Gewitter: steigt die Gefahr durch Blitzeinschläge?
Schlagzeilen à la „365.000 Blitze überzogen die Bundesrepublik am Wochenende“ geben zu denken. Oftmals werden die Auswirkungen von Blitzeinschlägen unterschätzt. Wie kann man sich vor den Naturgewalten schützen?
Am vergangenen Wochenende überzogen 365.000 Blitze die Bundesrepublik Deutschland. Allein am Samstag zeigten sich 205.999 Blitze am Himmel. Die Meteorologen sagen weitere Gewitter, eine Art Tropenwetter, voraus. Da sich im Jahresdurchschnitt etwa 2 Millionen Blitze ereignen, ist der Niedergang am vergangenen Wochenende schon bemerkenswert.
Oftmals werden die Auswirkungen von Blitzeinschlägen unterschätzt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen positiven und negativen Blitzen. Die negativen Blitze tragen eine negative Ladung und stammen vom unteren Rand der Gewitterwolke. Die positiven Blitze, die aus dem oberen Rand der Gewitterwolke kommen, besitzen eine größere Stromstärke und sind somit entsprechend gefährlicher.
Positive Blitze weisen eine Stromstärke bis zu 300.000 Ampere auf, in Hochspannungsleitungen fließen „nur“ einige hundert Ampere. Grundsätzlich schlagen Blitze in hohe Gebäude oder Bäume eher ein als in flache. Von äußerster Wichtigkeit ist die Leitfähigkeit des Objektes, denn in einen Metallpfosten schlägt der Blitz eher ein als in Plastik. Doch immer wieder triffen Blitze Menschen und Tiere - leider oft mit tödlichem Ausgang.
Wer von einem Blitz getroffen wurde, der weist Verbrennungen auf und Herzschädigungen. Die häufigsten Todesursachen durch Blitzeinschlag sind Kammerflimmern und Herzstillstand. Häufig beklagen Überlebende eines Blitzeinschlags Nervenschädigungen sowie Beeinträchtigungen an Ohren und Augen. Blitzschlagopfer weisen eine hohe Gefährdung für einen Herzinfarkt und Nierdenversagen auf.
Erhebungen zur Folge, gehen die meisten Blitze in Deutschland über dem Schwarzwald nieder. Aber auch die Rhein-Main-Region und das Rhein-Neckar-Dreieck weisen eine erhöhte Gefahr bezüglich der Blitze auf. Ältere Menschen erzählen oft Andekdoten aus ihrem Leben, in denen Kugelblitze auftauchen. Doch deren Existenz ist wissenschaftlich umstritten.
Wie kann man sich vor den Naturgewalten schützen? Grundsätzlich sollte man auf gar keinen Fall auf einer freien Fläche Schutz unter einem Baum suchen. Experten raten, sich hinzuhocken und Arme und Beine eng an den Körper zu legen und auch die Füße möglichst eng zu stellen. Wenn in der Nähe eine Hütte ist, sollte man in dieser keinen Schutz suchen, denn der Blitz könnte dort einschlagen. Besser ist, sich unter einer Brücke zu verschanzen.
Während eines Gewitters sollte man auf das Fahrradfahren genauso verzichten wie auf das Motorradfahren. Auch das Baden in Seen oder Schwimmen in Freibädern stellt eine große Gefahr dar. Ein festes Gebäude, möglichst mit Blitzableiter, bietet großen Schutz. Wer sich im Gebirge befindet, kann Schutz in einer Steinhütte suchen. Hütten aus Holz sind nicht so ideal. Wer wissen will, wie weit ein Gewitter entfernt ist, kann den Sekundenabstand zwischen Blitz und Donner zählen und das Ergebnis durch drei teilen.