Rürup-Rente mit BU-Zusatzversicherung kombinieren

Kombiversicherung als Steuersparmodell

Der Gesetzgeber ermöglicht die steuerliche Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) mit der Rürup-Rente. Die BU-Absicherung darf jedoch nur als Zusatzbestandteil zur privaten Altersvorsorge erfolgen. Mit dem Ratgeber erfahren Sie, wie sich bei der Arbeitskraftabsicherung Steuern sparen lassen.

Wie sinnvoll ist die Kombination aus BU-Versicherung und Rürup-Rente?

Die steuerliche Behandlung von Berufsunfähigkeitsversicherungen ist relativ komplex. Grundsätzlich können die Beiträge für einen privaten BU-Vertrag steuerlich als Sonderausgaben für sonstige Vorsorgeaufwendungen (§10 Abs. 1 Nr. 3a EStG) abgesetzt werden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung unter 1.900 Euro für Angestellte und 2.800 Euro für Selbständige liegen. In der Regel wird dieser Höchstbetrag durch die Krankenkassenbeiträge bereits aufgebraucht. Daher sind die Beitragszahlungen für eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich nicht wirksam und müssen aus dem Netto bestritten werden. Für Selbständige können sich im Rahmen der Günstigerprüfung höhere Abzugsbeträge ergeben.

Bei der Kombination aus Berufsunfähigkeitsversicherung und Rürup-Rente ist die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge hingegen gegeben. Dazu muss die BU als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) abgeschlossen werden. Als Anhängselprodukte an die staatliche geförderte Rürup-Rente lassen sich die Beiträge für die BUZ als Sonderausgaben deklarieren. Der steuerlich absetzbare Betrag steigt jedes Jahr in 2%-Schritten an. Für das Jahr 2012 können 74 Prozent der in die Rürup-Rente mit BUZ gezahlten Beiträge steuermindernd angesetzt werden. Im Jahr 2025 erkennt das Finanzamt die Beiträge zu 100 Prozent als Sonderausgabe an. Maximal können Alleinstehende 20.000 Euro pro Jahr in den Kombivertrag einzahlen, für Ehepaare sind 40.000 Euro vorgesehen. 

Arbeitnehmer müssen von dem gesetzlichen Höchstbetrag noch die steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse zur gesetzlichen Rentenversicherung abziehen. Bei Freiberuflern mindern die Zahlungen an das Versorgungswerk den steuerlich abzugsfähigen Betrag. Für Beamte erfolgt eine fiktive Kürzung um den entsprechenden Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenkasse.

Beispiel: Wer im Jahr 2012 1.200 Euro für die Rürup-Rente in Kombination mit der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgibt, kann davon 888 Euro als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben.

Rürup-Rente mit BUZ: Die Voraussetzungen für das Finanzamt

Eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung wird nur zu einem begrenzten Höchstbetrag steuerlich anerkennt. Anders sieht es da bei den Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen als Teil der Rürup-Rente aus. Da der Staat die private Vorsorge fördern möchte, sind die Höchstabzugsbeträge deutlich umfangreicher. Allerdings müssen die steuerlich subventionierten Produkte eine Reihe von Kriterien erfüllen, um vom Finanzamt anerkannt zu werden. Grundsätzlich darf der Anteil der BU-Versicherung nicht mehr als 50 Prozent des Gesamtbeitrages ausmachen. Wenn also der monatliche Beitrag bei 100 Euro liegt, darf der BU-Schutz maximal einen Anteil von 50 Euro ausmachen. Problematisch ist diese Regelung, wenn bei Antragstellung ein Beitrag vereinbart wird, der dieses Verhältnis exakt widerspiegelt. Sinken die Überschussanteile des Versicherers, muss die Berufsunfähigkeitsprämie angehoben werden. Dadurch kann sich der Gesamtbeitrag für den Rürup-Vertrag deutlich erhöhen. Von daher ist es sinnvoll, den BU-Anteil etwas geringer als bei der 50 Prozent-Grenze anzusetzen.

Private Rentenversicherungen Vergleich anfordern

Produkte zur Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rürup-Rente

Grundsätzlich werden bei der Rürup-Rente folgende Produktvarianten angeboten:

  • Klassische Rentenversicherung,
  • Fondsgebundene Rentenversicherung,
  • Fondssparplan.

Wer in den Rürup-Vertrag eine Berufsunfähigkeitsversicherung einschließen möchte, kann nur die ersten beiden Varianten wählen, weil zur Absicherung des Risikos ein Versicherungsträger erforderlich ist. Bei der fondsgebundenen Variante können Sparer im Unterschied zur Riester-Rente auch Verluste machen, da eine Kapitalgarantie auf die eingezahlten Beiträge nicht vorgesehen ist. 

Mit dem Kombinationsprodukt aus Rürup-Rente und BU-Versicherung besteht (fast) die einzige Möglichkeit, die Berufsunfähigkeit steuerlich gefördert abzuschließen. Die Vorteile liegen in den hohen Abzugsbeträgen und den hohen Steuervorteilen. Ebenso bleibt das angesparte Kapital bei längerer Arbeitslosigkeit vor dem Zugriff der Sozialbehörden oder bei Pfändung geschützt. Die monatlichen Sparraten sind grundsätzlich flexibel. Als Nachteil gilt indes, dass eine Kündigung des Rürup-Vertrags und damit eine Auszahlung des Rückkaufswertes ausgeschlossen ist. Wenn die Beitragszahlung für den Rürup-Vertrag gestoppt werden soll, erlischt damit automatisch auch der Berufsunfähigkeitsschutz. 

Zudem sollten Sparer beachten, dass die Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall höher (ab 2040: voll) versteuert werden muss. Um ein ausreichendes Versorgungsniveau bei Arbeitsunfähigkeit zu erhalten, muss die versicherte BU-Rente in einem Rürup-Vertrag grundsätzlich höher ausfallen als in der selbständigen BU-Versicherung.