Gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente

Staatliche Leistungen und aktuelle Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente gibt es seit 2001 nicht mehr. Nur mit einer privaten Absicherung kann der Lebensstandard im Fall der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit abgesichert werden. Allerdings sind bei dieser privaten Rente auch viele Fallen versteckt, sodass auf alle Klauseln geachtet werden sollte.

Wer bekommt Berufsunfähigkeitsrente?

Der deutsche Gesetzgeber kennt keine Berufsunfähigkeitsrente mehr. Ausnahmen hiervon gelten nur für Personen, die vor dem Jahr 1962 geboren sind. Für diese sieht die Rentenkasse noch einen Berufsschutz bei vergleichsweise geringen Leistungen vor.

Bei den Versicherten mit einem Geburtsjahr ab 1962 erstreckt sich der Versicherungsschutz ausschließlich auf die Erwerbsfähigkeit. Diese liegt laut deutscher Rechtsprechung grundsätzlich vollständig vor, wenn der Versicherte in der Lage ist, mindestens noch 6 Stunden am Tag am Arbeitsleben teilzunehmen. Dabei ist es irrelevant, um welche Aufgabe es sich handelt. Ein Berufsschutz ist hier aber grundsätzlich nicht vorgesehen. Selbst einer Person im Rollstuhl kann unterstellt werden, dass sie noch aktiv am Arbeitsleben teilnehmen kann.

Grundsätzlich wäre in einem solchen Fall ein Einsatz in einem anderen Arbeitsfeld zwar in der Regel mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden, das ist aber das persönliche Risiko eines jeden Versicherten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, zusätzlich zur gesetzlichen Absicherung eine private Vorsorge zu treffen. Hierfür eignet sich beispielsweise eine private Berufsunfähigkeitsrente.

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Höhe der gesetzlichen BU-Rente

Die gesetzliche Rentenkasse zahlt für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, die staatliche BU-Rente (§ 240 Absatz 2 SGB VI). Dies erfolgt allerdings unter der geänderten Bezeichnung „Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung“. Die Höhe dieser Zeitrente beträgt 50 Prozent der vollen Erwerbsminderungsrente.

Die tatsächliche Rentenhöhe hängt von den zuvor gezahlten Beiträgen in die gesetzliche Rentenkasse ab. Grundsätzlich beträgt die gesetzliche BU-Rente ca. 17 Prozent des bisherigen Bruttogehalts. Allerdings muss die Rentenleistung versteuert werden und für BU-Fälle vor dem 65. Lebensjahr vermindert ein Rentenabschlag die Rentenhöhe.

Rechenbeispiel zur gesetzlichen BU-Rente

Wenn Sie ein Bruttoeinkommen von 3.000 EUR im Monat erzielen, können Sie mit ca. 30 Prozent des letzten Bruttogehalts rechnen, wenn Sie vor dem 02.01.1961 geboren sind und noch drei Stunden am Tag arbeiten können. Das sind dann 900 EUR brutto.

Für Personen, die nach dem 02.01.1961 entfällt der sogenannte Berufsschutz. Hier prüft der gesetzliche Rententräger, ob Sie irgendeine andere Tätigkeit noch mindestens drei Stunden am Tag ausüben könnten. Ein dort erzielbares fiktives Einkommen wird von den gesetzlichen Rentenleistungen abgezogen. Denn der gesetzlichen Rentenversicherung ist es egal, ob Sie die anderweitige Tätigkeit tatsächliche ausüben oder nicht. Im Schnitt liegen Sie daher bei 15 bis 17,5 Prozent des letzten Bruttogehalts, also im obigen Beispiel bei 450 EUR bis 525 EUR. Ohne eigene private Vorsorge droht eine existenzielle finanzielle Lücke.

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Private Berufsunfähigkeitsrente

Die Reformen bei der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2001 führten dazu, dass die private Absicherung der Berufsunfähigkeit mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Aus diesem Grund gestalten die privaten Versicherungsgesellschaften zunehmend Angebote, die eine private Absicherung der Berufsunfähigkeit enthalten. Neben reinen Risikoversicherungen werden dabei auch verschiedene Kombinationen angeboten.

So gibt es zum Beispiel viele Verträge, die neben der Absicherung der Berufsunfähigkeit auch einen Vermögensaufbau für das Alter enthalten. In der Regel sehen diese Verträge im Fall des Eintritts der Berufsunfähigkeit eine Befreiung von den Beiträgen vor. Konkret bedeutet dies also, dass der Versicherte seine Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt bekommt und die Versicherungsgesellschaft die Versicherungsprämien für den Vermögensaufbau übernimmt. Auf den ersten Blick überzeugt dieses Konzept.

Es bringt jedoch auch einen wesentlichen Nachteil, da im Fall der Auflösung der Kapital- beziehungsweise der Rentenversicherung auch der Berufsunfähigkeitsschutz nicht mehr besteht. Der Versicherte muss, falls er sein angelegtes Kapital benötigt, eine neue Versicherung für die Berufsunfähigkeitsrente abschließen. Aufgrund des gestiegenen Alters sind dann aber die Konditionen schlechter. Die Prämien können sich zum Teil sogar verdoppeln. Zudem ist zu beachten, dass unter Umständen inzwischen eingetreten Erkrankungen bei einem Neuvertrag ausgeschlossen werden, sodass sich der Versicherungsschutz minimieren kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung Angebot

Eine kritische Betrachtung der privaten Berufsunfähigkeitsrente

Grundsätzlich ist eine Absicherung durch eine private Berufsunfähigkeitsrente sehr sinnvoll. Allerdings sollte der Abschluss eines Kombivertrags genau überdacht werden. Oftmals ist eine reine Risikoversicherung für die Absicherung der Berufsunfähigkeit die bessere Wahl.

Neben diesem Faktor sind bei dem Vergleich der verschiedenen Angebote auch die Klauseln der einzelnen Versicherungsgesellschaften zu beachten. So ist es zum Beispiel wichtig, bei der Auswahl der Versicherungsgesellschaft darauf zu achten, dass sich der Versicherungsschutz nicht nur auf das Berufsbild, sondern auch auf den eigenen Arbeitsplatz bezieht. Ein ab dem Rumpf querschnittsgelähmter Programmierer könnte unter Umständen nämlich noch seiner Tätigkeit nachgehen, oftmals ist jedoch der Arbeitsplatz nicht rollstuhlgerecht gestaltet. Einige Versicherungsgesellschaften würden sich in diesem Fall auf die Verweisbarkeit auf einen anderen Arbeitsplatz beziehungsweise Betrieb beziehen und deshalb keine Leistungen erbringen.

Um dies zu verhindern, sollte der Versicherte sich bereits vor Abschluss eines Vertrages ausführlich über die einzelnen Regelungen informieren. Zudem ist es aber auch sinnvoll, genau solche Risiken zusätzlich durch eine private Unfallversicherung abzusichern. Neben der reinen Unfallversicherung bietet sich hierfür zum Beispiel auch eine private Unfallrente, die ab einer Invalidität von 50 Grad zahlt, an.