Alleinlebende sind stärker von Armut bedroht als Menschen, die zusammenleben
Der Mikrozensus 2011 „Alleinlebende in Deutschland“ kommt zu dem Ergebnis, dass Alleinlebende stärker von Armut bedroht sind als Menschen, die mit anderen Personen zusammenleben. Alleinlebende Frauen bekleiden allerdings häufiger Führungspositionen als Frauen, die in einem Mehrpersonenhaushalt leben. Bei den Männern ist die Verteilung umgekehrt.
Der Mikrozensus 2011 „Alleinlebende in Deutschland“ kommt zu dem Ergebnis, dass alleinlebende Frauen häufiger eine Führungsposition bekleiden (17 Prozent) als Frauen, die in einem Mehrpersonenhaushalt leben (13 Prozent). Bei den Männern ist die Verteilung umgekehrt. Unter den alleinlebenden Männern arbeiten 21 Prozent in einer Führungsposition. Von den Männern, die mit anderen Menschen zusammenleben, üben 26 Prozent einen besser bezahlten Job aus.
Insgesamt weisen Alleinlebende eine höhere Armutsgefährdung auf, als die Menschen, die mit anderen Personen zusammenleben. Das Risiko, finanziell zu straucheln, ist doppelt so hoch wie bei Menschen in Mehrpersonenhaushalten. Unter den Hartz-IV-Empfängern befinden sich erstaunlich viele Alleinstehende. Noch prekärer ist die Situation unter den Alleinerziehenden.
In Deutschland führen fast 16 Millionen Einwohner einen Einpersonenhaushalt. Das heißt, jeder Fünfte lebt allein. Zum Vergleich, 1991 machten die Einpersonenhaushalte nur 14 Prozent aus. Insbesondere Männer leben mittlerweile wesentlich häufiger allein als früher. Die Zahl der alleinlebenden Männer stieg in den letzten zwanzig Jahren um 80 Prozent. Der Umstand, dass insgesamt mehr Frauen allein wohnen, ist der Tatsache geschuldet, dass sie eine höhere Lebenserwartung aufweisen als Männer.
Die meisten Alleinlebenden wohnen in Großstädten. Es gilt als schick, in einem Single-Appartement in einer guten Stadtlage zu leben, von wo aus zahlreiche Freizeitgestaltungen möglich sind. Hannover besitzt mit 33 Prozent den größten Anteil an alleinlebenden Personen, dicht gefolgt von der Hauptstadt und Leipzig mit einem Anteil von je 31 Prozent. Doch auch München gilt als die Stadt der Singles. Die bayerische Metropole zählt 29 Prozent Alleinlebende.