Ehegattensplitting

Ehepaare, die ungleich verdienen, werden durch das Splitting bei der Steuer besonders bevorteilt. Die Löhne der Ehepartner werden addiert, dann halbiert und der Einkommensteuer unterzogen. Durch die Unterstellung, dass beide Partner die Hälfte des Gesamteinkommens verdienen, verringert sich die Steuerprogression. Den größten Steuervorteil erzielen Paare, bei denen es einen Alleinverdiener gibt. Im Extremfall liegt der Steuernachlass bei 15.000 Euro pro Jahr.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

Beim Ehegattensplitting können Ehepaare, die nicht dauernd getrennt leben, bei der Einkommensbesteuerung zwischen zwei Veranlagungsoptionen wählen: getrennte Veranlagung oder Zusammenveranlagung. Bei letzterer wird das sogenannte Splittingverfahren angewendet. Aus steuerlicher Sicht werden die Ehepartner so behandelt, als ob jeder die Hälfte des gemeinsamen Einkommens erzielen würde und als Alleinstehender nach dem Grundtarif zu versteuern hätte.

Den maximalen Vorteil erzielen die Ehegatten, wenn nur einer über steuerlich relevante Einkünfte verfügt. Im Gegenzug ist die Splittingwirkung gleich null oder geringfügig, wenn beide Einkünfte in etwa gleich hoch sind. Zusammenveranlagte Ehegatten können bei der Lohnsteuer zwischen den Steuerklassenkombinationen 4/4 und 3/5 wählen.

Aufgrund des progressiven Steuertarifs zahlt man beim Ehegattensplitting weniger Steuern. Statt das Einkommen des Paares als Ganzes zu besteuern, können die Verheirateten ihre Einkünfte geteilt besteuern lassen. Der Grund: Wer etwa einmal 60.000 Euro versteuern lassen muss, zahlt mehr, als wenn er zwei Mal für 30.000 Euro zahlen muss.

Die Wirkung des Ehegattensplittings tritt jedoch nur dann ein, wenn zwischen den zu versteuernden Einkommen der Eheleute eine Differenz besteht. Ein maximaler Splittingvorteil tritt dann ein, wenn ein Ehepartner 104.304 EUR und der andere keine Einkünfte erzielt. Ab dieser Einkommenshöhe ist der Spitzensteuersatz von 42 Prozent zu zahlen. Durch das Ehegattensplitting wird nun das Gesamteinkommen auf beide Ehepartner verteilt. Der Grenzsteuersatz ist nun deutlich geringer als die 42 Prozent.

Die Splittingtabelle enthält die Steuersätze und Steuerbeträge, die für das jeweilige gemeinsame Einkommen eines Ehepaares anfallen.

WISO Steuer-Sparbuch 2015 Für die optimale Steuererklärung 2014. Einfach Ausdrucken oder bequem mit ELSTER abgeben. Jetzt auch inklusive Tablet-Version für iPad und Android.

Positionen der Parteien zum Ehegattensplitting

Da das Ehegattensplitting aus der Adenauer-Zeit stammt, gilt es als antiquiert und veraltet. Kritiker bemängeln das Festhalten an der traditionellen Geschlechterrolle. Vom Splitting profitiere in erster Linie die kinderlose Ehe, nicht aber Familien aus verheirateten Eheleuten mit Kindern. In der Realität beeinflusse das Splitting die Erwerbstätigkeit von Frauen negativ. Es sei deshalb in seiner gesellschaftlichen Wirkung ungerecht.

Kritiker halten das Ehegattensplitting für ein veraltetes Modell deutscher Familienpolitik, dass die bisherige Rollenverteilung zementiere. Im Regelfall würde der Mann einer Beschäftigung nachgehen, während es sich für die Frau "lohne" zu Hause zu bleiben und keiner Beschäftigung nachzugehen. Grundsätzlich würde der schlechter bezahlte Ehepartner nach der Kinderpause davon abgehalten, voll zu arbeiten. Als Instrument einer wirkungsvollen Familienpolitik habe das Ehegattensplitting versagt. Zudem profitieren von dem Splitttingvorteil auch kinderlose Paare, die eigentliche Intention des Steuervorteils war jedoch, dass Familien mit Kindern steuerlich besser gestellt werden.

Weitere Artikel