Darlehensantrag

Unterlagen für den Antrag auf Darlehensgewährung

Häufig können Verbraucher größere Investitionen nicht ohne ein Darlehen finanzieren. Für eine Bewilligung sind dem Darlehensantrag alle erforderlichen Angaben beizufügen. Gerade im Bereich der Immobilienfinanzierung sind die Anforderungen sehr hoch. Wir erklären Ihnen, welche Unterlagen Sie bereitstellen müssen.

Anzeige

Angaben für den Darlehensantrag

Ein Darlehensantrag wird für jede Kreditvergabe benötigt. Der Kunde stellt mit ihm alle notwendigen Angaben zu seinem Kreditwunsch sowie seinen persönlichen Verhältnissen zur Verfügung. Anschließend überprüft die Bank die Kreditwürdigkeit des potentiellen Kreditnehmers sowie die Finanzierbarkeit seiner Anfrage. Folgende Mindestangaben zur Person sind in der Selbstauskunft enthalten:

  • Name und Vorname,
  • Anschrift,
  • Wirtschaftliche Verhältnisse.

Im Bereich der wirtschaftlichen Verhältnisse hat der Darlehensantragsteller alle seine regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben aufzuführen. Für Arbeitnehmer reicht als Nachweis für das Einkommen in den meisten Fällen die Gehaltsabrechnung der letzten 3 Monate. Abhängig von der Finanzierungssumme kann sich der Nachweiszeitraum auch reduzieren oder verlängern. Für Selbstständige, Freiberufler und ähnliche Personenkreise ist der Einkommensnachweis etwas komplizierter. Je nach Kredithöhe müssen eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), eine Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise eine Bilanz oder ein Steuerbescheid vorgelegt werden.

Neben dem Einkommen werden auch alle Ausgaben erfasst. Um eine Vollständigkeit zu gewährleisten, werden auf dem Darlehensantrag alle denkbaren Positionen aufgeführt. Als Beispiele hierfür sind Miete, Versicherungsprämien, bestehende Kreditverträge sowie Kfz-Kosten zu nennen. Der Kreditgeber prüft im Rahmen seiner Möglichkeiten alle Angaben des potentiellen Kreditnehmers und holt sich zusätzlich eine Schufa-Auskunft ein. In einigen Fällen genügt das Einkommen des Kunden nicht, dann kann die Einsetzung eines zweiten Darlehensnehmers die Chancen für einen positiven Kreditbescheid erhöhen.

Grundsätze beim Darlehensantrag

Es empfiehlt sich, eine größere Anschaffung nicht zu 100 Prozent aus Krediten zu finanzieren. In der Regel sollte ein Eigenkapital in Höhe von mindestens 20 Prozent vorhanden sein. Bei Erfüllung dieser Voraussetzung wird ein Darlehensantrag von den Banken hinsichtlich der Konditionen geprüft.

Die Finanzierung sollte so gewählt werden, dass das Darlehen spätestens mit Rentenbeginn vollständig abgezahlt ist. Die Gründe hierfür sind in den häufig geringeren Einnahmen ab Rentenbeginn zu finden. Ebenso hat der Darlehensantragsteller zu überprüfen, ob die monatliche Rate seinen persönlichen Verhältnissen angepasst ist. Bei der monatlichen Belastbarkeit sind eventuelle zusätzlich entstehende Ausgaben für unvorhersehbare Ereignisse zu berücksichtigen. Ein seriöses Kreditinstitut wird Darlehnsanfragen mit einer zu hohen monatlichen Belastung grundsätzlich ablehnend beurteilen oder einen zweiten Darlehensnehmer fordern.

Bei einem Vergleich von verschiedenen Darlehensangeboten sollte der potentielle Kreditnehmer nicht nur die monatliche Rate, sondern auch die Dauer der Zinsbindung sowie die Möglichkeiten der vorzeitigen Darlehensablösung vergleichen. Ebenso sind die Regelungen für eine Sondertilgung sowie die Gewährung einer tilgungsfreien Anlaufzeit zu überprüfen.

Für spezielle Investitionen, zum Beispiel im Bereich des energieeffizienten Wohnungsbaus oder in der Aus- und Weiterbildung, sind Förderdarlehen zu vergünstigten Konditionen erhältlich. Hierbei ist der Darlehensantrag zumeist über die Hausbank oder ein zuständiges Amt zu stellen. Diese leiten den Antrag an die entsprechende Förderbank weiter.

Anzeige

Unterlagen für einen Darlehensantrag bei Immobilien

Für einen Darlehensantrag bei einer Immobilienfinanzierung werden neben der Selbstauskunft des Kreditnehmers zahlreiche Angaben über die Immobilie benötigt. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Objekt über einen ausreichenden Verkehrswert verfügt. Banken fordern von Kreditnehmern in der Regel zumindest einen aktuellen Grundbuchauszug, einen Lage- und Flurplan, einige Fotos des Beleihungsobjekts, eine Berechnung des umbauten Raums sowie Angaben zur Wohnfläche an. Bei einem Kauf wird zusätzlich ein Entwurf des Kaufvertrags benötigt. In vielen Fällen ist für einen positiven Kreditbescheid ebenso ein fachliches Wertgutachten erforderlich. Hierbei sind unter anderem Angaben über die Lage, Ausstattung sowie den Sanierungsbedarf erforderlich. In wenigen Ausnahmefällen reicht eine eigene Bewertung der Immobilie.

Nur bei einer vollständigen Bereitstellung aller erforderlichen Unterlagen kann ein Darlehensantrag bearbeitet werden. Die Einholung des Grundbuchauszugs erfolgt beim zuständigen Grundbuchamt. Der Lageplan der Immobilie ist beim Katasteramt erhältlich. Die Bereitstellung dieser Unterlagen ist relativ zeitnah möglich und verursacht relativ geringe Kosten. Anders verhält es sich bei dem Wertgutachten. Je nach Anforderungen des Kreditgebers kann ein solches Gutachten durch einen anerkannten Gutachter mehrere hundert Euro kosten. Die Erstellung kann einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, aus diesem Grund sollte sich der Antragsteller frühzeitig über die bereitzustellenden Unterlagen informieren.

Weitere Artikel