Contergan-Wirkstoff weist auch positive Eigenschaften auf

12.03.10

Wissenschaftler versuchen seit vielen Jahren, den Wirkmechanismus der Substanz Thalidomid, der in dem Präparat Contergan steckte, zu entschlüsseln. Auch nach fast 50 Jahren ist das Rätsel um die verheerenden Auswirkungen des Stoffes noch nicht komplett gelöst. Doch die Forscher fanden inzwischen heraus, daß Wirkstoff Thalidomid auch positive Eigenschaften aufweist.

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Es gibt kaum jemanden der nicht betroffen schaut, wenn er einem Menschen begegnet, dessen Extremitäten Mißbildungen aufweisen. Hände, die an den Schulterblättern ansetzen und verkrüppelte Beine zeigten sich in den frühen 60-er-Jahren bei etwa 10.000 Kindern weltweit. Ihre Mütter schluckten das vermeintlich harmlose Präparat Contergan gegen morgendliche Übelkeit. Es stellte sich heraus, daß der Wirkstoff Thalidomid den größten Arzneimittelskandal der Geschichte auslöste.

Wissenschaftler versuchen seit vielen Jahren, den Wirkmechanismus der Substanz Thalidomid, der in dem Präparat Contergan steckte, zu entschlüsseln. Auch nach fast 50 Jahren ist das Rätsel um die verheerenden Auswirkungen des Stoffes noch nicht komplett gelöst. Doch nun kamen japanische Forscher dem Geheimnis ein Stück näher. Sie entdeckten, dass das Protein Cereblon den Contergan-Wirkstoff Thalidomid bindet und es so zu Fehlbildungen kommen könne. Das Protein ist an der Ausbildung der Extremitäten beteiligt.

Da der Wirkstoff Thalidomid durchaus auch positive Eigenschaften aufweist, sind Wissenschaftler sehr interessiert an der Ausschaltung der verheerenden Nebenwirkungen. Das Mittel kann bei Lepraerkrankungen eingesetzt werden. Auch im Kampf gegen Krebs erwies es sich als erfolgreich. Doch die neuesten Erkenntnisse reichen noch nicht aus, um alle Abläufe, die das Mittel im Körper bewirkt zu erklären, dazu bedarf es weiterhin intensiver Forschungsarbeit.

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