Elektromobilität

Leise und sauber unterwegs

Eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen – das will die Bundesregierung bis 2020 erreichen. Dazu nimmt sie 2,5 Milliarden Euro in die Hand, um die Forschung zu fördern. Ein Kaufanreiz wie die Abwrackprämie ist aber für die Elektromobilität nicht vorgesehen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU): "Das Mobiltelefon hat seinen Siegeszug ja auch nicht dank staatlicher Förderung angetreten, sondern weil die Menschen es einfach praktisch finden.“

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Ziele und Pläne der Elektromobilität

Einen ganz anderen Weg schlägt Frankreich ein: Die französische Regierung will 50.000 Elektroautos für staatliche Unternehmen kaufen. Wer sich privat einen solchen Wagen anschafft, erhält bis 2012 eine Prämie von 5.000 Euro. Außerdem werden zwölf Städte und Ballungsräume verpflichtet, ein Netz von Aufladestationen aufzubauen. Natürlich sind diese Elektroautos umweltfreundlich, weil sie keine Treibhausgase ausstoßen.

Aber: Der Löwenanteil des Stroms kommt in Frankreich aus Atomkraftwerken – so produzieren die innovativen Fahrzeuge indirekt  Atommüll. Daher fordern Umweltschützer auch in Deutschland: Elektromobilität ist nur sinnvoll, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken sei der falsche Weg, um die Elektromobilität voranzubringen. Übrigens: Auch die Vereinigten Staaten fördern den Kauf von Elektroautos, der Staat gewährt eine Steuergutschrift von bis zu 7.500 Dollar. Und in Japan bekommen Käufer bis zu 50 Prozent der Kosten erstattet. Deutschland hält sich aber bei direkten Subventionen zurück, bisher gibt es nur eine Befreiung von der KFZ-Steuer - für fünf Jahre.

Die letzte Bundesregierung stellte in ihrem „Entwicklungsplan Elektromobilität“ fest: „Elektrische Energie ist in der Gesamtbetrachtung der Effizienz des Energietransports - von der Herstellung über den Transport bis zum Rad - den fossilen Kraftstoffen überlegen.“ Außerdem ließe sie „weitreichende Freiheiten“ zu, wenn es um die Wahl der primären Energiequelle geht. Das bedeutet: Erneuerbare Energie aus Sonne oder Wind kann dazu beitragen, die Emissionen von Treibhausgasen im Straßenverkehr erheblich zu verringern. Weiter schreibt die ehemalige Bundesregierung: „Die Batterien der Fahrzeuge könnten in das Stromnetz eingebunden werden und so mittel- und längerfristig dazu dienen, die Netzstabilität zu steigern, was bei einem wachsenden Anteil an fluktuierenden Energieeinträgen zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.“ Diese Aussage knüpft an das Problem an, dass Erneuerbare Energie nicht auf Knopfdruck zur Verfügung steht. Wind muss wehen oder die Sonne scheinen, damit Windräder und Solarzellen Strom produzieren. Welche Rolle übernehmen da Elektroautos? Ihre Batterien speichern Strom, wenn er im Überfluss vorhanden ist – und geben ihn wieder an das Netz ab, sobald der Wind nicht mehr weht. Auf diese Weise ließe sich die Elektromobilität in einem intelligenten Stromnetz integrieren, das erst eine umfassende Versorgung durch Erneuerbare Energie möglich macht.

„Entwicklungsplan Elektromobilität“

Ein weiteres Ziel aus dem „Entwicklungsplan Elektromobilität“ lautet: „Verringerung lokaler Emissionen (Umweltschutz)“. Die alte Bundesregierung schreibt: „Elektrofahrzeuge können die Städte von Schadstoffen, Feinstaub und Lärm befreien und so die Lebensqualität steigern.“ Denn diese Emissionen belasten heute das Klima in den Städten und Ballungsräumen. Der Vorteil der Elektromobilität: Elektroautos sind sehr leise und stoßen lokal keine Schadstoffe aus. Die Vision der alten Bundesregierung: „Eine Elektrifizierung des gewerblichen Flotten- und Verteilerverkehrs (z. B. Müllabfuhr, Stadtreinigung) bietet zusätzliches Potenzial, lokale Emissionen zu reduzieren.“

Ein Beitrag von Ingo Leipner

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