Energie speichern: erleben Nachtspeicheröfen ein Comeback?

04.12.12

Die Energieversorger RWE und EnBW planen ein Comeback der stromfressenden Nachtspeicheröfen, für die ab 2019 ein Verkaufsverbot gilt. Die Energieriesen spielen durch, dass mit einer neuen Regeltechnik versehene Öfen für die Stromspeicherung eingesetzt werden können, um insbesondere Energie aus Windkraftwerken nicht verpuffen zu lassen. Die Konzerne wollen auf diese Weise die Energiewende „weiter vorantreiben“ und zudem Kosten in Milliardenhöhe einsparen.

Eins der größten Probleme der Energieversorger stellt nach wie vor die Zwischenlagerung von Strom dar. Im Auftrag des Bundesverbands Windenergie gelangte das Beratungsunternehmen Ecofys zu dem Ergebnis, dass die Zwangsabschaltung von Windparks um 300 Prozent stieg. Aufgrund fehlender Stromleitungen müssen Windparks notgedrungen abgeschaltet werden. Im vergangenen Jahr blieben deshalb 407 Gigawattstunden Strom ungenutzt, im Jahr 2010 gingen „nur“ 150 Gigawattstunden verloren. Die Entschädigung für die Betreiber müssen die Stromendkunden schultern - in Millionenhöhe.
 
Um die Schwierigkeit der Zwischenlagerung einzudämmen, planen die Energieversorger RWE und EnBW ein Comeback der stromfressenden Nachtspeicheröfen, für die ab 2019 ein Verkaufsverbot gilt. Die Energieriesen spielen durch, dass mit einer neuen Regeltechnik versehene Öfen für die Stromspeicherung eingesetzt werden können, um insbesondere Energie auf Windkraftwerken nicht verpuffen zu lassen. Ein Test mit 50 Öfen erwies sich als technisch durchführbar. Nun muss die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens überprüft werden.
 
In deutschen Haushalten befinden sich derzeit noch 1,4 Millionen eingebaute Nachtspeicheröfen. Dieser Anzahl reicht aus, um Pumpspeicher mit zehn Gigawatt Leistung zu ersetzen. Mit der neuen Regeltechnik sollen die alten Öfen Strom laden, wenn er gerade billig ist. In Hochtarifzeiten schaltet die Automatik ab. RWE plant, Heizstrom 10 Prozent unter dem jetzigen Nachtspeichertarif anzubieten.
 
Vattenfall und Eon zeigen sich von dem Vorhaben „Windheizung“ nicht begeistert. Vattenfall setzt stattdessen auf einen mit Windenergie betriebenen Tauchsieder in einem Wasserspeicher - für 500 Millionen Euro. Auch Felix Matthes, Energieexperte beim Öko-Institut, stellt die Nachtspeicheröfen als Zwischenlager in Frage, denn er ist der Überzeugung, dass die Öfen oftmals dann Strom nachfragen, wenn kein Wind weht. Ein Experte des Instituts für Wirtschaftsforschung erinnerte hingegen daran, dass in Dänemark viele Haushalte elektrisch Windstrom beziehen und das Modell erfolgreich ist.

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