Berufshaftpflichtversicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung im Überblick

Vielen Gewerbetreibenden aber auch Freiberuflern fällt es schwer, zwischen einer Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung zu unterscheiden. Aus diesem Grund möchten wir Sir über die wesentlichen Unterschiede informieren.

Vergleich der Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung

Im Bereich des Versicherungswesens wird zwischen einer Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung unterschieden. Beide dieser Versicherung dienen der Absicherung eines Freiberuflers beziehungsweise Unternehmers für den Fall, dass er einen Dritten einen Schaden zufügt. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Versicherungen liegt jedoch darin, welche Schadensarten und welche Schadensursachen versichert sind.

Bei den Schadensursachen ist vor allem zwischen einer fehlerhaften Arbeitsausführung sowie einer falschen Beratung zu unterscheiden. Während beispielsweise bei Handwerkern viele Schäden während der eigentlichen Leistungserbringung erfolgen, als ein Beispiel ist der Sturz eines Passanten aufgrund von herumliegenden Gegenständen zu nennen, entstehen die Schäden bei anderen Berufen zumeist bei der Planung beziehungsweise Beratung, bei denen eine falsche Entscheidung zu einem hohen Folgeschaden führt.

Dieser Folgeschaden wird zumeist als Vermögensschaden bezeichnet und ist in der Regel nicht vollständig durch eine Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt, da bei dieser Versicherung nur die Schäden versichert sind, die einen Sach- oder Personenschaden bewirkten oder direkt daraus resultieren. So ist beispielsweise bei einem eingestürzten Geschäftshaus der entgangene Gewinn durch eine Betriebshaftpflicht nur dann versichert, wenn der Handwerker bei der Ausführung seiner Arbeit einen Fehler gemacht. Der Versicherungsschutz besteht jedoch nicht, wenn der Architekt sich bei der Planung verrechnet hat, da hier nur eine Berufshaftpflichtversicherung greift.

Die Pflicht zur Berufshaftpflichtversicherung

Da eine falsche Planung, Beratung, Behandlung oder ein menschlicher Fehler auch ohne vorausgehendem Sach- oder Personenschaden zu einem erblichen Vermögensschaden führen kann, ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung in vielen Branchen sinnvoll. Da diese Einsicht seitens der Unternehmer beziehungsweise Freiberufler nicht immer besteht, hat der Gesetzgeber für verschiedene Berufe den Abschluss einer solchen Versicherung zwingend vorgeschrieben. Als Beispiele hierfür sind unter anderem Freiberufler und Gewerbetreibende mit folgendem Berufsbild zu nennen:

  • Anwälte,
  • Steuerberater,
  • Wirtschaftsprüfer,
  • Notare,
  • Architekten,
  • Ingenieure,
  • Sachverständige,
  • Ärzte,
  • Apotheker,
  • Versicherungsmakler.

Bei dieser Aufzählung gilt jedoch zu beachten, dass sie nicht vollständig ist. Ein Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die Gesetzesgrundlagen für die Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung in den verschiedenen Gesetzen und Verordnungen zu finden sind. Aus diesem Grund sollte jeder Freiberufler und Gewerbetreibende überprüfen, ob für ihn eine generelle Versicherungspflicht besteht. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der Einschluss einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung trotzdem sinnvoll sein, da zum Beispiel nur durch den Einschluss einer solchen Versicherung auch ein Versicherungsschutz im Fall eines Rechen- und Tippfehlers besteht.

Auswahl einer Berufshaftpflichtversicherung

Da die individuellen Risiken einer Fehlentscheidung oder Falschberatung und die daraus resultierenden Auswirkungen je nach Berufsbild zum Teil sehr stark variieren können, bieten die meisten Versicherungsgesellschaften ihren Versicherungsnehmern branchenspezifische Lösungen an. Eine Besonderheit dabei ist es, dass die Versicherungssumme bei der Berufshaftpflichtversicherung je nach Branche unterschiedlich hoch gewählt werden kann. Da eine Erhöhung der Deckungssumme jedoch in der Regel nur zu einer geringen Anhebung des Versicherungsbeitrags führt, empfiehlt es sich grundsätzlich, die Versicherungssumme nicht zu niedrig zu wählen. Gerade bei Architekten kann eine falsch berechnete Statik dazu führen, dass ein gesamter Gebäudekomplex nicht tragfähig ist und abgerissen werden muss. Da eine solche Falschbrechung oft einen Schaden in einer Höhe von mehreren Millionen Euro verursachen kann, ist eine Unterversicherung dringend zu vermeiden.

Vielmehr kann es hier anstelle der Minderung der Deckungssumme sinnvoll sein, für die Reduzierung des Versicherungsbeitrages Angebote von verschiedenen Versicherern zu vergleichen. Dabei sollte ein besonderes Augenmerk auch auf die geltenden Ausschlüsse liegen. In diesem Zusammenhang ist unter anderem auf den Ausschluss der groben Fahrlässigkeit zu verweisen, der möglichst nicht vereinbart werden sollte.

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