EthikBank
Portrait und Anlagekriterien
„Wir setzen auf Qualität und Nachhaltigkeit, nicht auf kurzfristige Profite. Ökonomische Ziele mit sozialen Bedürfnissen und ökologischer Vernunft in Einklang zu bringen, ist unser Anspruch“, so formuliert die EthikBank ihre Ziele. 2002 wurde sie als Direktbank gegründet – sie ist eine Zweigniederlassung der „Volksbank Eisenberg eG“.
Filter bei der Geldanlage
Die EthikBank hat „ethisch-ökologische Anlagekriterien“ aufgestellt. Sie unterscheidet drei „Filter“, mit denen sie mögliche Geldanlagen und Kredite prüft:
- 1. Filter (das Anlageuniversum): Für eine Geldanlage kommen nur Unternehmen des DAX und MDAX in Frage, sowie Unternehmen aus dem Natur-Aktien-Index (NAI). Ebenso: Staatsanleihen, Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe. Kredite vergibt die EthikBank für „ökologisch und sozial sinnvolle Maßnahmen“.
- 2. Filter (die Tabu-Kriterien): Ausgeschlossen bei Anlagen und Krediten sind Waffenhersteller, die Besitzer oder Betreiber von Atomkraftwerken, Unternehmen der Grünen Gentechnik, Produzenten von Ozon zerstörenden Chemikalien und Unternehmen, die Kinder für sich arbeiten lassen. „Auf diese Geschäfte verzichten wir ohne Wenn und Aber“, schreibt die EthikBank. Außerdem werden keine Staatsanleihen von Staaten gekauft, die Menschenrechte verletzen.
- 3. Filter (die Positivkriterien): Wer jetzt noch übrig bleibt, muss sich besonders engagieren, und zwar in diesen Bereichen: Umweltschutz, Beachtung der Menschenrechte, Gleichberechtigung und Vielfalt der Mitarbeiter, Dialog mit Kunden und Lieferanten, Weiterbildung, Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen sowie Bekämpfung von Korruption. Es gilt der best-in-class-Ansatz: Die EthikBank investiert in den Besten einer Branche.
Grundsätzlich fließt auch Geld in Unternehmen des Natur-Aktien-Index. Für die Kredite gibt es ebenfalls Positivkriterien: Gefördert werden Passiv-, Energiespar- und Niedrigenergiehäuser. Aber auch die Nutzung erneuerbarer Energie, Maßnahmen zur CO2-Reduzierung und der ökologische Innenausbau. Wer bauliche oder kulturelle Werte schützt, ist kreditwürdig, genauso wie die Betreiber anderer ökologischer oder sozialer Projekte. Für diesen Kundenkreis stellt die EthikBank „Öko(bau)Kredite“ zur Verfügung, andere Kunden erhalten nur Geld, wenn sie nicht an den „Tabu-Kriterien“ scheitern.
Anlagemöglichkeiten bei der EthikBank
Die EthikBank bietet die üblichen Anlagemöglichkeiten: Girokonten, Festgelder oder Sparpläne. Doch Zinsen sollen nicht allein den Anlegern zugute kommen. Wer ein soziales oder ökologisches Projekt unterstützen will, kann 0,25 Prozentpunkte seiner Zinsen spenden. Beträgt der Zins beim „SparbriefUmwelt“ 4,00 Prozent, erhält der Anleger nur 3,75 Prozent. Die Differenz geht vollständig an ein Projekt – und die EthikBank informiert den Kunden regelmäßig, welche Fortschritte die geförderte Initiative macht.
Eine weitere Spezialität ist das „MikroKonto“: Das ist ein Girokonto auf Guthabenbasis, das für Menschen gedacht ist, die bei normalen Banken kein Girokonto mehr bekommen. Etwa, weil sie völlig überschuldet sind. „Voraussetzung ist, dass der Wille besteht, die finanziellen Probleme durch eine Privatinsolvenz oder einen gerichtlichen Schuldenbereinigungsplan mit den Gläubigern zu lösen“, schreibt die EthikBank.
Die EthikBank hat auch den Anspruch, eine „gläserne Bank“ zu sein: Auf ihrer Homepage lässt sich detailliert nachlesen, wo zurzeit 125,8 Millionen Euro am Kapitalmarkt angelegt sind, zum Beispiel in einer Staatsanleihe des Landes Niedersachsen (4,0 Millionen Euro). Das Kreditvolumen beträgt im Moment 4,1 Millionen Euro – 3,4 Millionen Euro sind davon in die Nutzung erneuerbarer Energien geflossen.
Ein Beitrag von Ingo Leipner
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