Gasanbieterwechsel

Wechsel des Gasanbieters nach Preiserhöhung

Seit der Liberalisierung des Gasmarktes ist kein Verbraucher mehr an seinen örtlichen Gasversorger gebunden. Der Umstieg auf einen neuen Versorger ist ganz einfach, hier lesen Sie, wie Sie Ihren Anbieter wechseln können. 

So funktioniert der Anbieterwechsel reibungslos

Der Umstieg auf einen neuen Versorger ist einfach: Sie können online, per Brief oder Fax zu einem günstigen Anbieter wechseln. Der Besuch eines Mitarbeiters der Stadtwerke ist nicht erforderlich. Auch der Gaszähler bleibt Ihnen erhalten. Der Übergang erfolgt, ohne dass Sie auf die gewohnte Gaslieferung für Herd und Heizung verzichten müssen.

Mit diesen Schritten gelangen Sie schnell zum günstigen Tarif:

1. Aktuellen Gasverbrauch ermitteln:

Die Information über Ihren Verbrauch und die Kosten je Kilowattstunde können Sie der letzten Jahresabrechnung entnehmen.

2. Zählernummer notieren:

Notieren Sie sich die Nummer Ihres Gaszählers. Diese wird für den Anbieterwechsel benötigt.

3. Vergleich erfolgt in Kilowattstunden:

Bei der Vergleichsbetrachtung müssen Sie darauf achten, dass der Gaszähler den Verbrauch in Kubikmetern erfasst, die Versorger jedoch in Kilowattstunden abrechnen. Der Preisvergleich erfolgt in Kilowattstunden. In der Regel enthält die Gasrechnung den Hinweis zum Verbrauch in Kilowattstunden.

4. Aktueller Preisvergleich im Internet:

Einen Vergleich der Anbieter für Ihre Region erhalten Sie bspw. über einen Gastarifrechner. Durch die Angaben von Postleitzahl und Gasverbrauch erhalten Sie günstigsten Anbieter aus. Der Rechner enthält auch Tarife mit Biogas oder mit Preisgarantien.

5. Prüfung der Vertragsbedingungen

Vergleichen Sie die Vertragskonditionen und Laufzeiten der Tarife. Schließen Sie keinen Vertrag ab, bei dem Vorkasse oder eine Kaution verlangt wird. Vorteilhaft sind zudem Tarife mit kurzen Kündigungsfristen (z.B. monatlich).

6. Gasanbieter wechseln

Passen die Konditionen und Gaspreise, können Sie einfach online den Versorger wechseln. Sie können den Antrag über den Tarifrechner ausfüllen. In der Regel müssen Sie das Wechselformular aber im Original an den Anbieter senden, damit die Einzugsermächtigung Gültigkeit erlangt. 

7. Automatische Ummeldung

Die Ummeldung auf den neuen Gasversorger erfolgt automatisch durch den neuen Anbieter. Hierfür müssen Sie ein Zeitfenster von sechs bis acht Wochen in Kauf nehmen. Beachten Sie, dass Sie erst nach einer vertraglichen Mindestlaufzeit wechseln können.

8. Meldung des Zählerstandes

Um die Schlussabrechnung zu erstellen, werden Sie vom alten Gasanbieter nach dem Zählerstand gefragt. Der neue Versorger übernimmt nahtlos die Belieferung und teilt Ihnen mit, ab wann die er die Lieferung startet.

Gastarife Vergleichen

Warum lohnt sich ein Gasanbieterwechsel?

Die Preise für Energie in jeder Form steigen seit Jahren unaufhaltsam. Daher ist jeder Privathaushalt und jedes Unternehmen bemüht, die Energiekosten so gering wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck bieten sich verschiedene Maßnahmen an, wie zum Beispiel

  • Verbrauchsreduzierung,
  • Gasanbieterwechsel,
  • Wärmedämmmaßnahmen.

Die möglichen Maßnahmen zur Reduzierung des Gasverbrauchs wurden in vielen Bereichen bereits ausgeschöpft, um Heiz- und Energiekosten zu senken. Die Verbesserung einer vorhandenen Wärmedämmung ist nicht überall möglich und mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Selbst bei einer optimalen Gebäude-Isolierung kann ein Gasanbieterwechsel weitere Einsparpotenziale mit sich bringen. Ein Vergleich der Gaspreise verschiedener Anbieter zeigt in vielen Fällen, dass es deutliche Preisunterschiede gibt, obwohl derzeit die Anzahl der Anbieter regional noch stark schwankt und sich eine Konkurrenz zum bisherigen Grundversorger nur langsam entwickelt.

Die Gaskosten setzen sich aus dem Verbrauchspreis und einem monatlichen Grundpreis zusammen. Die Auswahl eines neuen Gastarifs ist daher auch vom eigenen jährlichen Gasverbrauch abhängig. Ein Tarif mit einem hohen Grundpreis bei einem vergleichsweise niedrigen Verbrauchspreis pro Kilowattstunde Gas lohnt sich zum Beispiel nur bei einem relativ hohen Gasverbrauch.

Wie kann der Gasanbieterwechsel erfolgen?

Es ist grundsätzlich recht einfach, einen Gasanbieterwechsel durchzuführen. Die wichtigste Voraussetzung dafür besteht darin, alle Gaslieferanten zu kennen, die bereits über die Möglichkeit verfügen, Gas in die jeweilige Region zu liefern. Aus technischen Gründen ist das bisher nicht allen Gasanbietern möglich. Anders als beim allgemeinen Stromnetz gibt es zurzeit noch kein bundeseinheitliches Netz zur Gasversorgung. Auskünfte darüber, welche Gasanbieter zur Auswahl stehen, sind in den vielen Gasvergleichsrechnern, die ihre Dienste kostenlos online anbieten, erhältlich.

Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, erhält diese Auskunft in der örtlichen Verbraucherberatungsstelle. Stellt sich heraus, dass zwischen mehreren Gasanbietern gewählt werden kann, müssen zunächst die Preise verglichen werden. Die Online-Vergleichsrechner vereinfachen diesen Vergleich, indem sie nach der Eingabe des jährlichen Gasverbrauchs die Grund- und Verbrauchspreise aller Anbieter berücksichtigen und das ideale Angebot heraussuchen.

In den Verbraucherberatungsstellen kann man Tabellen bekommen, in denen die Grund- und Verbrauchspreise aller verfügbaren Anbieter aufgelistet sind. Hier muss man jedoch selbst darauf achten, eine sinnvolle Kombination beider Gaspreise zu finden. Besonders einfach ist der Gasanbieterwechsel, wenn er sofort online erfolgen kann, denn die Vergleichsrechner stellen eine direkte Verbindung zur Homepage des neuen Anbieters her. Dort gibt man Namen, Adresse und den jährlichen Gasverbrauch sowie den bisherigen Gasversorger an. Alle weiteren Formalitäten erledigt der neue Gasanbieter.

Gasversorgung auch nach dem Gasanbieterwechsel sicher

Nachdem der neue Gasanbieter sich mit dem bisherigen Versorger in Verbindung gesetzt hat, bestätigt er schriftlich den Termin für den Gasanbieterwechsel. Der Wechsel erfolgt kostenlos und unter Umständen gewährt der neue Versorger sogar einen Wechselbonus oder hält ein kleines Willkommensgeschenk bereit.

Der neue Gasanbieter mietet zum vereinbarten Wechseltermin entweder das Leitungsnetz des örtlichen Grundversorgers und den Hausanschluss an oder es kommt sogar nur zu einer abrechnungstechnischen Veränderung, weil der neue Gasversorger das Gas selbst vom Grundversorger bezieht und lediglich anders berechnet. Für den Verbraucher wirkt sich der Wechsel des Gasanbieters nur dadurch aus, dass er nun einen anderen Vertragspartner hat, der ihm die Gasbezugskosten berechnet. Außerdem wird zum Wechseltermin einmal der Gaszähler abgelesen, um exakte Abrechnungsdaten zu erhalten. Auch zukünftig wird der Grundversorger weiterhin die Verbrauchsdaten ermitteln.

Für die Wartung des Gasleitungsnetzes und die zuverlässige Versorgung aller Verbraucher bleiben die Grundversorger auch dann noch verantwortlich, wenn das Gas von einem anderen Anbieter bezogen wird. Insofern ist ein Gasanbieterwechsel mit keinerlei Risiko verbunden. Selbst dann, wenn der gewählte Gasversorger sein Unternehmen auflöst oder in Insolvenz gerät und somit die Gasbelieferung einstellen muss, bleibt der Grundversorger dafür verantwortlich, dass die Gasbelieferung ununterbrochen gewährleistet ist.