Ritalin begünstigt auch Lernprozesse

09.03.10

Das bekannte Medikament Ritalin, mit dem Wirkstoff Methylphenidat, fördert nicht nur die Konzentration, sondern wirkt sich zudem positiv auf Lernprozesse aus, wie eine Untersuchung im Tierversuch ergab. Wissenschaftler um Antonello Bonci von der University of California in San Francisco entdeckten die zweite Eigenschaft der Arznei. Die Forscher hoffen nun auf die Entwicklung neuer Medikamente, die ausschließlich Lernprozesse beschleunigen können oder die Konzentration fördern, aber ärmer an Nebenwirkungen sind.

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Leiden Kinder heutzutage an ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom), erhalten sie zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit das Medikament Ritalin. Nun fand eine Forschergruppe um Antonello Bonci von der University of California in San Francisco heraus, daß das Medikament, mit dem Wirkstoff Methylphenidat, auch die Lernprozesse begünstigt. Die Untersuchung fand im Tierversuch mit Ratten statt. Die Forscher hoffen nun auf die Entwicklung neuer Medikamente, die die Lernprozesse beschleunigen können oder die Konzentration fördern, aber ärmer an Nebenwirkungen sind.

Das Lernen wird über den D1-Rezeptor gesteuert und die Konzentration über den D2-Rezeptor. Im Tierversuch mit Ratten blockierten die Forscher die jeweiligen Rezeptoren und verabreichten den Tieren Ritalin. Die Wissenschaftler gelangten zu dem Ergebnis, daß der Wirkstoff Methylphenidat dazu führte, daß entweder die Konzentration oder die Lernfähigkeit verbessert wurde, je nachdem welcher Rezeptor blockiert wurde. Eine abschließende Untersuchung des Hirngewebes ergab, daß Ritalin die Stärke der synaptischen Übertragungen im Gehirn erhöht.

Ritalin nehmen inzwischen nicht nur hyperaktive Kinder zu sich, sondern Erwachsene schlucken die Pillen zur Steigerung ihrer Leistung. Das Thema ist seit einiger Zeit sehr umstritten. Mit der Einnahme des Medikamentes können Nebenwirkungen in Form von Kopfschmerzen, Blutdruckanstieg, Angstzuständen und Wahnvorstellungen einher gehen. Methylphenidat verbessert bei 70 Prozent der behandelten Kinder und Erwachsenen die schulischen Leistungen.

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