Firmenrechtsschutz

Firmenrechtsschutz - nötig oder überflüssig?

Viele Selbstständige wissen nicht, worauf sie bei einem Anschluss einer Versicherung für den Firmenrechtsschutz achten sollen. Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Privat- und Firmenrechtsschutz für Selbstständige

Selbstständige sind im Vergleich zu Arbeitnehmern besonders stark dem Risiko eines Rechtsstreits ausgesetzt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich vor allem für diese Personengruppe, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Allerdings fällt es vielen Selbstständigen schwer, eine geeignete Versicherung zu finden. Der Hauptgrund hierfür liegt unter anderem in der Tatsache, dass bei den verschiedenen Rechtsschutzversicherungsbegriffen keine klare Abgrenzung möglich ist.

Dies führt dazu, dass viele Versicherungsgesellschaften unterschiedliche Begriffe für ähnliche Leistungen oder auch gleiche Begriffe, die allerdings einen unterschiedlichen Leistungsumfang beinhalten, verwenden.

Trotz dieser generellen Problematik ist jedoch eine grobe Unterscheidung zwischen einem Privat- und Firmenrechtsschutz für Selbstständige möglich. Während nämlich die Privatrechtsschutzversicherung für Selbstständige in der Regel wirklich nur den privaten Bereich abdeckt, ist bei dem Firmenrechtsschutz immer der gewerbliche Bereich versichert. Allerdings ist es je nach Anbieter sogar auch möglich, den gewerblichen sowie den privaten Bereich zu kombinieren. In einem solchen Fall ist jedoch darauf zu achten, welche Personen versichert sind.

Bestandteile der Firmenrechtsschutz

Das Wort Firmenrechtsschutz wird als Sammelbegriff für verschiedene gewerbliche Rechtschutzversicherungen verwendet. Da je nach Versicherungsgesellschaft der Versicherungsschutz zum Teil sehr stark variieren kann, existieren keine genauen Bestandteile, die in jeder Firmenrechtsschutzversicherung enthalten sein müssen. Allerdings gibt es verschiedene Rechtsbereiche, die in der Regel durch den Firmenrechtsschutz abgesichert sind. Hierzu zählen für Gewerbetreibende ohne Arbeitnehmer folgende Rechtsschutzgebiete:

  • der Schadenersatzrechtsschutz,
  • der Disziplinar- und der Standesrechtsschutz,
  • der Straf- und der Ordnungswidrigkeitenrechtsschutz.

Selbstständige und Gewerbetreibende, die in ihrem Unternehmen auch Arbeitnehmer beschäftigten, sollten neben den bereits genannten Rechtsgebieten auch weitere Bereiche in ihre Versicherung einbeziehen. Als Beispiele hierfür sind das Arbeits- und das Sozialrecht zu nennen.

Zudem sollten diese Versicherungsnehmer aber auch darauf achten, dass nicht nur sie selbst, sondern soweit als nötig auch die Arbeitnehmer sowie die mithelfenden Familienangehörigen versichert sind. Nur unter dieser Voraussetzung übernimmt die Rechtsschutzversicherung unter anderem alle Kosten für die anwaltliche Beratung, das Gericht sowie für notwendige Gutachten.

Forderungsmanagement ist kein Bestandteil vom Firmenrechtschutz

Obwohl die meisten Versicherungsgesellschaften ihren Versicherungsnehmern beim Firmenrechtschutz einen umfangreichen Versicherungsschutz anbieten können, ist in keiner Versicherung ein Rechtschutz für die Einklagung von Forderungen enthalten. Dies bedeutet, dass jeder Unternehmer die Anwalts- und Gerichtskosten bei einer Forderung im Streitfall selber tragen muss.

Da jedoch bei vielen Selbstständigen ein Interesse besteht, die Kosten für das Forderungsmanagement zu minimieren, bieten inzwischen einige Versicherungsgesellschaften zusätzlich zum Firmenrechtsschutz eine Alternative an. Diese trägt je nach Gesellschaft unterschiedliche Bezeichnungen, beruht aber auf demselben Prinzip, bei dem der Rechtsschutzversicherer beziehungsweise sein Kooperationspartner alle Kosten für das außergerichtliche Inkassoverfahren übernimmt. Dabei profitiert das Unternehmen dadurch, dass offene Zahlungen in der Regel schneller beglichen werden und ihm dabei vorerst kein finanzielles Risiko entsteht. Der Nachteil dieser Zusatzleistung liegt jedoch zumeist darin, dass entweder ein vergleichsweise hoher Pauschalbetrag für diese Leistungen zu zahlen ist oder der Anbieter einen Teil der eingetriebenen Forderungssumme einbehält.

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