08.02.10

Prozess: Entführung eines Anlageberaters durch Rentner vor Gericht

Vier Rentner müssen sich seit heute vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Sie hatten im Juni 2009 einen Anlageberater entführt und drei Tage lang als Geisel festgehalten. Auf diese Weise wollten die Senioren von dem Anlageberater verloren gegangenes Kapital von 2,5 Millionen Euro zurückholen.

Zwei Ehepaare hatten im Juni 2009 einen Anlageberater entführt und ihn im Keller eines Hauses in der Nähe vom Chiemsee festgehalten. Nun wird Ihnen wegen der Selbstjustiz der Prozess vor dem Landgericht Traunstein gemacht. Der Anlageberater hatte den Senioren eine Geldanlage empfohlen. die zum Verlust von 2,5 Millionen Euro führte. Das Opfer wurde nach drei Tagen Geiselhaft von einem Sondereinsatzkommando der Polizei befreit.

Die beiden Ehepaare hatten sich zur Durchführung der Tat mit einer Person zusammen getan. Einer der Täter konnte wegen gesundheitlicher Beschwerden nicht am Prozessauftakt teilnehmen. Die Anklageschrift beurteilt die Vorgehensweise der Rentner als äußerst brutal. Sie fesselten und knebelten den Mann und fuhren mit ihm mehrere hundert Kilometer von Speyer zum Chiemsee, um ihn dort festzuhalten.

Die Angeklagten hatten dem Anlageberater mehrere Millionen Euro zur Geldanlage anvertraut. Dabei ist es zu Verlusten in Millionenhöhe gekommen. Dieses Geld wollten sich die Rentner nun von dem Berater zurückholen. Allerdings sprach einer der Täter von einer "Einladung" an den Anlageberater. Man wollte ihn im Rahmen der Einladung dazu zwingen, das Scheckbuch zu zücken. Ein Urteil wird für den 23. März erwartet.

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