Migräne-Gen entdeckt

Was Forscher und Patienten schon lange vermuteten, liegt nun auf der Hand. Wissenschaftler entdeckten, daß die Genvariante rs1835740 das Risiko einer Erkrankung an Migräne um etwa 20 Prozent erhöht. Zudem erwies sich das Nervengift Botox als einsetzbar im Kampf gegen Migräne.
Rund 8 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Migräne. Migräne läßt sich in zwei Typen kategorisieren: Migräne mit und ohne Aura. Die Migräne ohne Aura macht sich durch zunehmende und pulsierende Kopfschmerzen bemerkbar und kann bis zu 72 Stunden anhalten. Oft werden die Patienten noch zusätzlich von Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit heimgesucht. Die Migräne mit Aura ist weitaus seltener und wird durch Seh- und Sprachstörungen, Arm- oder Beinkribbeln begleitet.
Ein Team, bestehend aus internationalen Forschern, untersuchte das Erbgut von mehr als 50.000 Probanden. Die Patienten stammen aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Island und Finnland. Bei der Untersuchung des Erbguts von 2.731 Migränepatienten und 10.747 Gesunden stellte sich heraus, dass ein spezieller Gen-Marker auf Chromosom 8, das Risiko an Migräne zu leiden, deutlich erhöht. Weitere Tests bestätigten das Ergebnis.
Diese Genvariante ist verantwortlich für die Steuerung der Zufuhr von Glutamat an den Synapsen. Wenn dieser Mechanismus gestört ist, kann sich offenbar eine Migräne entfalten. Die Forscher planen weitere Untersuchungen, um eine Arznei gegen Migräne entwickeln zu können. Darüberhinaus erwies sich das Nervengift Botox als einsetzbar im Kampf gegen Migräne. Millionen Patienten können möglicherweise auf Linderung hoffen.
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