ADHS: Wahrscheinlich 1 Million Falschdiagnosen in den USA

Die Abkürzung ADHS geistert seit Jahren durch die Kinderzimmer. Vielfach ist die Diagnose ADHS zu schnell gestellt, und es handelt sich schlicht um sehr lebhafte, bewegungsfreudige Kinder. Möglicherweise kursieren in Amerika 1 Million Falschdiagnosen.
Unter ADHS versteht man Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung. Im Volksmund verwendet man auch die Bezeichnung „ Zappelphilippsyndrom“. Entgegen einer Annahme, die Krankheit gebe es erst seit einigen Jahren, tauchte sie bereits vor 100 Jahren auf. Doch intensiv geistert sie seit einigen Jahren durch die Kinderzimmer.
Menschen, die an ADHS leiden, sind bezüglich ihrer Konzentrationsfähigkeit stark beeinträchtigt. Zudem weisen sie Schwierigkeiten auf, ihre Impulse zu kontrollieren und sind oft hyperaktiv. Bisher ging die Forschung davon aus, daß nur genetische Faktoren zur Entstehung des Krankheitsbildes beitragen. Doch jüngste Untersuchungen zeigen, daß auch Umweltgifte als Auslöser in Betracht kommen können.
Nun stehen amerikanische Ärzte in Verdacht, 1 Million Falschdiagnosen bezüglich ADHS gestellt zu haben. Betroffen sind hauptsächlich die jeweils jüngsten Kinder aus Kindergärten oder Grundschulen. Experten vertreten die Ansicht, der Großteil dieser Kinder sei geistig noch nicht so weit entwickelt, wie teilweise erwartet wird. Die entstandenen Kosten für die Falschdiagnosen in den USA werden mit 390 Millionen Euro beziffert.
Allein in Deutschland leiden etwa 500.000 Kinder und Jugendliche an ADHS. Offensichtlich wird den vermeintlichen Entwicklungsstörungen heutzutage wesentlich mehr Aufmerksamkeit beigemessen als noch vor 20 Jahren. In Kindergärten finden Entwicklungstests statt, Ärzte führen die bekannten „Us“ durch, und die Eltern werden zunehmend verunsichert. Schließlich wollen alle das Beste für ihren Nachwuchs. So pumpt man die Kinder besser prophylaktisch mit Ritalin zu, bevor es in der Schule mit dem Stuhl kippelt, umkippt und unangenehm auffällt.
Kommentare zu dieser Nachricht
Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheit:
- Antibiotika-Einsatz bei Geflügel: Verbote gefordert
- Studie: Deutschland könnte beim Kauf von Staatsanleihen maroder EU-Staaten profitieren
- Krankenhauskosten steigen im Jahr 2010 auf knapp 80 Milliarden Euro
- Schlafkrankheit durch Klimawandel
- Toter bei Wohnungsbrand in Berlin, Landeskriminalamt ermittelt