Mütter leiden zunehmend an psychischen Erkrankungen

12.07.12
Frau, zusammengekauert

Die Zahl psychischer Erkrankungen bei Müttern steigt besorgniserregend an. Mussten in früheren Jahren eher Stoffwechselerkrankungen und Atemwegsprobleme behandelt werden, leiden Frauen, die Kinder zu versorgen haben, heutzutage in erster Linie an Schlafstörungen, Angstzuständen, Burn-Out und Depressionen. An zweiter Stelle stehen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen.

Berufstätige Mütter, die „nebenbei“ noch Putzen, Kochen, Bügeln, Fenster putzen, Haustiere versorgen, bei den Hausaufgaben helfen, kranke Kinder betreuen, Kinder zu Freizeitveranstaltungen fahren, Kindergeburtstage organisieren, Elternabende besuchen... kommen irgendwann an ihre psychischen und physischen Grenzen. Der Zeitdruck, die Doppelbelastung und das ständige „Gut-drauf-Sein“ kosten extrem viel Energie. Häufig macht den Frauen zudem die mangelnde Anerkennung ihres Jobs zu schaffen. Wer sich darüber hinaus in der misslichen Lage befindet, ein Kind oder einen Angehörigen pflegen zu müssen, der hält der Belastung nicht lange stand.

Die Zahl psychischer Erkrankungen bei Müttern steigt besorgniserregend an. Mussten in früheren Jahren eher Stoffwechselerkrankungen und Atemwegsprobleme behandelt werden, leiden Frauen, die Kinder zu versorgen haben, in erster Linie an Schlafstörungen, Angstzuständen, Burn-Out und Depressionen. An zweiter Stelle stehen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen. Im abgelaufenen Jahr 2011 wurden 39.000 Frauen und 56.000 Kinder in den Kliniken des Müttergenesungswerks behandelt, das sind 8000 Patientinnen weniger als noch vor vier Jahren. Dieser Umstand ist nicht zuletzt auf die hohe Ablehnungsquote der gesetzlichen Krankenkassen zurückzuführen. 

Experten stellen fest, dass Kinder von Müttern, die nur noch funktionieren und häufig über Beschwerden klagen, bereits in frühen Jahren „erwachsen“ sind, um die Mutter zu entlasten. Mit dieser Bürde ist der Nachwuchs jedoch komplett überfordert, was einer natürlichen Entwicklung des Kindes im Weg steht. Die Überlastungen von Müttern lassen sich mittlerweile in allen Einkommensschichten feststellen, wobei eine deutliche Verschiebung in die höheren Einkommen stattfand. Hilfe bietet das Müttergenesungswerk mit zahlreichen Beratungsstellen und Kliniken.

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