Alzheimer: Sind die Plaque-Ablagerungen doch nützlich?

04.03.10

Mit einer Entdeckung des Forscherteams um Rudolph Tanzi vom Massachusetts General Hospital in Boston könnte die Alzheimer-Ursachenforschung eine neue Wendung bekommen. Die vermeintlichen Abfallprodukte, die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques, erwiesen sich in einer neuerlichen Untersuchung als Immunabwehr des Gehirns. Jetzt fragen sich die Wissenschaftler, warum manche Menschen im Alter vermehrt Plaques produzieren.

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Möglicherweise bekommt die Ursachenforschung bezüglich Alzheimer eine neue Wendung. Forscher um Rudolph Tanzi vom Massachusetts General Hospital in Boston fanden heraus, daß die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques als eine Art Immunabwehr des Gehirns funktionieren. Sie betätigen sich quasi als Antibiotikum im Gehirn. Die Forscher berichten, daß sie in Zellkulturen nachweisen konnten, daß die Ablagerungen eine hindernde Wirkung aufweisen.

Die Beta-Amyloid-Plaques beeinträchtigen Candida-Hefezellen, Streptokokken und andere Bakterien in ihrem Wachstum. Bisher ging man davon aus, daß es bei Alzheimer-Patienten zur Ablagerung von Amyloidplaques im zentralen Nervensystem kommt. Diese Plaques vernichten die Neuronen im Gehirn, was wiederum zum Verlust der geistigen Fähigkeiten führt. Allerdings wurden die Ablagerungen auch bei gesunden Menschen festgestellt.

Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, warum manche Menschen im Alter vermehrt Plaques produzieren. Darüberhinaus existiert für den Verlust der geistigen Fähigkeiten offenbar eine andere Ursache. Forscher haben seit längerem bereits Tau-Proteine im Visier, die sich in den Zellen fehlverhalten. Allein in Deutschland existieren etwa eine Million Alzheimerpatienten. Weltweit waren im Jahr 2007 etwa 29 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen.

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