Forward-Darlehen

Kosten für Anschlussfinanzierung senken

Sie haben ein Haus gebaut, und eine Anschlussfinanzierung ist fällig: Mit einem Forward-Darlehen sichern Sie sich günstige Zinsen in der Zukunft. Das Forward-Darlehen kommt ins Spiel, wenn die Zinsbindung Ihre alten Kredits endet. Es wurde entwickelt, um Immobilien langfristig zu finanzieren.

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Was sind die besonderen Eigenschaften eines Forward-Darlehens? Angenommen, das Zinsniveau am Kapitalmarkt ist niedrig, und in naher Zukunft ist mit steigenden Zinsen zu rechnen. Ihr Baukredit läuft in vier Jahren aus – dann können Sie schon heute mit einem Forward-Darlehen auf Nummer Sicher gehen. Denn ein Forward-Darlehen schließen Sie mit einer Vorlaufzeit von bis zu 60 Monaten ab. Das bedeutet: Der gegenwärtig niedrige Zinssatz wird Ihrem Kredit zugrunde gelegt, obwohl er erst in vier Jahren das alte Darlehen ablöst. Steigen die Zinsen, haben Sie ein gutes Geschäft gemacht. Böse Überraschungen bleiben aus: Wer über geringen finanziellen Spielraum verfügt, profitiert vom Forward-Darlehen, weil er zusätzliche Belastungen vermeiden kann.

Was kostet das Forward-Darlehen?

Doch das Forward-Darlehen gibt es nicht umsonst: Ihr Kreditgeber erhebt einen geringen Zinsaufschlag, der je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen kann. Er liegt zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten. Daher lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen. Wie macht sich dieser Zinsaufschlag bemerkbar? Er wird für jeden Monat berechnet, der zwischen Abschluss des Kreditvertrags und Beginn des Forward-Darlehens liegt. Sind das zum Beispiel 48 Monate, kann sich der Zinssatz um 0,48 Prozentpunkte erhöhen. Schließen Sie ein Forward-Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung ab, und beträgt der Kreditzins 4,75  Prozent, dann müssen Sie 10 Jahre 5,23 Prozent Zinsen für Ihre Darlehen zahlen – 4,75 Prozent plus 0,48 Prozentpunkte. Je größer die so genannte Forward-Periode ist, desto mehr Zinsen müssen Sie einkalkulieren. Bereitstellungszinsen fallen aber nicht an.

Forward-Darlehen kommen bei der Finanzierung von Immobilien zum Einsatz: Die Höhe des Forward-Darlehens ist abhängig von der Restschuld des auslaufenden Kredits. Diese Restschuld tilgen Sie mit dem Forward-Darlehen. Gut läuft es, wenn die beteiligten Banken die Umschuldung selbstständig abwickeln. Der neue Kreditgeber zahlt Ihre Restschuld an die alte Bank zurück, wobei auch der Eintrag ins Grundbuch geändert wird.

Forward-Darlehen bedeuten für den Bankkunden immer ein Risiko: Niemand kann die Zinsstruktur der nächsten Jahre genau voraussagen. Fallen wider Erwarten die Zinsen, haben Sie ein schlechtes Geschäft gemacht. Denn Ihr Forward-Darlehen müssen Sie auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Es handelt sich um einen bindenden Vertrag, und nicht um ein Optionsgeschäft. Bei einer vorzeitigen Kündigung kann Ihre Kreditgeber eine „Vorfälligkeitsentschädigung“ in Rechnung stellen. Wer die Möglichkeit haben will, sein Forward-Darlehen vorzeitig zu kündigen, kann eine entsprechende Klausel in seinen Kreditvertrag aufnehmen. Das kostet aber Geld, der Zinsaufschlag für die Forward-Periode wird höher.

Leer gehen Sie beim Forward-Darlehen aus, wenn Sie in ein paar Jahren ein Haus kaufen und sich heute schon günstige Zinsen sichern wollen. Für diesen Fall ist das Forward-Darlehen nicht gedacht – es ist lediglich ein Instrument, um bei einer bestehenden Hypothek die Anschlussfinanzierung zu gewährleisten.

Ein Beitrag von Ingo Leipner

Weitere Informationen zum Forward-Darlehen

So funktioniert das Forward-Darlehen:
Der Kunde schließt mit einem Finanzierungspartner schon heute ein Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz ab. Dieses Darlehen wird nicht sofort ausgezahlt, sondern erst zu einem fest vereinbarten Termin in der Zukunft - und löst dann das bestehende Darlehen ab.

Für wen macht das Forward-Darlehen Sinn?
Für jeden Kreditnehmer mit einem Darlehen, dessen Zinsbindung in den nächsten 12 bis 42 Monaten ausläuft und der mit steigenden Zinsen rechnet bzw. der sich vor dem Risiko steigender Zinsen schützen möchte.

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