als verlässliches Zahlungsmittel, das weitaus weniger politischen Eingriffen ausgesetzt ist als herkömmliche Zahlungsmittel. Seit der Zeit, als der ehemalige amerikanische Präsident Richard Nixon die Bindung des Dollars an das Gold beendete, gilt der Dollar als reines Papiergeld, das an keinem greifbaren Gegenwert mehr gemessen werden kann. So müssen sich auch die Notenbanken nicht mehr am Goldpreis orientieren und haben freie Hand in Bezug auf die Geldpolitik.

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