Durchschnittsrente

Durchschnittsrente: Von wie viel leben Rentner?

Auch wer jahrelang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, erhält oft nur eine magere Rente. Fakten zur Durchschnittsrente in der Übersicht.

Durchschnittsrente: Die Fakten

Das Thema Durchschnittsrente ist in aller Munde. In den kommenden Jahren wird das Rentenniveau immer weiter absinken, da die Renten mit den steigenden Gehältern nicht mehr Schritt halten. Oft ist sogar von einer zu erwartenden Altersarmut die Rede. In diesem Zusammenhang fällt auch häufig der Begriff Durchschnittsrente: ein statistischer Mittelwert der aktuellen Rentenbezüge.

Heute liegt die durchschnittliche Altersrente in den alten Bundesländern bei rund 700,- Euro monatlich. Männer kommen dabei auf etwa 970,- Euro und Frauen im Durchschnitt auf 473,- Euro. In den neuen Bundesländern erhalten Rentner durchschnittlich 826,- Euro, wovon die Männer etwa 1.044,- Euro und die Frauen 676,- Euro monatlich beziehen. Bei vielen Arbeitnehmern stellt sich anhand dieser Zahlen durchaus eine gewisse Ernüchterung ein, da manche Renten sogar unterhalb der Grundsicherung liegen. Etwa 27 Jahre muss man arbeiten, um überhaupt erst einmal das Niveau der Grundsicherung fürs Alter zu erreichen.

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Rentenlücke zwischen Frauen und Männern

 Frauen Männer 
Deutschland 618,36 1.037,02 
Osten 823,54 1.110,61 
Westen 565,61 1.020,32 

Durchschnittlicher Zahlbetrag für Altersrenten von Frauen und Männern in Euro im Jahr 2014.

Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Ist die Durchschnittsrente aussagekräftig?

Bei den jährlich aktualisierten Werten zur Durchschnittsrente handelt es sich lediglich um einen statistischen Mittelwert. Der individuelle Rentenanspruch richtet sich nach den Beitragsjahren und der Höhe des Einkommens. In der Praxis wird die Durchschnittsrente durch Rentenbezieher, die nur eine niedrige Altersrente erhalten, jedoch tendenziell nach unten korrigiert. Das bedeutet: Dank Minirenten steht die durchschnittliche Rente schlechter da. Beamte, Hausfrauen oder Selbstständige, die wenig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, erhalten auch nur eine magere gesetzliche Rente und korrigieren die Durchschnittswerte nach unten.

Als aussagekräftigerer Wert zum Rentenniveau gilt die sogenannte Eckrente, die sich auf einen Durchschnittsverdiener bezieht, der 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Dieser sogenannte Eckrentner kommt auf rund 1.220,- Euro im Westen und 1.090,- Euro in den neuen Bundesländern. Die Rentenschätzung des Eckrentners geht jedoch von einer lückenlosen Erwerbstätigkeit ohne Unterbrechungen durch eine längerfristige Arbeitslosigkeit oder Mutterschaft aus.

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Durchschnittsrente: Säulen der Altersvorsorge

Zugegeben: Die zu erwartende Durchschnittsrente fürs Alter fällt nicht gerade üppig aus. Von der Rente gehen auch noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Diese Sozialversicherungsbeiträge werden direkt von der Rentenversicherung abgeführt. Die gesetzliche Rente stellt die erste Säule der Altersversorgung dar, die von der Betriebsrente und Riester-Rente als zweite Säulen ergänzt wird. An dritter Stelle steht die private Altersvorsorge mit Vorsorgemodellen wie Lebensversicherungen und Immobilien. Alle drei Säulen stellen zusammen die spätere Altersversorgung dar. Die gesetzliche Rente ist also nur ein (immer geringer werdender) Teil der Altersvorsorge.

Der gesetzliche Rentenanspruch steigt mit einem höheren Einkommen und einer möglichst lückenlosen Einzahlungsphase. Heute sollte sich jeder mit ergänzenden privaten Vorsorgemodellen auseinandersetzen und in jedem Fall die Möglichkeit einer betrieblichen Altersversorgung nutzen. Leider werden jedoch aktuell bei Lebensversicherungen die Garantiezinsen weiter abgesenkt und auch riskante Sparformen wie Fonds haben ihr Risikopotenzial bereits bewiesen.

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