Betriebshaftpflichtversicherung

Betriebshaftpflichtversicherung - eine Notwendigkeit

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist ebenso wie die private Haftpflichtversicherung nur in wenigen Fällen gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem ist der Abschluss einer solchen Versicherung dringend zu empfehlen.

Grundlagen zur Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist eine spezielle Form der Gewerbeversicherung, die grundsätzlich von der sogenannten Berufshaftpflichtversicherung zu unterschieden ist. Ebenso wie bei der privaten Haftpflichtversicherung ist der Abschluss solcher Gewerbeversicherungen in der Regel nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ausnahmen davon gelten nur für wenige Branchen und Berufszweige. Als Beispiele hierfür sind die Ärzte oder die Rechtsanwälte zu nennen.

Obwohl die Betriebshaftpflichtversicherung keine Pflichtversicherung darstellt, ist der Abschluss einer solchen Versicherung für alle Unternehmen sowie die meisten Freiberufler dringend zu empfehlen. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Tatsache, dass die private Haftpflichtversicherung keine Schäden reguliert, die Dritten im Rahmen der beruflichen Tätigkeit des Schadensverursachers zugefügt wurden. Dies bedeutet also nichts anderes, als dass der Unternehmer beziehungsweise Freiberufler für seine selbst verursachten Schäden im Fall eines bestehenden Schadensersatzanspruches des Geschädigten selbst aufkommen muss. Das gleiche Prinzip gilt auch für Schäden, die durch einen im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter entstanden sind.

Gerade bei größeren Schäden kann dies dazu führen, dass der Unternehmer beziehungsweise Freiberufler den Schaden aus eigenen Mitteln nicht regulieren kann und deshalb sowohl die geschäftliche als auch private Insolvenz anmelden muss.

Versicherungsumfang bei einer Betriebshaftpflichtversicherung

Bei den gewerblichen Haftpflichtversicherungen sollte hinsichtlich des Versicherungsumfangs grundsätzlich zwischen der Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung unterschieden werden. Während nämlich die Betriebshaftpflichtversicherung dazu dient, schuldhaft verursachte Personen- oder Sachschäden zu regulieren, greift der Versicherungsschutz bei einer Berufshaftpflichtversicherung auch bei Vermögensschäden, denen keinen Sach- und Personenschaden vorausgegangen ist.

Bei einer Betriebshaftpflichtversicherung hingegen werden Vermögensschäden nur reguliert, wenn sie eine direkte Folge eines Personen- oder Sachschadens sind. Als ein typisches Beispiel für einen solchen Vermögensschaden ist der Verdienstausfall eines Geschädigten aufgrund eines Personenschadens zu nennen.

Für die meisten Unternehmer und Freiberufler reicht es vollkommen aus, wenn ihre betriebliche Haftpflichtversicherung ausschließlich die durch den Unternehmer oder seine Mitarbeiter verursachten Sach- und Personenschaden sowie die daraus resultierenden Vermögensschäden abdeckt. Ausnahmen hiervon gelten jedoch für bestimmte Branchen, bei denen es sogenannte berufsspezifische Haftungsverpflichtungen gibt und der Unternehmer beispielsweise für Vermögensschäden aufgrund einer falschen Berechnung beziehungsweise Beratung haften muss. Für solche Unternehmen empfiehlt sich zwingend der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung. Für einige Branche ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Da die rechtlichen Vorschriften hierzu jedoch in verschiedenen Quellen verankert sind, empfiehlt sich eine umfassende Beratung durch einen Versicherungsexperten oder einer berufsständischen Kammer.

Beiträge zur Betriebshaftpflichtversicherung

Im Gegensatz zu einer privaten Haftpflichtversicherung sind die Beiträge zu der Betriebshaftpflichtversicherung nicht nur von der Versicherungssumme, sondern von sehr vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Der Grund hierfür liegt in dem unterschiedlich hohen Risiko der einzelnen Unternehmen. So sind beispielsweise die Beiträge zu dieser Versicherung für Handwerksbetriebe zumeist höher als zum Beispiel für einen Bürodienstleister, da auf einer Baustelle wesentlich häufiger einem Dritten ein Schaden zugefügt wird als beispielsweise in einem Büro.

Allerdings hat nicht nur allein die Branche, sondern auch die Anzahl der beschäftigen Mitarbeiter einen großen Einfluss auf die Beitragshöhe bei einer Betriebshaftpflichtversicherung. Während ein einzelner Unternehmer für seine Betriebshaftpflicht zumeist nur wenige Hundert Euro im Jahr bezahlt, steigt der Beitrag bei Unternehmen mit vielen Beschäftigten um ein Vielfaches und kann mehrere Tausend Euro betragen.

Nicht immer sind Unternehmen bereit, solche hohen Beiträge zu bezahlen. In diesen Fällen besteht jedoch zum Teil die Möglichkeit, durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts die Versicherungsprämie zu reduzieren. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass es den Unternehmen möglich ist, die Kosten für den Versicherungsschutz zu minimieren und in größeren Schadensfällen trotzdem ausreichend abgesichert zu sein.

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