Gasrechnung

Einmal jährlich wird der Gasverbrauch abgerechnet

Jedes Jahr stellen die Gasversorger ihren Kunden die Gasrechnung aus, in der die Verbrauchsmengen des Jahres den Vorauszahlungen gegenübergestellt werden. Oft erscheint die Berechnung kompliziert und erschwert damit eine Überprüfung. Wir erklären, welche Posten besonders beachtet werden müssen.

Zwei verschiedene Gastarife in einer Gasrechnung

Einmal im Jahr erhält jeder Haushalt die Abrechnungen aller Ver- und Entsorgungsunternehmen. Im Einzelnen können folgende Abrechnungen von Jahresverbrauchsmengen erfolgen:

  • Jahres-Stromabrechnung,
  • Gasrechnung,
  • Wasser-Abrechnung,
  • Müllabfuhr,
  • Entwässerungskosten.

All diese Abrechnungen haben eines gemeinsam: Sie sind häufig schwer zu überprüfen, da sie recht kompliziert aufgebaut sind. Die Angebote der Gasversorger unterteilen sich fast immer in zwei verschiedene Kostenbereiche, den Grundpreis und den Verbrauchspreis, häufig auch als Arbeitspreis bezeichnet.

Der Grundpreis ist ein fixer, vom Verbrauch unabhängiger Betrag, mit dem die Gasanbieter ihre Kosten für die Unterhaltung des Leitungsnetzes, die Zählerablesung und die Verwaltungsaufgaben decken. Der Verbrauchs- oder Arbeitspreis schließlich umfasst die reinen Gas-Kosten und wird in Kilowattstunden angegeben. Erhält man später die Gasrechnung, so erfolgt darin eine andere Aufteilung, die kaum einen Rückschluss auf die Angebotspreise zulässt. In der Regel erstreckt sich die Jahresabrechnung über zwei Seiten. Während die erste Seite eine grobe Aufteilung der Gaskosten enthält, werden diese auf der zweiten Seite näher konkretisiert.

Oft tauchen aber Begriffe wie Grund-, Arbeits- und Verbrauchspreis, anhand derer vor dem Vertragsabschluss ein Preisvergleich durchgeführt wurde, gar nicht mehr auf. Bereits auf der ersten Seite werden die Gas-Kosten in Energiepreis, Netzdienstleistung sowie Steuern und Abgaben unterteilt und die Preise als Jahressummen angegeben. Zur Überprüfung der Rechnung müsste der Verbraucher eine eigene Berechnung mit den Angebotsbeträgen durchführen.

Gastarife Vergleichen

Die Gasrechnung enthält Preisangaben in Kilowattstunden

Ein weiteres Problem bei der Überprüfung einer Gasrechnung besteht darin, dass der Zählerstand auf dem Gaszähler den Verbrauch in Kubikmetern angibt, die Berechnung jedoch in Kilowattstunden erfolgt. Der auf dem Zähler angezeigte Verbrauch muss also zunächst mit einer Umrechnungsformel in Kilowattstunden umgerechnet werden. Diese im Arbeitsblatt G 685 der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V. geregelte Umrechnung bezeichnet man als Thermische Abrechnung.

Dazu multipliziert man den Zählerstand in Kubikmetern mit dem Abrechnungsbrennwert des Gases und einer Zustandszahl zur Umrechnung des Betriebsvolumens. Den meisten Verbrauchern ist weder der Brennwert des Gases noch die Zustandszahl bekannt. Einige Gasversorger geben diese Daten in der Gasrechnung an, andere stellen in ihrem Internetauftritt eine Umrechnungsfunktion zur Verfügung. Ist beides nicht der Fall, so ist erst eine Nachfrage beim Gasanbieter notwendig.

Mit dem Brennwert des Gases wird angegeben, wie viel Energie durch die Verbrennung und anschließende Rückkühlung erzeugt wird. Er ist von der Qualität des verwendeten Gases abhängig. Grundsätzlich gibt es eine Unterscheidung zwischen L-Gas mit einem Brennwert zwischen 8 und 10 sowie H-Gas, bei dem der Brennwert zwischen 10 und 12 liegt. Durch die Berücksichtigung der Zustandszahl wird der im Betriebszustand abgelesene Verbrauch auf einen sogenannten Normzustand, der frei von äußeren Beeinflussungen wie Luftdruck, Temperatur oder Höhenlage ist, zurückgeführt.

Die einzelnen Posten der Gasrechnung

Die detaillierte Aufschlüsselung auf der zweiten Seite der Gasrechnung enthält verschiedene Positionen, die in der ursprünglichen Preisangabe des Gasanbieters zum Arbeitspreis und zum Verbrauchspreis zusammengefasst sind. Der Grundpreis oder die Grundpauschale ist ein pauschaler Preis, der für jeden Monat des Gasbezugs berechnet wird und die Verwaltungskosten des Gasversorgers abdecken soll. Gelegentlich wird der Grundpreis auch als Leistungspreis bezeichnet.

Der Arbeitspreis kann in verschiedene Zonen aufgeteilt sein, die sich nach der Höhe des Verbrauchs richten und eine Preisstaffelung beinhalten. Je höher der Gasverbrauch ist, umso mehr Zonen werden aufgeführt, wobei jede weitere Zone mit einem günstigeren Preis pro Kilowattstunde verbunden ist.
Ein Teil der Gasrechnung bezieht sich über den Energie-Arbeitspreis hinaus auf die Netzdienstleistung. Diese Tarife werden von der Energie-Control-Kommission festgesetzt und können daher nicht vom Gasanbieter beeinflusst werden.

Der Gaslieferant schlüsselt genau auf, welcher Anteil der Kosten sich auf seine Gaslieferung bezieht und welcher auf die Netzdienstleistung des Grundversorgers dafür entfällt, dass das Leitungsnetz verwendet wird. Auch hier gibt es eine Unterteilung in Arbeitspreis und Grundpreis, die analog zur Berechnung der Gaslieferung erfolgt. Steuern und Abgaben werden vom Gasanbieter in der Höhe erhoben, in der sie gesetzlich festgelegt sind. Weitere Rechnungspositionen sind Entgelte für die Ablesung und zusätzliche Messleistungen.