Elterngeld beantragen

Wo und wann sollte man Elterngeld beantragen?

Bereits vor der Geburt des Kindes fragen sich viele Eltern, wo und wann man das Elterngeld beantragen kann. Je nach Bundesland sind unterschiedliche Stellen für die Beantragung und Bewilligung zuständig. Erfahren Sie, welche Elterngeldstellen in welchem Bundesland die Zahlungen bewilligen.

Elterngeld beantragen - Antrag und Fristen

Das Elterngeld muss von beiden Elternteilen beantragt werden. Dazu muss bei der zuständigen Stelle ein schriftlicher Antrag eingereicht werden. Mit dem Antrag wird festgelegt, wie die Aufteilung der staatlichen Zuwendung auf die Eltern vorgenommen werden soll. Wichtig ist der rechtzeitige Antragseingang bei der Elterngeldstelle. Wenn der Antrag zu spät bei der Behörde eingeht, wird das Elterngeld maximal für die letzten drei Lebensmonate vor dem Antragseingang gezahlt. Maßgebend ist stets der Antragseingang, nicht das Datum des Poststempels.

Wird das Kind am 10. Januar geboren, muss der Antrag also spätestens bis Ende April eingehen, damit die Zahlung rückwirkend ab Geburt erfolgt. Wenn der Partner noch kein Elterngeld beantragen möchte, muss eine entsprechende Angabe im Antrag vorgenommen werden. Ebenso gilt dies für den Zeitraum, in dem der Partner den staatlichen Zuschuss in Anspruch nehmen möchte.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich aus dem Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit, das auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hinterlegt ist. Dort findet sich auch eine umfassende Broschüre mit weiteren Informationen zum Download.

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Wie berechnet sich das Elterngeld?

Die Grundlage ist  das monatlich verfügbare Nettoeinkommen, das dem betreuenden Elternteil vor der Geburt zur Verfügung stand. Davon werden 67 Prozent als Elterngeld ausgezahlt, maximal 1.800 Euro. Wer nicht erwerbstätig ist, erhält mindestens 300 Euro im Monat. Kommen Mehrlinge zur Welt oder gibt es Geschwisterkinder, kann sich der Anspruch auf Elterngeld erhöhen.

Eine besondere Regelung gibt es für Geringverdiener: Liegt das Nettoeinkommen unter 1.000 Euro, kommt die so genannte „Ersatzrate“ ins Spiel. Sie wird in kleinen Schritten von 67 Prozent auf bis zu 100 Prozent gesteigert, wobei gilt: Je niedriger das Einkommen vor der Geburt war, desto größer fällt der prozentuale Ausgleich aus. Ein Beispiel: Eine Mutter verdient vor der Geburt netto 700 Euro. Damit liegt sie 300 Euro unter der Geringverdiener-Grenze von 1.000 Euro. Diese Differenz sorgt dafür, dass die „Ersatzrate“ um 15 Prozent auf 82 Prozent zunimmt (67 Prozent + 15 Prozent). Die Mutter erhält also Elterngeld in Höhe von 574 Euro, was 82 Prozent von 700 Euro entspricht. Ohne die „Ersatzrate“ wären es nur 469 Euro gewesen (67 Prozent).

Wie sieht es mit Elterngeld und Teilzeitarbeit aus?

Ein Beispiel: Höchstens 30 Stunden darf ein Elternteil in der Woche arbeiten. Haben der Vater oder die Mutter vor der Geburt 3.000 Euro verdient, werden jetzt maximal 2.700 Euro als Grundlage herangezogen. Die Teilzeitstelle bringt nur noch 1.000 Euro – also fallen 1.700 Euro als Einkommen weg. Diese Differenz ist entscheidend für das Elterngeld: Von Ihr werden 67 Prozent ausgezahlt, also 1.139 Euro.

Wie lange gibt es Elterngeld?

Es ist maximal für die ersten 14 Lebensmonate des Kindes gedacht. Bei zwei Monaten liegt die Mindestbezugszeit, die normale Dauer beträgt 12 Monate. Zwei Monate kommen hinzu, wenn Vater und Mutter sich um das Kind kümmern wollen (Partnermonate). Dabei können die Eltern das Geld nacheinander bekommen – oder es wird ihnen gleichzeitig ausgezahlt. Ein Beispiel: In den Lebensmonaten eins bis zwölf bezieht die Mutter das Elterngeld, in den Lebensmonaten 13 und 14 ist der Vater an der Reihe. Oder: Die Eltern verbrauchen ihren Anspruch auf Elterngeld parallel, dann endet der Elterngeld-Bezug nach sieben Monaten.

Wer weitere Details zum Elterngeld erfahren will, kann sich eine Broschüre des Familienministeriums besorgen: „Elterngeld und Elternzeit“. Darin schreibt die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen im Vorwort: „Das Elterngeld schafft bis zu 14 Monate lang einen Schonraum, in dem junge Väter und Mütter ohne finanzielle Sorgen in das Familienleben hineinfinden können. Gerade kleine Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit und Zeit, Zeit, die auch das Elterngeld schafft.“

Ein Beitrag von Ingo Leipner

Wird das Elterngeld versteuert?

Das Elterngeld selbst ist steuerfrei. Es ist „progressionsrelevant, d.h., es wird für die Ermittlung des auf das steuerpflichtige Einkommen anzuwendenden Steuersatzes zum Einkommen hinzugerechnet. Es werden keine Beiträge für Sozialversicherungen auf das Elterngeld erhoben. Privat Versicherte zahlen wie bisher beim Bundeserziehungsgeld ihre Beiträge selbst weiter.

Beispiel:

Ein Elternpaar erhält im ersten Jahr 10.000 Euro Elterngeld und hat zusätzlich 30.000 Euro zu versteuerndes Einkommen. Das Elterngeld ist steuerfrei; das Einkommen wird aber mit dem Durchschnittssteuersatz besteuert, der bei 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gilt. Im geschilderten Fall sind dies nach Splittingtabelle etwa 14 Prozent statt 10 Prozent ohne Einbeziehung des Elterngeldes. Auf das Elterngeld werden keine Sozialversicherungsbeiträge erhoben. Privat Versicherte müssen ihre Beiträge aber nach wie vor selbst entrichten.

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