Britische Lebensversicherung

Englische Policen: Weniger Garantie, mehr Rendite

Mit dem Begriff britische Lebensversicherung werden die Produkte angelsächsischer Versicherer wie Canada Life oder tandard Life bezeichnet. Viele Unternehmen haben ihren Sitz in Großbritannien. Seit der Errichtung des europäischen Binnenmarktes können britische Lebensversicherungen auch in Deutschland angeboten werden. Im Vergleich zu konventionellen deutschen Policen erzielen angelsächsische Produkte eine höhere Rendite.

Zu den bekanntesten Anbietern in Deutschland zählen Canada Life und Standard Life. Die Versicherung Clerical Medical bietet seit einigen Jahren keine neuen Verträge mehr an, sondern verwaltet über die Heidelberger Leben Service Management GmbH die Verträge in Deutschland.

Britische Lebensversicherungen bieten geringere Garantien als deutsche Verträge. Doch die höheren Aktienquoten sind langfristig die Renditechancen höher. Die britischen Lebensversicherungen werden in verschiedenen Formen angeboten:

  • Kapitalbildende Lebensversicherung,
  • Fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung,
  • Mischformen.

Markt für britische Lebensversicherungen

Seit der Harmonisierung in der EU haben zahlreiche Versicherungsgesellschaften den Schritt in den deutschen Markt getan. Dazu zählen:

  • Canada Life,
  • Clerical Medical,
  • Legal&General,
  • Standard Life,
  • Royal London,
  • Friends Provident.

Die britischen Lebensversicherer weisen dabei eine langjährige Erfahrung im Bereich der fondsgebundenen und aktienorientierten Versicherungen auf. Auf ihren Heimatmärkten zählen die genannten Versicherer jeweils zu den größten Unternehmen. Der britische Markt für Lebensversicherungen zählt zu den größten in Europa und der Welt.

Die britischen Versicherungsunternehmen sind in ihrer Anlagepolitik frei und können einen wesentlich größeren Teil des ihnen anvertrauten Kapitals in Aktien investieren, als es deutschen Versicherungsunternehmen per Gesetz erlaubt ist (in Deutschland dürfen höchstens 30% des Anlagekapitals in Aktien investiert werden). Da das britische Versicherungssystem seit 1699 besteht, verfügen die angelsächsischen Unternehmen über eine breite Erfahrungsbasis in der Aktienbranche, die sich in den hohen, stabilen Renditen deutlich zeigt.

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Das britische Versicherungssystem

In der Vergangenheit erreichten die Lebensversicherungsprodukte englischsprachiger Anbieter Renditen im zweistelligen Bereich, wohingegen deutsche Lebensversicherer selten mehr als durchschnittlich 4,5% Rendite erwirtschaften konnten. Ausschlaggebend für diese erheblichen Rendite-unterschiede zwischen britischen und deutschen Lebensversicherungen sind die vollkommen verschiedenen Versicherungssysteme, insbesondere was die Anteile an Aktienanlagen anbetrifft.

Das britische Versicherungssystem kann mittlerweile auf eine über 300jährige, die älteste in Deutschland agierende Versicherung auf eine über 180jährige Tradition, zurückblicken. Die über Jahrhunderte gewachsene Anlagenkompetenz in der Aktienbranche, die Freiheit in der Auswahl der Kapitalanlage und die gleichzeitige Sicherheit, durch die Forderung nach Finanzstärke der britischen Versicherungsunternehmen, bildet die Grundlage für die hohen Renditen britischer Versicherungsgesellschaften.

Historie der Britischen Lebensversicherung

Um das britische Versicherungssystem, das sich maßgeblich vom deutschen unterscheidet, verstehen zu können, ist ein Blick in die Vergangenheit der angelsächsischen Versicherungen zentral.

Im Jahre 1699 erblickte die erste britische Versicherung das Licht der Welt. Zum damaligen Zeitpunkt war an deutsche Lebensversicherer noch nicht zu denken; erst anno 1827 wurde die erste deutsche Lebensversicherung gegründet. Rund 130 Jahre Erfahrung im aktienorientierten Lebensversicherungsgeschäft unterscheidet folglich das britische und das deutsche Versicherungssystem. Diese Anlagekompetenz zeigt sich insbesondere darin, dass britische Lebensversicherungen durchweg eine wesentlich höhere Rendite für ihre Anleger erzielen als deutsche Versicherer.

Weiterhin haben nicht nur die Erfolge der Vergangenheit, sondern auch führende Versicherungswissenschaftler, wie Dr. Mark Ortmann, erkannt, dass die permanente finanzielle Stärke und die Erfahrung in der Anlagepolitik wegweisend sind. Bereits 1992 wurden Vorschläge zu einer EU-Richtlinie eingereicht, das britische Versicherungssystem auch in Deutschland einzuführen. Seit der Deregulierung des Europäischen Marktes bzw. der Öffnung des Binnenmarktes für Dienstleistungen im Jahr 1994, bieten britische Versicherungsunternehmen ihre Produkte auch auf dem deutschen Markt an.

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Anlagepolitik: das „with-profit“-Anlageprinzip

Das britische Versicherungssystem basiert darauf, wesentliche Teile des Deckungsstocks (der aus den Sparanteilen der Versicherungsbeiträge gebildet wird) in Aktien zu investieren. Weitere Anlagen finden in festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien etc. statt.

Das with-profit-Anlageprinzip basiert auf der Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Gewinnen. Grundlage für das reibungslose Funktionieren der „with-profit“-Anlage sind die hohen Kapitalreserven der Versicherungsgesellschaft, die nicht nur Sicherheit für den Anleger bieten, sondern die ausgesprochenen Garantieverpflichtungen erfüllbar machen.

Britische Versicherer unterliegen keinerlei Einschränkung in der Kapitalanlage. Um eine Aktieninvestition erfolgreich zu gestalten, ist vor allem Erfahrung notwendig. Mit dieser erfolgssichernden Erfahrung, dem so genannten Assetmanagement, können die britischen Versicherungsunternehmen durchweg aufwarten und die vergangenen Renditen beweisen, dass britische Versicherer, und insbesondere deren Kunden, nicht nur kurzfristig von steigenden Börsenkursen profitieren, sondern über lange Zeiträume hohe Renditen, durch aktienorientierte Anlagestrategien, erzielen.

Durch das speziell von britischen Versicherern entwickelte System des „Smoothing“ (Glättung) sind Kunden britischer Versicherer weit weniger abhängig von Kursschwankungen als Direktinvestoren in Aktien. Neben der Erfahrung in der Aktieninvestition und dem Smoothing-Prinzip, bietet die strenge und kundenfreundliche angelsächsische Finanzaufsichtsbehörde (Financial Service Authority (FSA) größtmögliche Sicherheit für alle Anleger. Nicht umsonst hat die EU das Aufsichtssystem der britischen Versicherungsindustrie bereits im Jahr 1992 als Modell zur Umstrukturierung der Versicherungssysteme innerhalb der EU vorgeschlagen.

Gewinnerzielung

Im Gegensatz zu deutschen Versicherungsgesellschaften erzielen britische Anbieter über Jahre hinweg höhere Renditen. Diese unterschiedlichen Gewinnerzielungsmöglichkeiten sind auf die Funktionsweise der beiden Systeme zurückzuführen. Insbesondere die Höhe der Anlageanteile in Aktien, die bei deutschen Versicherungsgesellschaften per Gesetz maximal 30 Prozent des Deckungsstocks betragen darf, unterscheidet die Systeme.

Weitere Ratgeber

Smoothing – der Glättungsprozess

In der „with-profit“-Anlagestrategie der britischen Versicherungsgesellschaften, ist das Prinzip des „Smoothing“, also der Glättungsprozess, von zentraler Bedeutung. Aufgrund der stärkeren Aktienorientierung sind britische Versicherer von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten abhängig. Um diese Kursschwankungen auszugleichen wird beim „Smoothing“ zu Börsenhochzeiten Kapital zurückgelegt, das in schlechteren Kurszeiten in die Policen der Versicherungsnehmer einfließt.

Garantien der Britischen Lebensversicherung

Die flexibel gestaltbaren Garantien (je nach Sicherheitsbedürfnis des Anlegers) britischer Versicherungsgesellschaften, die sich komplett von der Garantieverzinsung deutscher Versicherungsgesellschaften – von aktuell 2,25 Prozent – unterscheidet, schützen alle Anleger vor dem Verlustrisiko (garantierte Erlebensfallleistung).

Neben diesem Kapitalerhalt, wird in der Regel zusätzlich ein saftiger Schlussbonus am Ende der Laufzeit, je nach Marktsituation und Vertragsverlauf, eingeräumt. Weiterhin garantieren britische Versicherungsgesellschaften bei Pools mit deklariertem Wertzuwachs, zu Beginn einer Jahresperiode eine feste Jahresdividende, die nicht zurück genommen werden kann.

Britische Lebensversicherung: Sicherheit

Aufgrund der Sicherheit und Kontrolle durch die britische Aufsichtsbehörde – „Financial Services Authority“ (FSA) – ist das britische Versicherungssystem wegweisend für die gesamte Europäische Union. Die strenge, kundenfreundlich agierende FSA kontrolliert und überwacht seit 1986/88 die britischen Versicherungsgesellschaften und prüft diese gründlichst auf deren Bonität, lässt den Versicherungsgesellschaften aber freie Hand in der Wahl der Investitionsart.

Dieses qualitative Aufsichtssystem unterscheidet sich grundlegend von der deutschen Aufsichtsbehörde („Bundestanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“; BaFin), die generalisierend und quantitativ agiert, also per Gesetz den deutschen Versicherern Kapitalanlagebeschränkungen auferlegt.

Neben der Aufsichtsbehörde FSA, werden britische Versicherungsgesellschaften und ihre Produkte regelmäßig von unabhängigen Rating-Agenturen bewertet. Die unabhängigen Prüfer (wie beispielsweise Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch-Rating) prüfen die Finanzstärke der Gesellschaften, also die Stabilität und finanzielle Stärke, und sorgen durch den direkten Wettbewerbervergleich für Sicherheit.

Britische Lebensversicherungen unterliegen einem Insolvenzschutz. Dafür wurde von der FSA, der britischen Versicherungsaufsicht, im Jahr 1974 der sogenannte „Policyholder Protection Act“ beschlossen. Dieses Gesetz gilt jedoch zunächst lediglich für Versicherte mit Wohnsitz in Großbritannien.

Aufgrund des Einheitsrechts in der EU musste der Insolvenzschutz für die Versicherungsnehmer mit Wohnsitz außerhalb Großbritanniens angepasst werden. Der aktuelle Sicherungsfonds FCFS („Financial Services Compensation Scheme“) bietet im Insolvenzfall eines britischen Versicherers auch deutschen Kunden Schutz. Die ersten 2.000 britischen Pfund werden zu 100 Prozent gedeckt. Die darüber hinaus gehenden Werte werden zu 90 Prozent des es aktuellen marktkonformen Rückkaufswertes gedeckt.