53,5 Millionen Fehltage aufgrund psychischer Probleme

04.05.12
Frau, Kopf auf Hände gestützt

Im abgelaufenen Jahr 2011 ergab sich die Rekordzahl von 53,5 Millionen Fehltagen am Arbeitsplatz aufgrund psychischer Probleme. Was sind die Gründe für diese enorme Zahl, die sich zehn Jahre zuvor noch bei 33,6 Millionen Krankheitstagen bewegte? Gibt es vorbeugende Maßnahmen, seelische Leiden zu vermeiden? Welche Personengruppe gilt als besonders gefährdet?

Eine erschreckend hohe Zahl bezüglich der Fehltage am Arbeitsplatz aufgrund psychischer Erkrankungen geben Anlass zur Besorgnis. Im abgelaufenen Jahr 2011 ergab sich die Rekordzahl von 53,5 Millionen Fehltagen. Zehn Jahre zuvor lag diese Zahl noch bei 33,6 Millionen Krankheitstagen. Der Anteil von Krankschreibungen wegen seelischer Leiden stieg von 6,6 Prozent auf 13,1 Prozent.

Was genau führt zu psychischen Problemen? Zu den Hauptgründen für seelische Krankheiten am Arbeitsplatz zählen in erster Linie hohe Verantwortung, Zeit- und Leistungsdruck, permanente Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Angst vor Arbeitslosigkeit, geringer eigener Spielraum, hohe Anforderungen, technischer Wandel, ständige technische Neuerungen sowie die ständige Erreichbarkeit durch Mobiltelefone und E-Mails.

Es kristallisierte sich heraus, dass Frauen besonders anfällig für psychische Leiden sind, was auf die Doppelbelastung Job und Familie zurückzuführen ist. Allgemein ist die Gefährdung in Gesundheits- und Sozialberufen sowie im Dienstleistungssektor höher als in anderen Berufen, an Burnout und Co. zu erkranken. Auch Menschen, die in den Bereichen Verkehr und Lagerei arbeiten, weisen ein höheres Gefährdungspotential auf. Den meisten Stress empfinden Mitarbeiter in niedrigen Positionen, was auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass sie unter hohen Anforderungen - gekoppelt an einen schmalen Entscheidungsspielraum – stehen. 

Der Job bedeutet für viele Menschen nicht nur eine Erwerbsquelle, sondern viele Arbeitnehmer finden in ihrer Tätigkeit Erfüllung und gehen gern arbeiten. Zudem eröffnet ein Arbeitsplatz die Möglichkeit zum Knüpfen sozialer Kontakte. Eine gute Arbeitsstelle fördert das Selbstwertgefühl und vermittelt Zufriedenheit. Wer sich auf der Suche nach Anerkennung, Lob und Achtung befindet, kann dies in einem Job finden.

Nicht jeder Mensch ist gleich anfällig für Belastungen. Was der eine als extremen Stress bezeichnet, empfindet der andere nicht mal als besondere Anstrengung. Gewisse Anforderungen im Arbeitsleben können als Herausforderung, aber auch als Bedrohung betrachtet werden. Je nachdem, wie der Betrachtungswinkel ist, entwickeln sich die beruflichen Aufgaben. Besondere Bedeutung kommt dem Faktor Spaß zu, denn wer gern arbeitet, der steckt auch mal Niederlagen oder negative Stimmungen ein. 

Experten empfehlen generell, Sport als Ausgleich zur Arbeit zu treiben. Unter den zahlreichen Sportarten findet sich für jeden etwas. Auch Yoga, autogenes Training oder Muskelentspannung tragen gut zum Stressabbau bei. Beim Lesen oder Spazierengehen kann man ebenfalls Entspannung finden. Nützen die herkömmlichen Maßnahmen nichts, sollte man sich nicht scheuen, Hilfe von einem Psychotherapeuten anzunehmen.

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