Deutsche Finanzagentur (DFA)
Die Aufgaben, Produkte und Geschichte der DFA
Somit agiert die DFA an den internationalen Finanzmärkten ausschließlich im Namen und für Rechnung der Bundesrepublik Deutschland bzw. für deren Sondervermögen. Ursprünglich war die DFA nur für das Großkundengeschäft im Bereich Kreditaufnahme des deutschen Staates und dessen Schuldenmanagement zuständig. Durch die Zusammenlegung mit der Bundeswertpapierverwaltung musste sie zusätzlich das Privatkundengeschäft für Bundeswertpapiere übernehmen. Im Fokus der DFA stehen die optimale Finanzierung des Bundes und die Kundenzufriedenheit.
Warum gibt es die Deutsche Finanzagentur?
Die Antwort auf die Frage, warum es die Deutsche Finanzagentur gibt, ist vielschichtig. Denn die Deutsche Finanzagentur wurde gegründet, um die Kompetenzen zu bündeln, die sich zuvor drei Instanzen teilen mussten. Entsprechend der immensen Größe des von der DFA zu verwaltenden Staatsvermögens sind auch ihre Verantwortlichkeiten und Dienstleistungen vielfältig und von weitreichender Bedeutung. Die Anforderungen ihres Gesellschafters umfassen vor allem seine optimale und sichere Finanzierung sowie das permanente Durchsetzen seiner Geschäftspolitik.
Die Grundsätze, auf die die Steuerung des Sondervermögens basiert, sind daher die nachhaltige Liquiditätssicherung und das solide Risikomanagement. Zumal der Bund als Gesellschafter eine strategisch bedeutende (juristische) Person ist, werden die Kreditaufnahme sowie das Schuldenmanagement der DFA von den dafür zuständigen Instanzen regelmäßig unter die Lupe genommen und kontrolliert. Dabei geht es nicht allein um die normalen Prüfungen der Finanzaufsichtsbehörden, sondern viel mehr um die parlamentarische Kontrolle ausübenden Instanzen. Und das sind der Deutsche Bundestag und das Bundesfinanzierungsgremium.
Welche Hauptsaufgaben hat die DFA?
Ihrer eigenen Angaben nach, definiert die Deutsche Finanzagentur ihren Auftrag, als ein zentraler Finanzdienstleister des Bundes zu fungieren, vor allem bei der Kreditaufnahme und dem Schuldenmanagement. Als ihre wichtigsten Aufgaben nennt sie ferner die Haushalts- und Kassenfinanzierung des Bundes: die Funktionen, die vor ihrer Gründung vom Bundesfinanzministerium, der Deutschen Bundesbank und der Bundeswertpapierverwaltung erfüllt wurden.
Ganz konkret gehören dazu sämtliche Dienstleistungen rund um die
- Emission von Bundeswertpapieren,
- Kreditaufnahme durch Schuldscheindarlehen,
- Einsatz von klassischen derivativen Finanzinstrumenten und letztendlich
- Geldmarktgeschäfte, die zum Ausgleich des Kontos des Bundes bei der Deutschen Bundesbank erforderlich sind.
Zumal der Staat zu den größten Emittenten am Rentenmarkt Deutschlands zählt, umfassen die diesen Bereich betreffenden Aufgaben der DFA zahlreiche Dienstleistungen, Serviceangebote und Informationen. Vor allem, weil sie hierbei sowohl privaten Anlegern als auch institutionellen Investoren die passenden Produkte, gepaart mit dem heute unausweichlich erforderlichen breit gefächelten Service bieten muss. Nicht zu vergessen, der DFA obliegen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Werbung für Bundeswertpapiere.
Produkte der DFA für private Anleger
Nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Modernisierung des Schuldenwesens des Bundes (Bundesschuldenwesenmodernisierungsgesetz) im Jahr 2006 übernahm die Finanzagentur die Aufgaben der durch das Gesetz aufgelösten Bundeswertpapierverwaltung. Und zwar die Führung des Bundesschuldbuchs sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem den Vertrieb und die Verwahrung der Daueremissionen einschließt. Den privaten Anlegern bietet die Deutsche Finanzagentur die extra für sie konzipierten und von ihr emittierten Bundeswertpapiere an, ob als einmalige Kapitalanlage oder zum langfristigen Vermögensaufbau. Die derzeit feste Produktpalette umfasst Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen, Daueremissionen (Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätzen) sowie unverzinsliche Schatzanweisungen.
Für den Privatanleger fungiert die Deutsche Finanzagentur wie ein modernes leistungsstarkes Online-Finanzportal. Denn auf der offiziellen Webseite der Finanzagentur sind jederzeit die wichtigsten Informationen rund ums Thema Bundeswertpapiere zu entnehmen. Das sind vor allem die aktuellen Konditionen der im Juli 2008 aufgelegten Tagesanleihe, der Daueremissionen (Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze) und der Bundesobligationen.
Ferner werden die Laufzeiten und die aktuellen Renditen der börsennotierten Emissionen und eine Übersicht aller umlaufenden Bundeswertpapieren angezeigt. Privatanlegern, die in Bundeswertpapieren investieren, bietet die Finanzagentur außerdem einen perfekten Service rundum Wertpapierverwahrung und -verwaltung. Hierbei fungiert sie wie eine moderne leistungsstarke Bank, wobei dem Anleger alle heute üblichen Kommunikationswege zur Auswahl stehen. Angeboten werden ihm die modernsten Wege Online-Banking und Telefonbanking, sowie der klassische Postweg - für Anleger, die es lieber „schwarz auf weiß“ haben wollen. Anlegern, die Wert auf persönliche Beratung legen, stehen in den zwei Filialen der DFA (in Frankfurt/Main und Berlin/Tempelhof) die Mitarbeiter der DFA für persönliche Gespräche zur Verfügung.
Ein überzeugender Vorteil für die privaten Anleger ist die Kostenersparnis einem herkömmlichen Wertpapierdepot bei einer Geschäftsbank gegenüber. Denn bei der Deutschen Finanzagentur sind sowohl die Führung des so genannten Schuldbuchkontos als auch die Verwahrung der Bundeswertpapiere sowie sämtliche Transaktionen (Kauf, Verkauf, Rückgabe, Umtausch, Wiederanlage) absolut kostenfrei. Zum Serviceangebot der DFA gehören ferner sämtliche Formulare und Informationsbroschüren, die zum Download bereitstehen.
Produkte für institutionelle Investoren
Für institutionelle Investoren sind die Bundeswertpapiere hochliquide und absolut risikofreie Kapitalanlagen. Zu den Produkten, die ihnen die Deutsche Finanzagentur bietet, gehören die kurzfristig laufenden Schatzanweisungen (Laufzeiten 3, 6, 9 und 12 Monaten), die mittelfristig laufenden Bundesobligationen (Laufzeit 5 Jahren) und die Bundesanleihen (Laufzeiten 10 und 30 Jahren).
Den größten Teil des Kreditbedarfs des Bundes decken die institutionellen Investoren, für die am Primärmarkt Einmalemissionen mit Nominalwert ab 5 Mrd. € platziert werden. Vergeben werden die Wertpapiere dabei per Auktionsverfahren. Bestimmte Bundeswertpapiere (wie z. B. Bundesanleihen und Bundesschatzanweisungen) können wiederum nur am Sekundärmarkt (von Banken) erworben werden. Ferner können direkt bei der Finanzagentur einzelne Wertpapierarten gekauft werden: z. B. Tagesanleihe, Finanzierungsschätze, Bundesschatzbriefe und Bundesobligationen. Hierbei bestehen jedoch Restriktionen, die von der Rechtsform bzw. vom Gesellschaftszweck abhängig sind. Den institutionellen Investoren bietet die DFA ebenfalls die Möglichkeit, ein Schuldbuchkonto zu eröffnen.
Weitere Informationen
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Die Deutsche Finanzagentur ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen, das im Besitz der Bundesrepublik Deutschland ist. Ins Leben gerufen wurde die DFA am 19. September 2000 als „Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH“ mit Hauptsitz in Frankfurt am Main und Geschäftsführer Dr. Carl Heinz Daube und Dr. Carsten Lehr. Der alleinige Gesellschafter der Finanzagentur GmbH ist der deutsche Staat, offiziell vertreten durch das Bundesministerium der Finanzen.