GEZ-Rundfunkbeitrag

Rundfunkgebühren: Keine Senkung in 2017

Seit dem 1. Januar 2013 gilt ein neues Modell zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender. Der GEZ-Rundfunkbeitrag pro Wohnung erhoben. Bislang mussten Nutzer pro Gerät zahlen. Seit 2015 liegt der Rundfunkbeitrag bei monatlich 17,50 Euro. Durch hohe Überschüsse wurde eine weitere Senkung diskutiert. Diese ist für 2017 jedoch vom Tisch. Die Regelungen der GEZ im Überblick.

Wie hoch ist der GEZ-Rundfunkbeitrag ab 2017?

Die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Hörfunk- und TV-Anstalten war durch die bisherige GEZ-Gebühr nicht mehr gewährleistet. Die neue Gebührenregelung sieht eine geräteunabhängige Abgabe vor. Bislang mussten de Nutzer eine Gebühr für TV, Radio und Computer zahlen. Auch die Differenzierung zwischen Grund- und Fernsehgebühr entfällt. Die Art und die Anzahl der empfangbaren Rundfunkgeräte finden bei der Beitragsberechnung keine Berücksichtigung mehr. 

Künftig wird der GEZ-Rundfunkbeitrag pro Wohnung erhoben. Für Familien oder Personen in Wohngemeinschaften sind Entlastung vorgesehen. Auch Kinder mit eigenem Einkommen, die im Elternhaus leben, müssen keine zusätzliche Gebühr mehr zahlen. Für Menschen mit Behinderungen, also Personen mit dem Merkzeichen "RF", gilt eine ermäßigte Beitragspflicht.

Die Regelungen zum GEZ-Rundfunkbeitrag ab 01.04.2015 im Überblick:

  • Regulärer Rundfunkbeitrag pro Wohnung: 17,50 Euro/Monat,
  • Menschen mit Behinderung (Merkzeichen "RF"): 5,83 Euro/Monat,
  • Für sozial Schwache: Auf Antrag Befreiung von der Beitragszahlung.

Über die Abgabe pro Wohnung werden sowohl Familien mit Kindern, die über ein eigenes Einkommen verfügen, als auch Personen in Wohngemeinschaften und nichteheliche Lebensgemeinschaften erfasst. Wer allerdings eine Zweitwohnung hat, muss den GEZ-Rundfunkbeitrag zusätzlich zahlen.

Rundfunkgebühr 2015 - Senkung um 48 Cent

Beschlossene Sache ist, dass der Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio ab 1. Januar 2015 um 48 Cent gesenkt wird. Künftig müssen Beitragszahler somit 17,50 Euro im Monat entrichten. Die Experten der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) hatte eigentlich eine Senkung der Abgabe um 73 Cent empfohlen. Hintergrund sind die erwarteten Mehreinnahmen von 1,15 Milliarden Euro für die kommenden vier Jahre. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer setzten jedoch durch, dass die Gebühr um lediglich 48 Cent gesenkt wird.

Die zu gewährenden Leistungen bei Arbeitslosengeld II/ Hartz IV
Das Buch zeigt Hilfeempfängern, aber auch Sozialarbeitern oder anderen Beratungsstellen übersichtlich und kompakt auf, welche Leistungen im Hartz IV Bereich den Hilfeempfängern tatsächlich zustehen.

GEZ-Gebühr: Tipps für Wohn- und Lebensgemeinschaften

Bislang mussten Bewohner von Wohn- und Lebensgemeinschaften für ihre eigenen Fernseh- oder Radiogeräte eine eigene GEZ-Gebühr entrichten. Ab dem 1. Januar 2013 muss pro Haushalt nur noch ein Beitrag entrichtet werden. Wenn die Rundfunkgebühr also mehrfach gezahlt wurde, sollte man mit der GEZ Kontakt aufnehmen und melden, wer künftig die Gebühr bezahlen wird. Die Anträge auf Beitragsermäßigung gibt es online bei der GEZ. Auf dem Antrag müssen die Teilnehmernummer des Beitragszahlers sowie die Nummern der Personen, die abgemeldet werden sollen, aufgeführt werden.

Weitere Regelungen zur GEZ-Rundfunkgebühr

Das bisherige Modell der Rundfunkfinanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat zu Problemen geführt. Durch technische Neuerungen war die Unterscheidung nach Geräteart nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grund erfolgt die Abgabe nach Wohnung und unabhängig von der Anzahl vorhandener Geräte und Personen in einer Wohnung. Mehrfachbeiträge fallen künftig nicht mehr an.

Ab 1. Januar 2013 deckt der GEZ-Rundfunkbeitrag damit auch die private Nutzung des Kfz ab. Auch ein Zweitwagen oder das Auto des in der Wohnung der Eltern lebenden Kindes ist ohne weiteren Beitrag in der Abgabe enthalten. Gartenlauben in Kleingartenanlagen sind beitragsfrei in der GEZ-Gebühr enthalten. Darin enthalten sich auch Gartenhäuschen, die sich nicht zum dauerhaften Wohnen eignen.

Die Beitragspflicht fällt immer pro Wohnung an. Jeder in dieser Wohnung lebende Bewohner ist damit eingeschlossen und muss - selbst bei eigenem Einkommen - keine Gebühr mehr zahlen. Doe sogenannte Mehrbeitragspflicht entfällt ab 1. Januar 2013. Die GEZ hat eine Definition des Begriffs Wohnung veröffentlicht. Demnach muss es sich um eine "baulich abgeschlossene Einheit handeln, die zum Wohnen oder Schlafen geeignet ist oder genutzt wird, einen eigenen Eingang hat...". Auch für Zweitwohnungen muss der volle GEZ-Rundfunkbeitrag gezahlt werden.

Nicht gezahlt werden muss für Zimmer oder Wohnungen in Internaten oder Kasernen. Auch für Kraftfahrzeuge, die privat genutzt werden, fällt keine GEZ-Abgabe an. Wie bisher auch können Behinderte oder Bezieher staatlicher Sozialleistungen eine Befreiung oder Ermäßigung beantragen. Personen mit Behinderung, denen das Merkmal "RF" zuerkannt wurde, zahlen nur ein Drittel des normalen Monatsbeitrags. Über die Internetseite www.rundfunkbeitrag.de erhalten Sie weiterführende Informationen.

GEZ-Rundfunkbeitrag für Selbständige und Freiberufler

Auch für Selbständige und Freiberufler wird der GEZ-Rundfunkbeitrag ab 1. Januar 2013 neu gestaltet. Die Berechnung der Gebühren erfolgt ebenfalls geräteunabhängig. Der Beitrag richtet sich nach der Anzahl der Betriebsstätten, Mitarbeiter sowie der betrieblichen genutzten Kraftfahrzeuge. Unternehmer müssen künftig nicht mehr alle Geräte innerhalb des Betriebs erfassen. Die Art und die Anzahl der empfangbaren Geräte wie TV, Radio oder Computer wirken sich auf den Beitrag nicht aus.

Beitrag für Betriebsstätten:

  • bis 8 Mitarbeiter: 5,99 EUR/Monat,
  • 9 bis 19 Mitarbeiter: 17,98 EUR/Monat,
  • 20 bis 49 Mitarbeiter: 35,96 EUR/Monat,
  • 50 bis 249 Mitarbeiter: 89,90 EUR/Monat,
  • 250 bis 499 Mitarbeiter: 179,80 EUR/Monat,
  • 500 bis 999 Mitarbeiter: 359,60 EUR/Monat,
  • 1.000 bis 4.999 Mitarbeiter: 719,20 EUR/Monat,
  • 5.000 bis 9.999 Mitarbeiter: 1.438,40 EUR/Monat,
  • 10.000 bis 19.999 Mitarbeiter: 2.157,60 EUR/Monat,
  • ab 20.000 Mitarbeiter: 3.236,40 EUR/Monat

Ein Firmenfahrzeug ist pro Betriebsstätte beitragsfrei im GEZ-Rundfunkbeitrag bereits enthalten. Für jedes weitere Auto muss ein Betrag von 5,99 Euro pro Monat gezahlt werden. Für Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe richtet sich die Rundfunkgebühr nach der Mitarbeiteranzahl pro Betriebsstätte, der Anzahl an Hotelzimmern pro Betriebsstätte sowie der Zahl der Kraftfahrzeuge. Das jeweils erste Zimmer ist beitragsfrei. Für alle anderen Zimmer fallem 5,99 Euro im Monat an.

Die neue Regelung verschafft vor allem Kleinunternehmern eine finanzielle Entlastung. Wer bis zu 8 Beschäftigte und nur einen Firmenwagen hat, zahlt lediglich 5,99 Euro pro Monat. Fremdenverkehrsunternehmen keine Gebühren, wenn aus saisonalem Gründen der Betrieb für einen Zeitraum von drei Monaten ruht. Freiberufler und Selbständige, die von zu Hause aus arbeiten, zahlen für die Betriebsstätte nichts, wenn für die Privatwohnung bereits eine Gebühr gezahlt wird.

GEZ-Rundfunkgebühren: Hinweise und Details für Selbständige und Unternehmen

Die GEZ-Rundfunkgebühr richtet sich nach der Zahl der Betriebsstätten. Eine Betriebsstätte ist als eine Einheit definiert, die nicht ausschließlich privat genutzt wird. Bei mehreren Einheiten auf einem Grundstück zählt dies als eine Betriebsstätte. Bei den Beschäftigten werden die Voll- und Teilzeitbeschäftigten mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen sowie Bedienstete in einem Dienstverhältnis. Nicht eingerechnet werden hingegen Auszubildende und geringfügig Beschäftigte.

Für ein gewerblich genutztes Kraftfahrzeug muss ein Beitrag von 5,99 Euro pro Monat entrichtet werden. Allerdings ist das erste Kfz des Inhabers bereits im Beitrag für die Betriebsstätte enthalten, so dass keine zusätzliche Gebühr anfällt. Sind mehrere Betriebsstätten vorhanden, ist jeweils ein Kfz pro Betriebsstätte beitragsfrei. 

Gesonderte Regelungen gelten für gemeinnützige Einrichtungen und eingetragene Vereine und Stiftungen, Schulen und Hochschulen sowie für Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr. 

Fragen zum GEZ-Beitrag

Fällt der GEZ-Beitrag doppelt an, wenn das Büro zu Hause ist?

Wenn sich eine Betriebsstätte in einer privaten Wohnung befindet, muss für das Büro kein eigener GEZ-Rundfunkbeitrag mehr gezahlt werden. Voraussetzung: Für die private Wohnung wird bereits ein Beitrag entrichtet. Beispiel: Ein freier Programmierer arbeitet von zuhause aus und zahlt bereits für die Wohnung einen GEZ-Beitrag. Eine doppelte Zahlung ist nicht erforderlich. Für die Betriebsstätte fällt kein eigener Beitrag an.

Was zahlen Selbständige und Freiberufler mit Home-Office?

Wenn die private Wohnung und der Arbeitsplatz (Betriebsstätte) zusammenfallen, muss kein separater GEZ-Rundfunkbeitrag ab 2013 entrichtet werden, wenn bereits die Abgabe bereits für die Wohnung gezahlt wird. Selbständige und Freiberufler müssen nur für die Nutzung eines betrieblichen Kfz den Drittelbeitrag von 5,99 Euro pro Monat entrichten.

Was zahlt man, wenn man kein TV, Radio oder Computer besitzt?

Die GEZ-Gebühr muss von jedem Haushalt mit einer Wohnung entrichtet werden. Dies gilt im übrigen auch für Zweit- oder Nebenwohnungen. Es spielt keine Rolle, ob man ein Rundfunkgerät besitzt oder nutzt. Pro Wohnung muss der Grundbeitrag von 17,98 Euro im Monat gezahlt werden - egal, ob man ein Gerät nutzt oder nicht. 

Welcher GEZ-Beitrag gilt für betrieblich genutzte Kfz?

Für ein betrieblich genutztes Kfz muss ein GEZ-Beitrag entrichtet werden. Dies gilt für alle Autos, die nicht ausschließlich privaten Zwecken dienen. Allerdings muss kein Extra-Beitrag für das Auto gezahlt werden, wenn der Autobesitzer bereits einen Beitrag für die Betriebsstätte entrichtet. Das erste, gewerblich genutzte Kfz ist im GEZ-Rundfunkbeitrag beitragsfrei enthalten. Für jedes weitere Fahrzeug muss ein Drittelbeitrag, das sind 5,99 Euro, im Monat bezahlt werden. Wenn ein Selbständiger von zu Hause aus arbeitet, sich das Büro also in der privaten Wohnung befindet, wird für einen betrieblich genutzten Wagen der Drittelbeitrag von 5,99 Euro pro Monat fällig. Bei mehreren Betriebsstätten ist immer das erste Kfz pro Betriebsstätte beitragsfrei.

Wer kann sich von der Zahlung der GEZ-Gebühr befreien lassen?

Wer über kein Einkommen verfügt und wenig Geld hat, kann sich von der Zahlung der GEZ-Gebühr befreien lassen. Dazu muss ein Antrag auf Befreiung bei der Behörde gestellt werden. Grundsätzlich müssen Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Grundsicherung keine Rundfunkgebühren bezahlen. Schwerbehinderte, bei denen das Zeichen "RF" im Ausweis vermerkt ist, zahlen den Drittelbeitrag von 5,99 Euro im Monat. Wenn die Einkommensgrenze für Sozialleistungen knapp überschritten wird, kann ein Antrag auf Befreiung von der Gebührenpflicht gestellt werden. In diesem Fall greift die Härtefallregelung.

Wie hoch ist der GEZ-Beitrag für Kleinunternehmer?

Der Rundfunkbeitrag wird ab 2013 an Hand der Anzahl der Betriebsstätten, der Zahl der Beschäftigten und Kraftfahrzeuge ermittelt, die der Betrieb nutzt. Ein Kleinunternehmer mit nur einer Betriebsstätte und bis zu acht Beschäftigten zahlt künftig 5,99 Euro pro Monat und damit weniger als bisher. Wer bis zu 19 Beschäftigte hat, zahlt ab 1. Januar 2013 monatlich 17,98 Euro.

Wie hoch ist der GEZ-Beitrag für Wohngemeinschaften?

Eine Wohnung - ein Beitrag, diese Regelung gilt ab dem 1. Januar 2013. Damit spielt es keine Rolle mehr, wie viele Personen in einer Wohngemeinschaft leben. Der monatliche Beitrag liegt künftig bei 17,98 Euro und beinhaltet alle Bewohner und alle Geräte einer WG. Nur einer Bewohner der WG muss sich bei der GEZ anmelden und die Gebühr bezahlen. Die Mitbewohner können sich dann abmelden. Auch die privat genutzten Autos sind mit dem Rundfunkbeitrag abgegolten.

Weitere Artikel