Finanzinnovationen

Kapitalgarantierte Produkte eröffnen Chancen für Anleger

Der Fiskus bezeichnet Wertpapiere als Finanzinnovationen, die steuerpflichtige Zinsen in steuerfreie Kursgewinne umwandeln sollen. Meist ist eine Abgrenzung zwischen den Gewinnen aus einer Kapitalnutzung und der Wertentwicklung dieser Finanzprodukte nicht möglich.

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Mit Finanzinnovationen von steuerfreien Kursgewinnen profitieren

Wertpapiere, deren Zinsen eigentlich der Steuerpflicht unterliegen, jedoch in steuerfreie Kursgewinne umgewandelt werden sollen, werden von der Branche als Finanzinnovationen bezeichnet. Die Finanzämter wollen sich jedoch nicht ihren Steueranteil entgehen lassen und versteuern neben allen laufenden Zinsen auch Kursgewinne als Einnahmen des Kapitalanlegers. Darüber hinaus unterliegen die Gewinne bei einer Veräußerung auch dem Zinsabschlag.

Trotzdem kann der Kapitalanleger bei diesen Finanzprodukten profitieren, weil die Verluste aus den Anlagen mit allen anderen Einkünften beim Fiskus verrechnet werden. Darunter fallen Zero-Bonds, die während der Laufzeit keine Zinsen abwerfen, dafür aber weit unter dem Nennwert vergeben werden. Ebenso gelten diese Bedingungen für niedrig verzinsliche Wertpapiere mit hohem Emissionsdiskont, Bundesschatzbriefe eines speziellen Typs wie auch Optionsanleihen.

Anlageprodukte, die eine Kapitalgarantie bieten, gehören zur Gruppe der Finanzinnovationen. Veränderte steuerrechtliche Bedingungen, die seit dem Jahr 2009 gelten, ermöglichen dem privaten Investor neue Möglichkeiten aus steuerlicher Sicht. Die Abgeltungssteuer bevorteilt diese Finanzprodukte. Nullkuponanleihen wie auch kapitalgarantierte Zertifikate gehören ebenso dazu. Bislang musste der Anleger etwaige Kursgewinne wie auch die laufenden Erträge aus Garantiezertifikaten mit dem individuellen Steuersatz deklarieren und dies bis zu 45 Prozent. Die Abgeltungssteuer, die am 1. Januar 2009 eingeführt wurde, senkt diesen hohen Steuersatz pauschal auf 25 Prozent, wobei der Solidaritätszuschlag wie auch gegebenenfalls Kirchensteuer hinzugerechnet werden muss.

Anleger in Finanzinnovationen profitieren von Abgeltungssteuer

Wer als Anleger einen hohen Progressionssteuersatz hat, kann mit den geänderten Rahmenbedingungen der Abgeltungssteuer nur profitieren. Verständlicherweise erfreuen sich Finanzinnovationen einer steigenden Nachfrage. Der Kapitalanleger muss lediglich die Qualitätskriterien auf den Prüfstand stellen. Das Sicherheitskriterium gehört dazu, denn Zertifikate sind hierzulande nicht durch den Einlagesicherungsfonds vor Verlusten geschützt und auch andere Sicherheitsfaktoren greifen nicht.

Ein weiteres Auswahlkriterium für die Wahl des individuell geeigneten Zertifikats ist die Bonität des Emittenten. An erster Stelle steht für jeden Anleger die Kapitalgarantie. Diese soll Aussagen über die Rückzahlung eines garantierten Betrags oder Prozentsatzes machen. Der Kapitalanleger bekommt entweder einen Kupon oder kann nachhaltig von der Wertentwicklung profitieren. Ähnlich funktioniert die abgeschwächte Form einer Garantie- die Constant Proportion Portfolio Insurance, die im Grunde keine richtige Kapitalgarantie darstellt, sondern eher eine dynamische Wertsicherung ausdrückt. Diese wird in erster Linie durch eine Umschichtung unterschiedlicher Anlagen im Portfolio erreicht. Das Ziel dieser Constant Proportion Portfolio Insurance ist, dem Kapitalanleger Gewinne an steigenden Märkten zu ermöglichen und gleichzeitig die Verlustrisiken zu reduzieren. Dabei soll das gezahlte Kapital von diesen Finanzinnovationen bis zu einem festgesetzten Prozentsatz abgesichert werden, um langfristig den Kapitalerhalt für den Anleger zu gewährleisten. Die Umschichtungen im Portfolio werden zwischen riskanten und weniger risikobehafteten Anlagen durchgeführt, um darüber hinaus Kursgewinnchancen in Aussicht zu stellen.

Finanzinnovationen reagieren auf Kapitalmarktzinsen

Kapitalgarantierte Finanzprodukte bieten eine Kapitalgarantie, die lediglich bei der Fälligkeit greift. Finanzinnovationen sollten mit Bedacht gewählt werden, weil während der Laufzeit auch ein Rückgang des Kurses unter den Emissionspreis möglich ist. Der Schutz der Finanzinnovationen und somit der Schutz des vom Anleger eingesetzten Kapitals sind mit einer niedrigen Partizipation in Bezug auf die Wertentwicklung verbunden. Seit der Einführung der Abgeltungssteuer am 1. Januar 2009 und dem damit verbundenen Steuersatz von 25 Prozent erweisen sich kapitalgarantierte Produkte allein schon aus steuerlichen Gründen als attraktiv.

Jedoch sollte der Anleger nicht nur steuerliche Vorteile im Auge haben, sondern auch gezielt auf die Qualität des Finanzprodukts achten. Schließlich gilt bei kapitalgarantierten Produkten auch immer, dass der Kapitalanleger immer das Bonitätsrisiko zu tragen hat. Darüber hinaus muss das individuelle Insolvenzrisiko eingeschätzt werden. Jedoch können Anleger kapitalgarantierte Produkte vor einem Kauf schwer vergleichen. Von besonderer Bedeutung ist auch die Gewinnpartizipation in Bezug auf den Basiswert und die Höhe des Kupons. Bei den meisten kapitalgarantierten Finanzprodukten ist bei steigenden Märkten eine Underperformance zu erwarten, während bei volatilen Märkten, also bei starken Marktschwankungen Garantieprodukte eher als Beimischung für das Depot eingesetzt werden sollten, um für ein gewisses Maß an Stabilität zu sorgen.

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