Gesetzliche Rente für Selbständige

Informationen zur Rente

Jeder Selbständige muss sich um die Altersvorsorge kümmern. Die gesetzliche Rente ist für bestimmte Selbständige eine Pflichtversicherung. Die anderen können frei wählen, ob sie in die gesetzliche Vorsorge einzahlen möchten oder nicht.

Selbständige: Wer muss in die gesetzliche Rente einzahlen?

Der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch festgelegt, welche Berufsgruppen trotz Selbständigkeit in die gesetzliche Rente einzahlen müssen. Dazu zählen vor allem:

  • Selbständige Handwerker,
  • Pflegepersonen,
  • Hebammen,
  • Künstler und Publizisten,
  • Selbständige mit nur einem Auftraggeber,
  • Existenzgründer, die einen Zuschuss von der Bundesagentur für Arbeit erhalten.

Der Grund für die Versicherungspflicht liegt im Schutz des Selbständigen vor Altersarmut. Durch die Pflichtmitgliedschaft werden automatisch Beiträge an die Rentenkasse abgeführt und eine Versorgung für das Alter aufgebaut. Die Prüfung der Versicherungspflicht wird von der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund vorgenommen. Auf diese Weise lässt sich klären, ob Beiträge abgeführt werden müssen oder nicht.

Die Rentenversicherungspflicht für zahlreiche Selbständige orientiert sich an dem Kriterium der Scheinselbständigkeit. Wer an die Weisungen seines Auftraggebers gebunden ist oder bestimmte Arbeitszeiten einhalten muss, wird in der Regel als Scheinselbständiger eingestuft. In diesem Fall müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (= der Scheinselbständige) Beiträge - auch rückwirkend - an die gesetzliche Rentenkasse zahlen.

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Rentenpflicht für Selbständige ab 2013?

Die Bundesregierung plant, eine Rentenversicherungspflicht für alle hauptberuflich Selbständigen einzuführen. In dem Entwurf ist vorgesehen, dass jeder Unternehmer eine Basisabsicherung für das Alter und bei Berufsunfähigkeit abschließt. Im Gespräch ist ein Betrag von 250 bis 300 Euro im Monat. Damit solle ein Niveau oberhalb der Grundsicherung von derzeit 700 Euro im Monat erreicht werden. Die Vorsorgepflicht könnte ab Januar 2013 greifen.

Allerdings sieht das Konzept Ausnahmen für Personen über 30 Jahre vor. Auch Mitglieder von Versorgungswerken sollen von der Vorsorgepflicht ausgenommen werden. Eine Sonderregelung gilt auch für diejenigen, die bereits eine private Altersvorsorge für die Rente aufgebaut haben. Daher sollten sich Betroffene zu den Möglichkeiten zur privaten Rentenvorsorge unabhängig beraten lassen.

Selbständige: Wie hoch ist der Beitrag für die gesetzliche Rente?

Grundsätzlich wird von der Rentenversicherung für Selbständige der einheitliche Regelbeitrag erhoben. Dieser wird von der Bundesregierung in jedem Jahr neu festgelegt. Im Jahr 2010 müssen Selbständige in den westlichen Bundesländern monatlich 508,45 Euro abführen. Der Regelbeitrag muss in voller Höhe vom Selbständigen gezahlt wird. Nur Künstler, Publizisten und Hausgewerbetreibende teilen sich den Regelbeitrag mit den Arbeitgebern.

Existenzgründer müssen in den ersten drei Jahren nicht den vollen Satz zahlen. Sie können den halben Regelbeitrag entrichten. Wer sich selbständig macht, aber als Scheinselbständiger tätig ist, kann sich für maximal drei Jahre sogar von der Beitragspflicht befreien lassen. Während dieses Zeitraums müssen keine Zahlungen an die Rentenkasse geleistet werden.

Eine weitere Möglichkeit der Beitragszahlungen stellen einkommensgerechte Beiträge dar. Wer ein hohes Einkommen erzielt, kann auch über den Regelbeitrag hinaus Beiträge in Höhe des aktuellen Rentenbeitragssatzes multipliziert mit dem Arbeitseinkommen abführen. Das Arbeitseinkommen des Selbständigen wird ermittelt, indem die Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen abgezogen werden. Eine Sozialklausel sorgt dafür, dass bei stark gesunkenen Einnahmen (mindestens 30 Prozent) geringere Beiträge an die Rentenversicherung gezahlt werden müssen.

Ausnahmen von der Versicherungspflicht bei der Rente

Die Versicherungspflicht bei Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung stellt eine Schutzfunktion dar, um eine ausreichende Rente zu sichern. Es gibt jedoch Ausnahmen von der Versicherungspflicht. So müssen Selbständige mit geringen Verdiensten nicht in die Rentenkasse einzahlen. Der Gesetzgeber hat als Geringfügigkeitsgrenze einen Wert von 400 Euro pro Monat festgelegt. In diesem Fall ist der Selbständige versicherungsfrei.

Wer einen Existenzgründungsschuss erhält, ist jedoch rentenversicherungspflichtig. Dies gilt auch, wenn sie einen Verlust vorweisen. Wer als Selbständiger mehr als 400 Euro verdient, ist grundsätzlich versicherungspflichtig, sofern die oben beschriebenen Voraussetzungen vorliegen. Wer mehrere geringfügige selbständige Tätigkeiten ausübt, muss die Einkünfte zusammenzählen. Nicht addiert werden hingegen die Einkünfte aus geringfügigen Arbeitnehmerbeschäftigungen und geringfügigen selbständigen Tätigkeiten. Wer also geringfügig als Arbeitnehmer und Selbständiger tätig ist und unterhalb der 400 Euro-Grenze verdient, wird nicht versicherungspflichtig.

Selbständige Handwerker können sich von der Versicherungspflicht in der Rente befreien lassen. Dazu müssen sie einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen und bereits mindestens 216 Monate (18 Jahre) Pflichtbeiträge eingezahlt haben. Auch selbständige Lehrer, Erzieher oder Pfleger sind dann nicht versicherungspflichtig, wenn sie einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. Wer allerdings Beschäftigte im Rahmen eines Minijobs beschäftigt, bleibt trotzdem in der Rente versicherungspflichtig. Nur wer mehrere geringfügige Beschäftigte einstellt, die zusammen genommen einen Vollzeitarbeitsplatz darstellen, sind wieder versicherungsfrei.

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