Flex-Darlehen
Mit dem EURIBOR-Darlehen von Zinssenkungen profitieren
Immobilienfinanzierung mit Flex-Darlehen
Zur Immobilienfinanzierung bieten sich verschiedene Darlehensformen an, weitverbreitet sind die folgenden Finanzierungsarten:
- Lebensversicherungsdarlehen,
- Bauspardarlehen,
- Flex-Darlehen,
- Annuitätendarlehen.
Die wohl häufigste Art der Finanzierung von Immobilienkäufen oder Neubaumaßnahmen stellt das Annuitätendarlehen bei einer Zinsfestschreibungs-Phase von mehreren Jahren dar. In Tiefzinsphasen ist für Immobilienbesitzer eine möglichst langfristige Zinsfestschreibung von zehn Jahren und länger ratsam, während in Hochzinsphasen eine Zinsfestschreibung nur für fünf bis sieben Jahre erfolgt. Ganz anders aber stellt sich die Festzinsphase dar, wenn zur Finanzierung ein Flex-Darlehen gewählt wird, denn sie beträgt bei diesem variablen Darlehen nur drei Monate und widerspricht damit dem Grundsatz, während einer Niedrigzinsphase eine möglichst langfristige Zinsfestschreibung zu wählen. Wenn aber eine Tiefzinsphase längere Zeit anhält, dann ist es möglich, dass schon kurz nach dem Abschluss des Kreditvertrages die Zinsen erneut sinken. Bei einer Finanzierung mittels eines flexiblen Darlehens können Kreditnehmer somit auch von einem weiter fallenden Leitzins profitieren.
Immer nach dem Ablauf der Zinsfestschreibungsfrist von drei Monaten wird der Zinssatz des EURIBOR-Darlehens, wie man diese flexible Form auch nennt, automatisch an den offiziellen Zinssatz, den sich Banken untereinander berechnen, den EURIBOR, angepasst. Wie bei einem Annuitätendarlehen setzt sich auch hier jede Rückzahlungsrate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen, jedoch mit dem Unterschied, dass sich die Rate aufgrund einer veränderten Zinshöhe vierteljährlich verändert.
Flex-Darlehen - Flexibilität und Tilgung
Die hohe Flexibilität bezüglich der Zinsanpassung ist nicht der einzige Vorteil, den ein Flex-Darlehen bietet. Auch für die Rückzahlung des Darlehens können Kreditnehmer eine außergewöhnliche Flexibilität nutzen, denn nach jeder Festzinsphase von drei Monaten sind Sondertilgungen möglich, ohne dass dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Dieses flexible Darlehen kann sogar vollständig zurückgezahlt werden und ist somit jederzeit kündbar.
Insofern bietet sich die Wahl dieser Darlehensform für Kreditnehmer an, die in absehbarer Zeit eine höhere Geldsumme erwarten, zum Beispiel aus einer Erbschaft, einer Abfindung oder einer langfristigen Geldanlage. Sie können zunächst von sinkenden Zinssätzen profitieren und anschließend kurzfristig Sondertilgungen in das Darlehen einfließen lassen. Flexibilität besteht auch in der Kombinationsmöglichkeit eines EURIBOR-Darlehens, denn es kann auch im Zusammenhang mit einem Festzinsdarlehen oder einem KfW-Darlehen aufgenommen werden.
Auch bezüglich der Tilgungsform ist ein Flex-Darlehen sehr flexibel. Es kann zum einen durch Zins- und Tilgungsraten in derselben Form zurückgezahlt werden, wie ein Annuitätendarlehen mit einem Prozent pro Jahr. Aber es bieten sich gerade im Zusammenhang mit dieser Finanzierungsform auch Tilgungsaussetzungen zugunsten einer Lebensversicherung oder eines vergleichbaren Vermögensaufbauplanes an. In diesem Fall muss die jährliche Tilgung jedoch 1,5 Prozent der Finanzierungssumme betragen. Der zugrunde liegende Finanzierungsbetrag ist auch bei einem EURIBOR-Darlehen immer die ursprüngliche Darlehenssumme, um die annuitätische Tilgung zu gewährleisten.
Flex-Darlehen und Festzinsdarlehen
Im Vergleich zum Annuitätendarlehen unterscheidet sich ein Flex-Darlehen grundsätzlich nur durch die kurzfristigen Zinsfestschreibungsfristen, es sei denn, die Tilgung erfolgt über eine Lebensversicherung oder einen Vermögensaufbauplan. Da diese Form der Immobilienfinanzierung jedoch vorwiegend dann gewählt wird, wenn sinkende Zinsen zu erwarten sind, erfolgt die Tilgung des Darlehens langsamer, denn die durch die bereits erbrachten Tilgungsleistungen ersparten Zinsen, die wiederum in die Tilgung einfließen, sind geringer. Es kann daher sinnvoll sein, ein EURIBOR-Darlehen mit einem höheren Tilgungssatz zu kombinieren. Für die hohe Flexibilität dieser Finanzierung berechnen Banken bei jeder neuen Festzinsphase eine Bearbeitungsgebühr von meist einem Prozent.
Ein Flex-Darlehen zur Immobilienfinanzierung zu wählen ist nicht sinnvoll, wenn sich ein Zinsanstieg andeutet, denn wohl kaum ein Kreditnehmer möchte sein Darlehen an einen höheren Zinssatz anpassen lassen. Auch diesbezüglich zeigt sich diese Darlehensform flexibel, denn die Vereinbarung des flexiblen Zinssatzes muss nicht von Dauer sein. Vielmehr besteht ein Wandlungsrecht des Kreditnehmers nach jeder Zinsfestschreibungsphase von drei Monaten. Zeichnet sich also am Kreditmarkt eine Veränderung des Zinstrends ab, so kann der Kreditnehmer die Wandlung des flexiblen Darlehens in ein Festzinsdarlehen mit einer Zinsfestschreibung von bis zu zwanzig Jahren vornehmen. Auch die Wandlung nur eines Teils des Finanzierungsbetrags in ein Festzinsdarlehen ist möglich.
Weitere Informationen
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