Elektrosmog
Ein unsichtbarer Nebel
Was ist Elektrosmog?
Elektrosmog ist ein unsichtbarer Nebel, der aus elektromagnetischer Strahlung besteht. Ihr liegt ein physikalischer Sachverhalt zugrunde: Elektrische Ströme rufen magnetische Effekte hervor – und umgekehrt verursachen magnetische Felder elektrische Wirkungen. Das nennt man Elektromagnetismus.
Beispiel: Fließt elektrischer Strom durch einen Draht, entsteht ein zynlinderartiges Magnetfeld, das sich um den Draht ausbreitet. Dabei handelt es sich um Elektrosmog, und die Nadel eines Kompasses würde auf diesen Draht zeigen. Daraus folgt: Ob Hochspannungsleitung, Telefonkabel oder Glühbirne – immer wenn Strom fließt, entwickelt sich ein elektromagnetisches Feld, kurz Elektrosmog genannt. In diesem Zusammenhang ist auch von elektromagnetischen Wellen die Rede: Sie stellen das elektrische und magnetische Feld dar, das sich als Elektrosmog im Raum ausbreitet. Ähnlich wie Wellen auf einem See, wobei sie aber nicht an einen physischen Körper wie Wasser gebunden sind. Elektromagnetische Wellen pflanzen sich auch im Vakuum fort.
Dieses physikalische Phänomen entdeckte zuerst Heinrich R. Hertz, als er 1888 diese Wellen nachweisen konnte. Und sieben Jahre später kam die erste Anwendung: Guglielmo Marconi machte Versuche mit elektromagnetischen Wellen in den Schweizer Alpen, 1899 gelang ihm die erste drahtlose Verbindung über den Ärmelkanal – und 1901 wurde zum ersten Mal ein Funksignal über den Atlantik geschickt. Und heute? Elektromagnetische Wellen sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken … sie übertragen Programme im Fernsehen, dienen der Kommunikation mit Satelliten und lassen Mobiltelefone klingeln. Und überall entsteht dabei Elektrosmog.
Gefahren durch Elektrosmog
Welche Rolle Elektrosmog bei Erkrankungen spielt, ist in der Wissenschaft umstritten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte sich an Tipps halten, die der WDR zusammengestellt hat (Sendereihe „Quarks & Co“: Krank durch Handystrahlung?):
- Wann immer möglich, sollte das Handy nicht eingeschaltet sein – dann entsteht erst gar kein Elektrosmog.
- Man sollte sich nicht direkt dem Elektrosmog aussetzen, weshalb es sinnvoll ist, das Handy nicht unmittelbar am Körper zu tragen.
- Muss das eingeschaltete Handy am Körper aufbewahrt werden, sollte man dafür sorgen, dass es möglichst leicht den Kontakt zur nächsten Basisstation herstellen kann. Der bessere Ort ist die Außentasche des Mantels – und nicht die Innentasche des Jacketts. Das Ergebnis: Das Handy muss die Leistung nicht unnötig hochregeln – weniger Elektrosmog entsteht.
- Regel während des Telefonats: Je besser die Kontaktaufnahme klappt, desto geringer ist die Belastung durch Elektrosmog. Eine schlechte Verbindung kommt zustande, wenn in geschlossenen Räumen telefoniert wird. Oder: Hand oder Schulter decken das Handy zu stark ab. Zum Ausgleich muss dann das Handy seine Leistung hochregeln. Daher ist es besser, im Freien zu telefonieren bzw. eine unnötige Abdeckung zu vermeiden.
- Generell gilt: Je kürzer und seltener die Telefonate mit dem Handy sind, desto geringer fällt die Belastung durch Elektrosmog aus – besonders, wenn der Empfang schlecht ist.
Ein Beitrag von Ingo Leipner
Weitere Informationen
- Elektromobilität(vorheriger Artikel)
- Intelligentes Stromnetz(nächster Artikel)