Fondsrating
Fonds-Benotung trifft informative Aussagen
Mit Hilfe des Fondsrating versuchen unabhängige Institutionen, die Qualität eines Investment-Fonds darzustellen. Jedoch können in dieses Verfahren nicht alle Kriterien einfließen, die Auswirkungen auf die Sicherheit der Fonds haben. Wir empfehlen, dennoch bei der Fondsauswahl auf die Fonds-Bewertungen zu achten.
Wichtige Inhalte des Fondsrating
Vor der Vermögensanlage in Investmentfonds wünschen sich Anleger möglichst vielfältige Informationen über die verschiedenen Fondsgesellschaften. Informationsquellen, derer sie sich bedienen können, sind unter anderem
- Fachzeitschriften,
- Finanzmakler,
- Fondsrating,
- Erfahrungen.
Während in Fachzeitschriften nicht unbedingt die historischen Werte aller Fondsgesellschaften zu finden sind, vor allem nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem man die Information benötigt, können Informationen eines Finanzmaklers von dessen Vorlieben beeinflusst sein. Erfahrungswerte, die von den Fondsgesellschaften selbst angegeben werden, sollen zur Finanzanlage motivieren, sodass es auch ihnen an Unabhängigkeit mangeln kann.
Ein Verfahren, das von verschiedenen Institutionen unabhängig durchgeführt wird, ist das Fondsrating, eine besondere Benotung verschiedener Fondsgesellschaften auf der Grundlage unterschiedlicher Informationen. Grundsätzlich liegen dieser Benotung verschiedene Fonds zugrunde, die einem Vergleich unterzogen werden. Eines der wichtigsten Kriterien ist das Alter der Fonds, da nur solche miteinander verglichen werden, die bereits ein gewisses Mindestalter erreicht und somit Stabilität bewiesen haben. Zur besseren Vergleichbarkeit werden zudem nur Fondsgesellschaften miteinander verglichen, die mindestens zwanzig verschiedene Fonds anbieten. Da es sich um ein eher statistisches Bewertungsverfahren handelt, müssen die technischen Bewertungszahlen zunächst durch Gewichtung vergleichbar gemacht werden. In die Bewertungen fließen die Kursentwicklungen der letzten Perioden ein, aber auch die Aktivitäten der Fondsmanager. Letztendlich bietet die Fonds-Bewertung eine Aussage über die Stabilität und Qualität der Fonds in der Vergangenheit.
Das Fondsrating und seine begrenzte Aussagekraft
Obwohl der Eindruck entsteht, dass ein Fondsrating dazu geeignet ist, umfassende Aussagen über die Qualität einer Fondsgesellschaft und ihrer Produkte zu treffen, ist auch dieses Instrumentarium in seiner Aussagekraft begrenzt. So kann eine Fondsbewertung nur auf Werte aus der Vergangenheit zurückgreifen, denn in die Zukunft können selbst die geschicktesten Finanzanalysten nicht blicken. Man könnte zwar annehmen, dass die Entwicklung der Vergangenheit auch eine gewisse prognostische Aussage zuließe, aber das Fondsgeschäft ist so flexibel, dass sich ein einzelner Fonds in der Zukunft ganz anders entwickeln kann, als in der Vergangenheit. Es bedarf nur einer grundlegend falschen Entscheidung des Fondsmanagements, um einen in der Vergangenheit erfolgreichen Fonds in eine Situation zu führen, die nicht nur geringere Renditen mit sich bringt, sondern unter Umständen sogar Verluste.
Ein Fondsrating ist zudem nicht geeignet, Aussagen über den günstigsten Einstiegszeitpunkt zu treffen, denn in jedem Fonds gibt es mehr oder weniger günstige Anlage-Momente. Ungünstig sind zum Beispiel Zeitpunkte direkt nach einer Hochphase eines Fonds und gerade dann, wenn der Fonds eine Tiefphase hat. In jeder Fondsgesellschaft kann es geschäftliche und personelle Veränderungen geben, die von einer Fonds-Bewertung ebenfalls nicht erfasst werden können. Fusionen mit anderen Fondsgesellschaften, Übernahmen oder ein personeller Wechsel im Management können eine völlig neue Fondspolitik zur Folge haben.
Wie unabhängig ist das Fondsrating?
Neben den begrenzten Prognose-Fähigkeiten, die ein Fondsrating mit sich bringt, stellt sich auch hier die Frage nach der Unabhängigkeit. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Institutionen, die Fonds-Bewertungen vornehmen. Teilweise handelt es sich um Verlage oder um Vermögensberatungen, die unter Umständen bei der Bewertung derselben Fonds zu verschiedenen Ergebnissen kommen können. Diese Unterschiede sind jedoch nicht in möglichen Abhängigkeiten der Institute begründet, sondern in unterschiedlichen Verfahren, die bei der Benotung angewendet werden. Einige Ratings und Rankings legen eine größere Anzahl an Einzelberechnungen zugrunde, als andere, wobei grundsätzlich davon auszugehen ist, dass eine Bewertung auf der Grundlage möglichst vieler Einzelwerte eine bessere Aussagequalität liefert.
Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zwischen dem Fondsrating und einem Fonds-Ranking, da das Ranking lediglich eine Sortierung der verschiedenen Fondsangebote darstellt, während das Rating weit darüber hinaus geht. Bezüglich der mathematischen Standards, die bei der Fonds-Benotung eingesetzt werden, gibt es weder gesetzliche Regelungen, noch anderweite Normierungen. Daher ist grundsätzlich allen Firmen, die Fonds-Bewertungen durchführen zu unterstellen, dass sie unabhängig tätig sind und glaubwürdige Ergebnisse hervorbringen. Da der Markt in ständiger Bewegung ist, kommen zudem laufend neue Unternehmen hinzu, andere stellen ihre Dienste ein oder fusionieren mit größeren Anbietern, was unter Umständen zur Anwendung anderer Berechnungsmethoden führt.
Weitere Informationen
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