Zeitdruck und Bildung schließen sich aus

02.07.12

Der renommierte Bildungwissenschaftler Andreas Dörpinghaus beklagt den Umgang mit der Zeit an deutschen Bildungseinrichtungen. Ob die Einführung des G8 oder die Neuerung Bachelor und Masterstudiengänge - alles werde heute verkürzt. Doch Bildung funktiniere nur über Verzögerung, so der Pädagoge. Zeitdruck und Wissensabspeicherung schließen sich aus.

Seit Beginn der Moderne im 18. Jahrhundert glaubt der Mensch über Zeit verfügen zu können. Das ist der Grund, warum die Zeit heutzutage als Ressource betrachtet wird. Das Motto der Neuzeit lautet: Immer höher, immer weiter, immer besser. Um Höchstleistungen zu vollbringen, muss die Zeit optimal genutzt werden- das ist unstrittig. Doch Zeitdruck und Bildung schließen sich aus.

Der renommierte Bildungwissenschaftler Andreas Dörpinghaus beklagt den Umgang mit der Zeit an deutschen Bildungseinrichtungen. Ob die Einführung des G8 oder die Neuerung Bachelor und Masterstudiengänge - alles werde heute verkürzt. Um Bildungsinhalte begreifen und speichern zu können, benötigt der Mensch Zeit. Doch die steht ihm in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichend zur Verfügung.

Bildung funktiniere nur über Verzögerung, so der Pädagoge. Die Verkürzung der Bildungszeit, sprich die Einsparung an Schul- und Studienjahren, wird Konsequenzen nach sich ziehen, ist sich Dörpinghaus sicher. Der Blick auf die Gegenwart wird versperrt, weil man nur noch in die Zukunft gerichtet denkt und handelt. Auch das Begreifen größerer Zusammenhänge und das Kritiküben bleiben auf der Strecke.

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheit: