Geschlossene Fonds
Mit Beteiligungen Chancen der Märkte nutzen
Geschlossene Fonds, auch cosed-end Funds genannt, bieten die Möglichkeit, die von Kapitalanlegern zur Verfügung gestellten Finanzmittel in ein fest definiertes Projekt zu investieren, wobei Anlagen bis zu einem kalkulierten Volumen möglich sind.
Geschlossene Fonds - welche Kriterien gelten?
Besitzt ein Kapitalanleger ein optimal diversifiziertes Portfolio, das von den Renditen einer langfristigen Kapitalanlage profitieren will, eignen sich geschlossene Fonds bestens, Basisanlagen, die aus Anleihen, Fonds und anderen Kapitalanlagen bestückt sind, aufzustocken. Verbunden damit ist auch die Chance auf eine solide Form des Wertzuwachses.
Die typischen Merkmale dieser Anlageform sind unter anderem die Finanzierung eines vorher fest definierten Vorhabens, wobei das Investitionsvolumen exakt festgeschrieben ist. Hierbei können weitere Fondsanteile nicht nachgekauft werden, weil der Fonds geschlossen wird, sobald das Volumen erreicht ist. Das Kapital der Anleger wird für das Investitionsvorhaben eingesetzt und ein sogenannter Mittelverwendungsplan gibt Auskunft darüber.
Mit einem vorgefertigten Gesellschaftervertrag kann der Kapitalanleger seine Beteiligung festschreiben lassen und ihn akzeptieren, wobei eine Veränderung der Vertragsmodalitäten nicht möglich ist. Wer sich auf die Suche nach einem individuell geeigneten Fonds macht, findet Informationen über den jeweiligen Fonds sowie die steuerlichen Bedingungen in einem Emissions- oder Verkaufsprospekt. Bevor ein Fonds hierzulande zugelassen wird, muss eine Anlage für den Vertrieb von Fonds zunächst zugelassen werden. Die Angaben im Emissionsprospekt werden vorab von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Vollständigkeit der inhaltlichen Angaben überprüft. In der Regel liegen bei einer Beteiligung die Investitionsobjekte fest, doch gibt es auch Projektentwicklungsfonds, deren Objekte zum Zeitpunkt der Emission noch nicht feststehen.
Wie funktionieren geschlossene Fonds?
Der Kapitalanleger zahlt einen bestimmten Betrag in Form einer Kommanditeinlage ein, um Teilhaber an einer Kommanditgesellschaft zu werden. Der jeweilige geschlossene Fonds gibt vor, wie hoch die Minimalanlage ist, wobei Privatinvestoren meist Beträge zwischen 5.000 und 10. 000 Euro einzahlen.
Die Anlagen der Investoren werden jedoch nicht komplett in das anvisierte Investment angelegt. Andere Ausgaben, wie das Publizieren von Verkaufsprospekten, Verkaufsprovisionen und Vertriebskosten, werden ebenfalls von den Kapitaleinlagen finanziert. Beim Erwerb von Anteilen müssen überdies Ausgabeaufschläge gezahlt werden.
Signifikant für geschlossene Fonds ist, dass eine Rückgabe der Anteile nicht möglich ist, wie dies bei herkömmlichen Anlagen in Investmentfonds garantiert wird. Gemäß des individuellen Anlageziels soll der Fonds Erträge abwerfen, die in der Regel jährlich an den Anleger mit dem Ziel ausgeschüttet werden, mit den gesamten Erträgen die Höhe der Investitionssumme zu überschreiten. Der Markt an Anbietern von Fonds dieser Art expandiert und es besteht die Möglichkeit, zwischen Immobilienfonds, Medienfonds, Schifffonds, New Energy Fonds und Nachhaltigkeitsfonds zu wählen.
Anlagen, die eine Produktion regenerativer Energie unterstützen, erwiesen sich in jüngster Vergangenheit als expandierende Anlagestrategie. In der Regel sind geschlossene Fonds als Kommanditgesellschaft mit beschränkter Haftung ausgelegt, wobei die Anlagedauer meist langfristig ausgerichtet ist und auch von der Nutzungsdauer des gewählten Wirtschaftsgutes abhängt.
Geschlossene Fonds - Chancen und Risiken
Geschlossene Fonds bieten Anlegern die Möglichkeit, sich mit geringen Einlagebeträgen an großen Projekten zu beteiligen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Neubau eines Schiffes, eine Investition in eine Windkraftanlage oder den Neubau eines Bürogebäudes handelt.
Wer sich für eine derartige Beteiligungsvariante entscheidet, kann von einem hohen Maß an Transparenz hinsichtlich des Anlageobjektes profitieren. Geschlossene Fonds bieten den Vorteil, dass die Haftung im Normalfall auf die Höhe der Kapitalanlage begrenzt ist. Insbesondere Investoren mit hohem Einkommen profitieren von einer Steueroptimierung, da einige Anbieter niedrig zu versteuernde oder gar steuerfreie Ausschüttungen anbieten. Aufgrund dieser steuerlichen Optimierung können die Erträge geschlossener Fonds bei einer entsprechenden Vorsteuerrendite zu einer höheren Nachsteuerrendite beim Kapitalanleger führen.
Einige dieser Fonds bieten die Chance, Rückstellungen steuerfrei aufzulösen. Zu den Risiken gehört jedoch, dass es bei Fondsanlagen dieser Art keine Einlagensicherung gibt. Weist ein Unternehmen eine wirtschaftliche Fehlentwicklung auf, können Renditen nicht verbucht und Einlagen gefährdet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Fonds dieser Art mit einer langfristigen Kapitalbindung versehen und ordentliche Kündigungen in den ersten Jahren meist ausgeschlossen sind. Da Fondsanteile nicht wieder zurückgenommen werden, hat sich ein sogenannter Zweitmarkt etabliert, der sich auf die Rücknahme dieser Papiere spezialisiert hat.
