Kinderkrankheiten: Große Gefahr durch Medikamente

Erschreckende Studie zu dem Medikamentengebrauch bei Kindern: Nach einer australischen Studie setzen Eltern zu schnell freiverkäufliche Medikamente ein. Die Kindergesundheit könnte durch die Selbstmedikation Schaden nehmen.
Wenn es dem eigenen Kind nicht gut geht, greifen Eltern schnell zu Medikamenten. Dabei haben Forscher aus Australien nachgewiesen, dass die Eltern bei Fieber, Husten und Schnupfen die Dosierung oftmals zu hoch verabreichen. Langfristig kann dadurch der entgegengesetzte Effekt eintreten. Bei der Studie wurden den Eltern verschiedene Szenarien vorgeführt. Dabei sollten die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob sie bei einer vorliegenden Erkrankung ein Arzneimittel einsetzen oder nicht und in welcher Dosis das Medikament gegeben werden soll.
Bei der Analyse der Ergebnisse stellten die Forscher jedoch fest, dass knapp die Hälfte der Studienteilnehmer eine falsche Dosierung wählte. Zudem griffen die Probanden selbst bei geringem Fieber bereits zu Arzneimitteln. Jeder Siebte maß die Körpertemperatur des Kindes sogar überhaupt nicht und wählte gleich das Medikament. Die Eltern gingen davon aus, dass nicht verschreibungspflichtige Medikamente relativ ungefährlich sein und daher an die Kinder zur Heilung gegeben werden können.
Dabei stellte gerade die Giftnotrufzentrale in Australien fest, dass ein Großteil der Notrufe aufgrund der Überdosierung von Medikamenten bei Kindern erfolgte. Die Autoren der Studie schätzen, dass dieses Problem weltweit auftritt. Sie fordern die angemessene Gabe von Arzneimitteln an Kinder.
Kommentare zu dieser Nachricht
Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheit:
- Antibiotika-Einsatz bei Geflügel: Verbote gefordert
- Studie: Deutschland könnte beim Kauf von Staatsanleihen maroder EU-Staaten profitieren
- Krankenhauskosten steigen im Jahr 2010 auf knapp 80 Milliarden Euro
- Schlafkrankheit durch Klimawandel
- Toter bei Wohnungsbrand in Berlin, Landeskriminalamt ermittelt