Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln

Warum der Anbieterwechsel sinnvoll sein kann

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt für jeden Beschäftigten zu den existenziellen Versicherungen. Die Tarifauswahl sollte den Bedürfnissen des Versicherten angepasst sein. Vor allem Altverträge weisen im Vergleich zu neuen Tarifen Leistungslücken auf. Daher kann es sinnvoll, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln. Worauf Sie beim Anbietervergleich achten müssen.

Warum Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln?

Kaum eine Personenversicherung ist hinsichtlich der Vertragsbedingungen so komplex wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Ob abstrakte Verweisung, Arztanordnungsklausel oder Weltgeltung - jeder Vertrag muss in allen Einzelheiten geprüft werden. Nur wenn das Kleingedruckte im Leistungsfall keinen Spielraum lässt, bietet der Vertrag einen ausreichenden Schutz. Daher ist es ratsam, bestehende BU-Verträge von Zeit zu Zeit von einem Experten überprüfen zu lassen. Wenn der aktuelle Vertrag bestimmte Punkte nicht enthält, kann der Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung erforderlich sein.

Dies gilt im Übrigen auch bei einem Berufswechsel. Doch die Aufnahme einer neuen Tätigkeit, kann sich das Risikoprofil in der BU-Versicherung ändern. Wer z.B. einen Universitätsabschluss nachholt, wird in aller Regel in die Berufsgruppe 1 eingestuft. Kaufmännische Angestellte gelangen hingegen lediglich in die Berufsgruppe 2. Da in einem bereits bestehenden Vertrag die Berufsgruppe nicht geändert wird, kann der Wechsel zu einem geringeren Beitrag führen. 

Schließlich überarbeiten die Unternehmen ihre Prämienkalkulation alle paar Jahre. Durch aktuelle Statistiken zu Leistungsfällen sowie neuesten Daten zu Kostenentwicklungen und Verzinsungen der Kapitalanlagen können die Beiträge für BU-Tarife gesenkt werden. In den letzten Jahren haben zahlreiche Versicherer aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks die Beiträge für Neukunden gesenkt. Wer durch einen Wechsel des Versicherers Beiträge sparen kann, sollte nicht zögern.

Worauf beim BU-Wechsel zu achten ist

Grundsätzlich sollte man vor dem Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung einige Punkte beachten. Zunächst sollte ein bestehender Vertrag niemals gekündigt werden, bevor nicht die Annahmebestätigung durch den neuen Versicherer erfolgt ist. Bei der BU-Versicherung handelt es sich um eine Personenversicherung, bei der eine Gesundheitsprüfung vorgenommen wird. Inzwischen aufgetretene Erkrankungen führen möglicherweise zu Zuschlägen oder gar Leistungsausschlüssen. Da auch das Alter ein wesentliches Kriterium für de Prämie darstellt, zahlen ältere Antragsteller einen höheren Beitrag. Der Anbieterwechsel könnte also im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich die BU-Absicherung verteuert und eine geringere Absicherung bietet.

Die Versicherungsbedingungen sind das A und O der Arbeitskraftabsicherung. Besonders wichtig ist daher, das Kleingedruckte der Verträge zu vergleichen. Einer der bedeutendsten Punkte ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Wenn der Vertrag diesen Passus enthält, gehen Sie sicher, bei 50%-iger Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente zu beziehen. Vor allem Verträge, die vor 2002 abgeschlossen wurden, enthalten diese Klausel meist nicht. Für Betroffene ist es daher ratsam, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln, selbst wenn der Beitrag höher ausfallen sollte.

Beim Tarifvergleich können auch die Versicherungsdaten überprüft werden. Dazu zählt beispielsweise die Versicherungsdauer, also der Zeitraum, bis zu dem die vereinbarte BU-Rente maximal gezahlt wird. Grundsätzlich sollte die BU-Rentenzahlung enden, wenn die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung einsetzen. Für die Jahrgänge ab 1964 ist dies das 67. Lebensjahr. Endet der Versicherungsschutz jedoch bereits mit dem 60. Lebensjahr, sollte man einen Tarifwechsel in Erwägung ziehen. Andernfalls droht eine Versorgungslücke.

Tipps zum BU-Versicherungswechsel

In einem ersten Schritt bietet sich ein aktueller Beitragsvergleich sowie die Überprüfung des bestehenden Vertrages an. Stellt sich heraus, dass es günstigere und/oder leistungsstärkere Tarife gibt, bietet sich ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung an. Wichtig dabei ist, den derzeit ausgeübten Beruf, das aktuelle Alter sowie die gewünschte Versicherungshöhe und -dauer zu berücksichtigen. Vor allem bei einem höheren Absicherungsbedarf aufgrund neu hinzugekommener Risiken (z.B. Familie, Baufinanzierung) sollte der BU-Schutz angepasst werden. 

Stellt sich heraus, dass der Anbieterwechsel sinnvoll ist, sollten zunächst anonyme Vorantragen an verschiedene Versicherer geschickt werden. Durch die Vorprüfung können Sie sehen, zu welchen Konditionen der Wechsel möglich ist und ob Einschränkungen drohen. Wer direkt einen Antrag stellt und abgelehnt wird, wird in der sogenannten Hinweis- und Informationsdatei (HIS) vermerkt. Jeder Versicherer hat Zugriff auf diese Daten und wird bei einem negativen Eintrag mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihren Antrag ablehnen.

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