Gasanbieter
Gas nun bei vielen Anbietern erhältlich
Ursprünglich gab es nur einen Gasanbieter
Bis 1999 gab es in jeder Region oder Stadt nur einen Gasanbieter, und zwar das örtliche Gaswerk in Trägerschaft der Stadt- oder Gemeindewerke oder den größeren Gasversorger in der Region. Verbraucher, die Gas benötigten, meldeten sich bei diesem Gasversorger an und erhielten Gas sowie die regelmäßige Abrechnung von diesem.
Preise und Geschäftsbedingungen, aber auch das Geschäftsgebaren des Grundversorgers mussten alle Kunden hinnehmen, da sie keine Alternative hatten. Diese Monopolstellung traf auf alle Versorgungsunternehmen zu, wie
- Stromversorger,
- Gasanbieter,
- Wasserversorger.
Die Gasversorger installierten ihre eigenen Leitungsnetze von den Gaswerken zu den Hausanschlüssen der Verbraucher und warteten diese Netze auch. Die Gas-Uhren in den Gebäuden wurden ebenfalls von den Gaswerken installiert und regelmäßig abgelesen. Vor der ersten Ölkrise im Jahr 1973 zeigten die Verbraucher noch kein Interesse daran, das Gas vielleicht von einem anderen Anbieter beziehen zu wollen, da die Preise lange Jahre stabil waren und es keine großen Preisunterschiede zwischen den verschiedenen regionalen Gaslieferanten gab.
Nach 1973 aber stiegen die Gaspreise über viele Jahre kontinuierlich an und der Eindruck, dass einige Anbieter ihre Monopolstellung nutzten, um den Preisanstieg zu fördern, wurde immer deutlicher. Innerhalb von zehn Jahren hatte sich der Gaspreis in manchen Regionen verdoppelt, bei anderen sogar vervierfacht. Das führte dazu, dass der Unmut der Gaskunden über die Monopolstellung der Gasversorger wuchs.
Abschaffung der Monopolstellung der Gasanbieter
Im Jahr 1999 trat das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts in Kraft. Eines der Hauptziele dieses Gesetzes war die Liberalisierung des Energiemarktes. Stromversorger und Gasanbieter waren durch den Erlass des Gesetzes berechtigt, ihre Produkte an alle Abnehmer in Deutschland zu liefern. Die Gas-Netze der verschiedenen Anbieter waren aber nicht in derselben Form vernetzt, wie das Stromnetz. Außerdem legte das Gesetz zudem anfangs das Hauptaugenmerk auf die Strombelieferung. So änderte sich an der Gasversorgung zunächst nichts.
Erst mit einer Novellierung des Gesetzes im Jahr 2003 wurde eindeutig geregelt, dass Strom und Gas gleichzusetzen sind. Noch immer aber galt das Prinzip des verhandelten Netzzugangs, das es den Energielieferanten selbst überließ, Einigungen über die Netzüberlassung unter staatlicher Kontrolle zu treffen. Während es auf dem Strommarkt erste Einigungen gab, erwiesen sich solche auf dem Gasmarkt als recht problematisch, da zum einen die Vernetzung technisch nicht überall realisierbar war, zum anderen auch das Interesse daran nicht bei allen Gasversorgern zu erkennen war.
Erst die zweite Novellierung des Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts führte zu einer staatlichen Regulierung des Netzzugangs und beschleunigte nun auch die Vernetzung verschiedener Gasanbieter. Noch immer kann nicht jeder Anbieter sein Gas in jeden Ort liefern, aber alle Verbraucher haben nun die Wahl zwischen mehreren Anbietern.
Jeder kann seinen Gasanbieter frei wählen
Zunächst verlief die Netzüberlassung noch schleppend und die freie Wahl zwischen mehreren Gasversorgern gab es nur in einigen Regionen. Die Gas-Netze in Deutschland wurden aber in den letzten Jahren weiter ausgebaut und miteinander verbunden. Inzwischen hat an jedem Ort in Deutschland jeder Gasverbraucher die Wahl zwischen mehreren Anbietern. Die Möglichkeit, dass alle Gasanbieter ihr Produkt überall in Deutschland anbieten, ist nach wie vor nicht gegeben. Dennoch gibt es einen gewissen Konkurrenzkampf auf dem Gasmarkt, der dazu führt, dass Verbraucher gute Chancen haben, einen Gaslieferanten mit einem günstigeren Angebot zu wählen, als das ihres bisherigen Gasversorgers.
Der Wechsel des Gaslieferanten ist unproblematisch und weder mit Kosten verbunden, noch mit der Gefahr, dass die Gasversorgung unterbrochen wird. Die großen Gasversorger bleiben als Grundversorger nach wie vor für die Unterhaltung des Leitungsnetzes und der Hausanschlüsse verantwortlich. Sie installieren auch die Gas-Uhren und lesen sie regelmäßig ab. In den meisten Fällen kommt es nicht einmal zu einer Belieferung mit dem Gas eines anderen Anbieters, da die Gaslieferanten sich inzwischen darauf geeinigt haben, die Durchlassmengen einfach miteinander zu verrechnen. Gasverbraucher, die den Gaslieferanten wechseln möchten, finden an vielen Stellen im Internet, aber auch bei den Verbraucherberatungen, Preisvergleiche aller Gasanbieter.
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