Forderungsmanagement

Forderungsmanagement schützt vor Zahlungsausfällen

Hohe Forderungsausfälle oder Zahlungsverzögerungen können dazu führen, dass Unternehmen in einen Liquiditätsengpass geraten. Um dies zu verhindern, bietet sich das Forderungsmanagement an.

Der Nutzen des Forderungsmanagements

Eine Forderung stellt einen Anspruch einer Person oder eines Unternehmens an einen Dritten dar. Zumeist beruhen Forderungen auf einer Lieferung oder Leistung, bei der der Auftragnehmer seinen Teil des Vertrages bereits erfüllt hat, der Auftraggeber hingegen seiner Zahlungspflicht noch nicht nachgekommen ist.

Die Kontrolle der offenen Forderungen und eingegangenen Zahlungen ist ein Bestandteil vom Forderungsmanagement, welches zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein Grund hierfür stellt der Umstand dar, dass die Anzahl beziehungsweise die Höhe der offenen Forderungen bei vielen Unternehmen zugenommen hat. Eine Ursache hierfür liegt in der Tatsache, dass durch veränderte Verkaufsformen wie zum Beispiel dem Onlineshopping der Anteil der Zahlungen auf Rechnung gestiegen ist. Dies führt wiederum dazu, dass die Unternehmen zwar bilanziell aufgrund der rechtsgültigen Forderung ihre Gewinne erhöhen aber gleichzeitig aufgrund der späteren Bezahlung der Ware an Liquidität verlieren können.

Bei hohen ausstehenden Forderungen führt dies im schlimmsten Fall zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens. Um diese zu verhindern, ist das sogenannte Forderungsmanagement zwingend notwendig.

Das Forderungsmanagement bei überfälligen Zahlungen

Die veränderte Zahlungsmoral vieler Käufer aber auch die schlechtere finanzielle Situation in den Familien führt seit einigen Jahren dazu, dass mehr und mehr Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlt werden oder Lastschriften bei bestehenden Verträgen nicht einlösbar sind. Dadurch werden die Zahlungen überfällig und den Unternehmen droht die Gefahr, dass sie bei der Häufung solcher Vorfälle selbst in Liquiditätsengpässe geraten.

Um dies zu verhindern, ist es die Aufgabe der Unternehmen durch das Forderungsmanagement die Fälligkeit der Zahlungen zu kontrollierten und bei überfälligen Zahlungen geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen. Zu diesen zählen beispielsweise:

  • Zustellung einer oder mehrere Mahnungen,
  • Einschaltung eines Inkassobüros,
  • Ausstellung eines gerichtlichen Mahnbescheids.

Neben diesen Maßnahmen, bei denen die Unternehmen auch die entstehenden Kosten und Verzugszinsen geltend machen können, ist es natürlich auch die Aufgabe vom Forderungsmanagement, die Entstehung neuer Forderungen bei säumigen Schuldnern zu verhindern. Hierfür bietet sich beispielsweise an, Schuldnern den Kauf auf Rechnung zu verwehren.

Factoring als besondere Form vom Forderungsmanagement

Lange Zahlungsziele und ein hoher Anteil an überfälligen Zahlungen führen dazu, dass die Liquidität einiger Unternehmen gering ist. Aus diesem Grund können sie oftmals selbst Nachlässe von Lieferanten, als Beispiele hierfür sind Mengenrabatte und Skonti zu nennen, nicht wahrnehmen. Dies stellt einen finanziellen Nachteil dar, der jedoch durch eine spezielle Form vom Forderungsmanagement, dem sogenannten Factoring, behoben werden kann.

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen die Summe seiner Forderungen an einen Factor. Dieser zahlt bei Erhalt der Rechnungskopie die Forderung aus. Je nach Form des Factorings ist dabei eine komplette oder gestaffelte Auszahlung möglich. Bei einer gestaffelten Auszahlung wird die Forderung des Unternehmens erst dann vollständig beglichen, sobald der Verbraucher als Debitor seine Rechnung bezahlt hat.

Der wesentliche Vorteil des Factorings besteht darin, dass ein Unternehmen seine Liquidität erhöht und nicht das Risiko des Totalausfalls einer Forderung trägt. Nachteilig ist jedoch zu erwähnen, dass der Factor für diese Leistung Gebühren erhebt. Dadurch wird wiederum der Unternehmensgewinn reduziert.

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