Kann man die private Krankenversicherung steuerlich absetzen?

Ab 2010 Ersparnisse durch das Bürgerentlastungsgesetz

Ab Januar 2010 können die Beiträge zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung besser steuerlich abgesetzt werden. Für privat Versicherte heißt das, dass sich 80 bis 95 Prozent des Beitrags zur PKV steuerlich absetzen lassen. Beiträge für die Pflegeversicherung sowie die gesetzlichen Krankenkassen lassen sich voll steuerlich absetzen.

PKV Vergleich

Profiteure durch das Bürgerentlastungsgesetz sind Familien und Personen, die einen hohen Beitrag zur Krankenversicherung entrichten. Denn zusätzlich zum eigenen Beitrag können auch die Beiträge für Ehepartner, Kinder und Lebenspartner steuerlich abgesetzt werden. Hintergrund für das Gesetz ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Private Krankenversicherung steuerlich absetzen

Bisher waren die Beiträge für eine private Krankenversicherung nur in begrenztem Umfang bei der Steuererklärung zu berücksichtigen. Dies wird ab 2010 mit dem Bürgerentlastungsgesetz nun anders. Dann können auch privat Versicherte einen Großteil der Beiträge für die PKV und die Pflegeversicherung steuerlich absetzen.

Der Gesetzgeber hat per Rechtsverordnung festgelegt, welche Bestandteile des Beitrags unbegrenzt abgesetzt werden kann. Für die Berechnung
gibt es eine für alle PKV-Unternehmen verbindliche Vorgabe. Anerkannt wird der Anteil vom Beitrag, der den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) entspricht.

Da die Leistungen der meisten PKV-Tarife höhere Leistungen als die GKV bieten, können die Beiträge zu 80 bis 95 Prozent steuerlich abgesetzt werden. Die Beiträge zu einer Pflegepflichtversicherung sind grundsätzlich zu 100 Prozent absetzbar.

Welche Leistungen lassen sich nicht steuerlich absetzen?

Die folgenden Leistungen werden im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht angeboten und können daher nicht steuerlich abgesetzt werden:

  • Wahlleistungen im Krankenhaus,
  • Heilpraktikerleistungen,
  • höhere Zahnersatzleistungen,
  • Leistungen für Kieferorthopädie,
  • Krankentagegeld- und Krankenhaustagegeldtarife,
  • Anwartschafts- oder Auslandsreiseversicherungen,
  • Zusatzversicherungen und Optionstarife für GKV-Versicherte,
  • Ergänzungstarife zur Beihilfe,
  • Pflegezusatztarife.

Welche Besonderheiten bietet das Bürgerentlastungsgesetz noch?

Auch Risikozuschläge sowie der gesetzliche Zuschlag in Höhe von 10 Prozent zählen zum Beitrag und können daher im gleichen Verhältnis abgesetzt werden. Das Finanzamt akzeptiert allerdings nur Beiträge, die Sie tatsächlich aufgewendet haben: Ein Arbeitgeberzuschuss oder eine Beitragsrückerstattung reduzieren den steuerlich absetzbaren Betrag.

Für Neukunden der privaten Krankenversicherung gilt daher, dass man zwischen Selbstbehalt und Beitrag abwägen muss. Da die Selbstbeteiligung nicht steuerlich abgesetzt werden kann, ist es empfehlenswert, die Eigenbeteiligung zu reduzieren.

Die PKV-Versicherten erhalten bis Jahresende von einer Krankenversicherung eine Aufstellung darüber, welche Beiträge als Basisleistungen steuerlich zu berücksichtigen sind. Das Finanzamt stellt im Rahmen einer Günstigerprüfung fest, welche Regelung für den Versicherten besser ist. So ist ausgeschlossen, dass man aufgrund der neuen Rechtslage steuerlich schlechter gestellt ist.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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