Eigentümergemeinschaft

Eigentümergemeinschaft: Rechte und Pflichten

Von baulichen Veränderungen bis zur Hausordnung werden alle Entscheidungen in einem Wohnhaus von der Eigentümergemeinschaft getroffen.

Eigentümergemeinschaft: Definition

Als Eigentümergemeinschaft wird die Gesamtheit der Wohnungseigentümer bezeichnet. Eine solche Gemeinschaft entsteht automatisch für jede Wohnungseigentumsanlage wie einem Mehrfamilienhaus. Jeder, der eine Eigentumswohnung erwirbt, muss also mit den anderen Eigentümern eine Gemeinschaft eingehen. Die Eigentümergemeinschaft ist auch als Wohnungseigentümergemeinschaft bekannt.

Die Grundlage für alle Eigentümergemeinschaften von Wohneigentum gibt das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) vor. Das bundeseinheitliche Gesetz aus dem Jahr 1951 wurde als Überarbeitung zum Bürgerlichen Gesetzbuch geschaffen, das Wohneigentum in Mehrfamilienhäusern nicht als selbstständiges Eigentum betrachtet. Anfang der 50er Jahre wurde in der Bundesrepublik somit das Wohnungseigentumsgesetz neu geschaffen, um allgemeine Vorgaben für Wohnungen als Sondereigentum zu schaffen.

In der Zwischenzeit wurden die gesetzlichen Regelungen mehrmals angepasst und überarbeitet. Eine Eigentümergemeinschaft kann grundsätzlich nicht aufgelöst werden und besteht, solange das Gebäude oder der Wohnkomplex intakt ist. Damit geht jeder Wohnungseigentümer beim Kauf einer Wohnung zahlreiche Pflichten ein, an die er so lange gebunden ist, wie er den Wohnraum als Eigentümer besitzt.

Eigentümergemeinschaft: Die Regelungen

Das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) macht Vorgaben für die Gründung einer Eigentümergemeinschaft. Die Gemeinschaft entsteht danach, wenn es sich bei dem Wohnraum um Sondereigentum handelt. Das Sondereigentum macht Eigentumswohnungen zu Volleigentum. Weiterhin regelt das WEG die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer wie die Stimmrechte, Eigentümerversammlung und die Parkplatzbenutzung. Auch die Verwaltung von Wohneigentum wird vorgeschrieben: Die Mitglieder der Eigentümergemeinschaft müssen einen Verwalter bestellen.

Das WEG erfasst zudem das Erbbaurecht für Erben einer Eigentumswohnung und das Dauerwohnrecht, das bestimmten Personen ein dauerhaftes Wohnrecht für eine Wohnung zusichert. Weiterhin gehören Verfahrensvorschriften zum Umfang des WEG für den Fall von Streitigkeiten innerhalb der Eigentümergemeinschaft.
Im Rahmen der Eigentümerversammlung, die mindestens einmal jährlich einberufen wird, trifft die Gemeinschaft der Eigentümer die Regeln für die Hausordnung, die Jahresabrechnung und bauliche Veränderungen. Außerdem werden ein Verwalter und ein Beirat gewählt. Der Verwalter stellt die Wirtschaftsplanung auf. Eine Eigentümerversammlung muss immer dann einberufen werden, wenn ein Viertel der Eigentümer nach einer Versammlung verlangt.

Eigentümergemeinschaft: Wissenswertes

Wer in Deutschland Wohneigentum in einem Mehrfamilienhaus erwirbt, sollte sich auch im Voraus mit der bestehenden Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft vertraut machen und diese im Zweifelsfall prüfen lassen. Als neuer Eigentümer kann man nämlich keine Änderungen erwirken, wenn man mit Regelungen zu Haustieren oder der Parkplatzordnung nicht einverstanden ist. Die Gemeinschaftsordnung kann immer nur mit Zustimmung aller Eigentümer geändert werden.

Beim Erwerb einer Eigentumswohnung sollte speziell geprüft werden, ob die Gemeinschaftsordnung die Übernahme von finanziellen Verpflichtungen des Vorbesitzers vorschreibt. Bestehen nämlich Altschulden, gehen diese zulasten des neuen Eigentümers. Es ist auch empfehlenswert, sich über geplante bauliche Änderungen und anstehende Reparaturen zu informieren, die von der Eigentümergemeinschaft bereits vor dem Wohnungskauf angesetzt worden sind: In diesem Fall erhöhen sich die gemeinschaftlichen Kosten, die als Umlage von jedem Eigentümer getragen werden. Es ist für Wohnungskäufer durchaus ratsam, sich vor dem Kauf anwaltlichen Rat einzuholen und gemeinschaftliche Verpflichtungen prüfen zu lassen.

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