Energiesparhaus
Das Energiesparen als moderner Hausstandard
Was ist eigentlich ein Energiesparhaus?
Energiesparhäuser sind die Bauweise der Zukunft. Unter dem Begriff Energiesparhaus werden verschiedene Energiestandards zusammen gefasst, die heute bei Neubauten verwirklicht werden. Zu den bekannten Standards gehören die KfW-Effizienzhäuser, das Passivhaus und Niedrigenergiehaus. Alle Energiestandards zeichnen sich jedoch durch eine Gemeinsamkeit aus: Diese Gebäude verbrauchen weniger Energie als herkömmliche Häuser. Der Energiestandard definiert den Energieverbrauch des Gebäudes pro Quadratmeter und Jahr.
Noch vor wenigen Jahrzehnten spielten moderne Energiestandards beim Hausbau keine bedeutende Rolle. Ältere Wohnhäuser aus den 60er oder 70er Jahren haben so einen deutlich erhöhten Energiebedarf als das moderne Energiesparhaus. Oft sind bei älteren Gebäuden die Außenwände nur mäßig gedämmt. Mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen konnte bei älteren Häusern ab 1900 aber die Wärmedämmung bereits massiv verbessert werden – nach der Sanierung können bis zu 50 Prozent der Heizkosten gespart werden.
Die seit 2002 gültige Energiesparverordnung der Bundesregierung stellt an alle Neubauten bauliche Mindestanforderungen, die beim Hausbau umgesetzt werden müssen. Die mittlerweile angepasste Energiesparverordnung EnEV macht das Niedrigenergiehaus heute zum verbindlichen Standard für alle neuen Wohn- und Bürogebäude. Bestehende Wohngebäude hingegen unterliegen keinen Mindestanforderungen, müssen aber im Rahmen einer Sanierung ebenfalls einen bestimmten Jahresenergieverbrauch erfüllen. Ziel der Energiesparverordnung ist die Reduzierung des Energieverbrauchs – bis 2020 sollen immerhin 14 Prozent der Energien durch erneuerbare Quellen gedeckt werden.
Das Energiesparhaus und Energiestandards
Der heutige Energiestandard, den alle Neubauten erfüllen müssen, ist das Niedrigenergiehaus. Nach der Energiesparverordnung, die 2002 eingeführt wurde, darf das Niedrigenergiehaus nicht mehr als 70 Kilowattstunden Heizungswärme pro Quadratmeter jährlich verbrauchen. Dieser Wert entspricht etwa sieben Litern Heizöl oder sieben Kubikmeter Erdgas im Jahr. Die Energiesparverordnung wurde in den vergangenen Jahren weiter angepasst und verschärft.
Zu den bekannten Standards für ein Energiesparhaus gehört auch das Passivhaus. Moderne Passivhäuser legen die Messlatte mit einem Heizwärmebedarf von nur 15 Kilowattstunden sehr hoch und beheizen sich über eine Lüftungsanlage selbst. Passivhäuser machen sich passive Energiequellen zu Nutze, die ansonsten ungenutzt bleiben: Sonneneinstrahlung und Abwärme. Der Energiestandard Nullenergiehaus kommt sogar ganz ohne externe Energien wie Strom und Gas in der Bilanz aus. Das Nullenergiehaus ist eine Weiterentwicklung des Passivhauses und versorgt sich selbst mit Energie über Solaranlagen. Neue Gebäude, die ihren Energiebedarf hingegen nicht nur selbst decken, sondern sogar eigenständig mehr Energie produzieren, nennt man Plusenergiehäuser. In Freiburg gibt es bereits eine komplette Häusersiedlung aus Plusenergiegebäuden. Neben diesen Energiestandards, die im allgemeinen Sprachgebrauch immer unter dem Begriff Energiesparhaus zusammen gefasst werden, hat die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau mit den KfW-Effizienzhäusern Förderprogramme für Neubauten und Sanierungen von Gebäuden aufgelegt, die als Darlehen für Bauherren angeboten werden.
Energiesparhaus: Alles grün?
Die privaten Haushalte verbrauchen in Deutschland etwa ein Drittel der Energie. Besonders viel Energie wird dabei für Heizungen und die Warmwasserbereitung aufgewendet. Hier setzen die modernen Energiestandards an und erreichen mit dem Mindeststandard Niedrigenergiehaus durch effiziente Dämmmaßnahmen deutlich reduzierte Heizungswärmemengen. Das Energiesparhaus als Passivhaus oder KfW-Effizienzhaus sorgt aber erst einmal für erhöhte Baukosten, die sich erst im Laufe der Jahre durch einen effizienten Energieverbrauch wieder auszahlen. Staatliche Förderprogramme machen Energiesparhäuser und Solaranlagen auf dem Dach für Bauherren auch finanziell schmackhaft.
Das moderne Energiesparhaus verfolgt konsequent den Umweltschutz- und Energiespargedanken der heutigen Zeit. Für die modernen Förderprogramme gilt daher: Je besser die Energieeffizienz, desto attraktiver die Fördermöglichkeiten. Clevere Sparfüchse rechnen sich ihr Energiesparhaus zudem mit dem Taschenrechner noch grüner, indem sie sich aus der Einspeisevergütung des öffentlichen Netzes und den Kosten der langfristig finanzierten Solaranlage eine Rendite ausrechnen. Jeder Hausbesitzer kann Strom, der durch seine Solaranlage auf dem Dach erzeugt wird, in das öffentliche Netz einspeisen und erhält dafür eine festgelegte Einspeisevergütung. Fünf bis sechs Prozent Rendite können heute so durchschnittlich mit Solaranlagen erwirtschaftet werden. Mit Solarmodulen aus China sinken die Preise für Anlagen und steigen die Renditen – auf dem Papier zumindest. Grundgedanke bleibt aber die Eigennutzung.
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