Bevölkerungsentwicklung Deutschland

Abnahme der Bevölkerungszahl bis 2050

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland verläuft negativ. Seit 2002 nimt die Bevölkerungszahl im Bundesgebiet ab. Grund sind die rückläufigen Geburtenraten und die steigenden Sterbefälle. Statistiker erwarten bis 2050 einen Bevölkerungsrückgang in Deutschland auf 68 bis 74 Millionen Einwohner.

Die Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung umfassen alle Einwohner, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben. Dies bedeutet, dass auch alle gemeldeten Ausländer berücksichtigt werden. Derzeit leben 82 Millionen Menschen in Deutschland. Damit zählt die Bundesrepublik zu einem der am dichtesten besiedelten Länder der Erde. Im Schnitt leben 230 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Einflussfaktoren der Bevölkerungsentwicklung

Die Zahl der Einwohner hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Geburtenentwicklung,
  • Sterbefälle,
  • Wanderungssaldo.

Seit 1972 hat es in Deutschland in jedem Jahr mehr Sterbefälle als Geburten gegeben. Deutschland weist eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit auf. Im Schnitt werden lediglich 1,38 Kinder je Frau geboren. In den Jahren bis 2007 konnte der positive Wanderungssaldo - also die Differenz aus Zu- und Fortzügen - das Geburtendefizit ausgleichen. Seitdem sinkt die Bevölkerungszahl in Deutschland.

Die Geburtenziffer in Deutschland wird nach Meinung von Experten weiter auf dem niedrigen Niveau verharren. Aus diesem Grund wird die Bevölkerungsentwicklung zwangsläufig weiter negativ verlaufen. Denn weniger Neugeborene bringen künftig weiterhin weniger Kinder zur Welt.

Die Zahl der Sterbefälle wird in den nächsten Jahren über der Zahl der Geburten liegen. Das Geburtendefizit kann jedoch auch künftig nicht von der Nettowanderung aufgefangen werden. Trotz steigender Lebenserwartung wird die Zahl der Strebefälle weiter zunehmen, weil die geburtenstarken Jahrgänge in das Rentenalter hineinwachsen. Demzufolge wird die Bevölkerungszahl in Deutschland bis 2050 abnehmen.  

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Wie sieht die Bevölkerungspyramide im Jahr 2050 aus?

Deutschland wird älter: Im Jahr 2050 werden doppelt so viele ältere wie jüngere Menschen leben. Nur noch die Hälfte der Bevölkerung wird im Jahr 2050 im Erwerbsalter sein. Ein knappes Drittel der Bevölkerung wird 65 Jahre oder sein.

Auch die Zahl der Schulkinder und Kinder im Ausbildungsalter wird rasant abnehmen. Der Anteil der Menschen unter 20 Jahren wird von derzeit 20 Prozent auf circa 15 Prozent in 2050 sinken.

Die Erwerbsbevölkerung wird bis 2050 deutlich altern. Gerade die Bevölkerungsschicht zwischen 50 und 65 Jahren wird deutlich zunehmen. Somit wird die zukünftige Bevölkerung im Erwerbsalter stark von den ältern und erfahrenen Arbeitskräften gepäürgt sein.

Gleichzeitig wird die Zahl der alten Menschen in Deutschland, die über 80 Jahre alt sind, stark zulegen: Von derzeit knapp fünf Millionen Menschen auf 10 Millionen im Jahr 2050. Rund 40 Prozent der Über-65-jährigen wird dann mindestens 80 Jahre alt sein.  

Der demografische Wandel wird vor allem die sozialen Sicherungssysteme belasten, namentlich die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Stehen 100 Erwerbstätigen derzeit 32 Ältere und damit Rentner gegenüber, so wird dieser Quotient im Jahr 2050 bei 60 bis 64 Älteren liegen. Die gleiche Zahl von Erwerbstätigen muss also doppelt so viele Leistungsempfänger (Rentner) "versorgen".

Welche Annahmen liegen den Bevölkerungsprognosen zugrunde?

Um Vorhersagen über die Bevölkerungsentwicklung treffen zu können, müssen bestimmte Annahmen zugrunde gelegt werden. Die Geburtenrate wird auch in den nächsten Jahren auf einem niedrigen Niveau verharren. Die Statistiker gehen bei ihren Berechnungen stets von verschiedenen Szenarien aus. Die Geburtenrate in Deutschland wird dabei zwischen 1,2 und 1,6 Kindern je Frau liegen.

Die Lebenserwartung der Deutschen wird zunehmen. Dies betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Im Jahr 2050 liegt die Lebenserwartung für neugeborene  Männer bei 83,5 Jahren und damit 7,6 Jahre über der aktuellen Lebenserwartung. Für Frauen steigt dieser Wert von 81,5 auf 88,0 Jahre. Männer können also bei der Lebenserwartung die Frauen einholen, aber nicht gleichziehen.

Optmistischere Prognosen gehen sogar von einem Anstieg der Lebenserwartung von 9,5 Jahren für Männer und von 8,3 Jahren für Frauen bis zum Jahr 2050 aus. Wer dann 60 Jahre alt ist, hat noch eine Rest-Lebenserwartung von 27,2 (Männer) bzw. 30,9 Jahren (Frauen).

Hinsichtlich des Wanderungssaldos haben die Statistiker die Annahmen getroffe, dass es einen jährlichen Wanderungsüberschuss (Differenz aus Zu- und Fortzügen) von 100.000 oder 200.000 Personen gibt.

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