Was tun bei einer Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung?

Aktuelle Übersicht zu den PKV-Anpassungen zum 1.1.2017

Zum Jahreswechsel kommt es zu „untypischen Beitragserhöhungen“ bei den privaten Krankenversicherern. Dies meldete der PKV-Verband bereits im Oktober. Nun stehen die Anpassungen kurz bevor und einige Tarife müssen tatsächlich um bis zu 20 Prozent und mehr angehoben werden. Aktuell haben AXA, INTER und die Continentale Krankenversicherung bereits die Zahlen vorgelegt.

Nachfolgend erhalten Sie einen aktuellen Überblick sowie Hintergundinformationen zur Beitragsanpassung zum 1. Januar 2017. Die Branche der privaten Krankenversicherer "leidet" ebenso wie die Lebensversicherer unter den dauerhaft niedrigen Redniten am Kapitalmarkt. Dies sowie deutlich gestiegene Leistungsausgaben verteuern die Prämien für einige Tarife massiv.

Liste der PKV-Anbieter: Hier wird es ab Januar teurer

Bereits vor ein paar Woche meldete die "Stuttgarter Zeitung", dass rund 6 Millionen Privatversicherte mit Beitragssteigerungen von bis zu 12 Prozent zum 1.1.2017 rechnen müssen. Schuld ist die lang anhaltende Niedrigzinsphase, wodurch die Versicherer deutlich höhere Beiträge für die Altersrückstellungen bilden müssen. Privatversicherte müssen sich im Einzelfall auf deutliche Steigerungen von bis zu 30 Prozent einstellen.

Die Anpassungen werden getrennt für die alten Bisex- und die seit Dezember 2012 geltenden Unisex-Tarife veröffentlicht. Generell zeigt sich, dass die Unisex-Tarife weniger von Anpassungen betroffen sind. Hier kommt es teilweise sogar zu Beitragssenkungen. Dies hängt mit einer vorsichtigeren Beitragskalkulation zusammen. In den alten Bisex-Tarifen, in denen die meisten Privatversicherten versichert sind, kann es jedoch zu heftigen Ausschlägen von bis zu 50% kommen. Nachfolgend eine Übersicht der aktuell gemeldeten Beitragserhöhungen. Die Prozentsätze beziehen sich stets auf die Neugeschäftsbeiträge. Für Bestandskunden fällt die Erhöhung im Regelfall geringer aus.

Allianz PKV

Bei der Allianz geht es für Neukunden in den betroffenen Tarifen zum Jahreswechsel um 4,91% im Schnitt nach oben. Folgende Tarife werden angepasst:

  • AktiMed Best 90 U (AMB90U): +3 bis +7%
  • AktiMed Plus 90 U (AMP90U): +4 bis +7%
  • AktiMed Plus 90 PU (AMP90PU): +4 bis +7%
  • AktiMed Plus 70 PU (AMP70PU): +4 bis +6%
  • AktiMed 90 PU (AM90PU): +3 bis +4%

 

Alte Oldenburger

Die Alte Oldenburger muss vereinzelt ihre Bausteintarife anpassen. Zwar kann es sein, dass ein Baustein im zweistelligen Prozentbereich teurer wird. Bezogen auf den Gesamtbeitrag liegt die Anpassung bei moderaten 2 bis 4%. Für folgende Tarife gelten zum 1. Januar neue Beiträge:

  • A90/100, A80/100, A112
  • K30, K/S
  • Z100/80, Z80/60

ARAG

Bei der ARAG Krankenversicherung gelten für bestimmte Tarife Beitragsgarantien, während einige Bausteintarife teurer werden. Für Erwachsene werden in der Unisex-Welt die ambulanten Tarife 200 und 209 zwischen 9 bis 15% nach oben angepasst.

AXA Krankenversicherung

  • Bisex-Tarifwelt: Beim Tarif Vital 750 für Männer geht es um bis zu 19% (oder 100 Euro) rauf. Im letzten Jahr verteuerte sich der Vital 250 deutlich. Viele Kunden, die daraufhin aus Kostengründen in den Vital 750 gewechselt sind, erhalten nun zum zweiten Mal in Folge eine massive Erhöhung.  
  • Der EL Bonus und der EL-Bonus-N für Männer sind ebenfalls von einer stärkeren Anpassung betroffen. Hier müssen Kunden ab dem 1.1. bis zu 21% oder 75 Euro mehr zahlen.
  • Höhere Anpassungssätze gibt es zudem beim EL400 für Männer und Frauen sowie im ECORA1300 für Männer.
  • Eine Beitragsgarantie gilt für die meisten Tarife der Unisex-Welt bis zum 1.1.2018. Hier wird lediglich der VITAL 900-U für Kinder und Jugendliche um 23% angepasst.

AXA Online abschließen

Barmenia

Die Barmenia erhöht für die Hauptverkaufstarife für Angestellte, Selbstständige und Mediziner die Prämien. Während es für Angestellte und Selbstständige im Schnitt um 4,97% nach oben geht, müssen Ärzte im Schnitt 10,34% mehr zahlen. Folgende Tarife werden angepasst:

  • einsAexpert3: +6 bis +10%
  • einsAprima 1: +5 bis +7%
  • einsAprima 2:  +3 bis +6%
  • einsAprima 3: +1 bis +4%
  • einsAprima 2+: +6 bis +10%

Ärztetarife

  • VHV2A+: +5 bis +8%
  • VHV2C+: +6 bis +9%
  • VHV2D+: +7 bis +10%
  • VHV2E+: +8 bis +13%
  • VHV3A+: +10 bis +11%
  • VHV3C+: +11 bis +13%
  • VHV3D+: +12 bis +15%
  • VHV3E+: +15 bis +19%
  • VZK1A+: +3 bis +9%
  • VZK1C+: +3 bis +10%
  • VZK1D+: +3 bis +10%
  • VZK1E+: +3 bis +10%
  • VZK2A+: +9 bis +17%
  • VZK2C+: +10 bis +18%
  • VZK2D+: +10 bis +19%
  • VZK2E+: +11 bis +20%

-> Hier geht´s zum kostenlosen Anbietervergleich

Bayerische Beamtenkrankenkasse (BBKK)

  • CompactPRIVAT - START 250 A: +1 bis +9%
  • CompactPRIVAT - START 250 B: -3 bis +5%
  • CompactPRIVAT - START 900 A: +4 bis +14%
  • CompactPRIVAT - START 900 B: +2 bis +12%
  • CpmpactPRIVAT/S: +7 bis +9%

 

Central Krankenversicherung

Nachdem es bei der Central Krankenversicherung in einigen Tarifreihen in den letzten Jahren zu überdurchschnittlichen Anpassungen kam, sind zum Jahreswechsel nur einzelnen Tariflinien betroffen. Allerdings können die Erhöhungen teilweise recht hoch ausfallen, weil die zeitlich befristete Gutschrift wegfällt. Auch die Erhöhung der Selbstbeteiligung führt zu einer indirekten Verteuerung. Folgende Tarife sind von Prämienerhöhungen betrofen:

  • KEH
  • CV3H
  • CVP500
  • KN und EKN
  • KNA und EKNA
  • comfort und die Vario-Tarife (z.B.: V333S2, V222S2, V211S2, V333S2P)

In manchen Tarifen verringert sich der Zahlbeitrag ab 1. Januar 2014 durch eine Gutschrift. Achtung: Diese Gutschrift ist voraussichtlich auf ein Jahr befristet. Nicht alle Tarife werden mit dieser Gutschrift subventioniert.

-> Hier geht´s zum Online-Tarifvergleich

Continentale

In den Kompakttarifen für Neukunden (Unisex-Tarife) geht es mit den Prämien deutlich aufwärts. Auch Bestandsversicherte in Alttarifen (Abschluss vor 2012) müssen massive Anpassungen hinnehmen.

Tarife für Angestellte, Freiberufler und Selbständige und Mediziner:

  • COMFORT-U: +9 bis +14%,
  • ECONOMY-U: +22 bis +25% 
  • BUSINESS: +3 bis +12%
  • COMFORT-MED: +7 bis +8%

Alttarife (für Neugeschäft geschlossen):

  • CB: +21%
  • SB 800, SIV/2: +20%

-> Hier geht´s zum Online-Tarifvergleich

Debeka

Stabile Beiträge bei der Debeka

Bei der nach Zahl der Versicherten größten privaten Krankenversicherung gibt es auch 2016 stabile Beiträge Im Durchschnitt liegt die Prämienerhöhung bei lediglich 0,07 Prozent. Von den 2,3 Millionen Versicherten sind 169.000 Personen von einer Erhöhung betroffen. Vor allem bei Kindern und Personen in Ausbildung müssen die Tarife erhöht werden. Bei rund 500.000 Versicherten verringern sich die Beiträge sogar leicht.

Deutscher Ring

Unisex-Tarife

  • Esprit M: +3%

DKV Deutsche Krankenversicherung

BestMed Komfort BM4/1: bis +10%

 

Gothaer

Beitragsänderungen der Unisex-Tarife

Vor allem die Tarife mit einer Beitragsgarantie bis Jahresende müssen zum 1.1.2015 deutlich erhöht werden:

  • BE / Kinder, Jugendliche: über 15%
  • BS 15 - BS 50 / Kinder: +51 bis 10%
  • BSR 15 - BSR 50 / Kinder, Jugendliche: +10,1 -  über 15%
  • BWR 15 - BWR 50 / Jugendliche: +5,1 - 10%
  • MAX 1 / Kinder, Jugendliche: +10,1 - 15%
  • MAX 2 / Kinder, Jugendliche: +0,1 - 15%
  • MAX 2 / Erwachsene: +5,1 -10%
  • MediComfort / Kinder, Jugendliche: +5,1 - über 15%
  • MediVita 250 und 500 / Erwachsene: +5,1 - 10%
  • MediVita Z 90 / Erwachsene: +5,1 - 10% (Altersgruppe 30-45)
  • P3 / Kinder: +5,1 - 10%

Für langjährig Versicherte erfolgt bei der Gothaer eine Begrenzung der Beitragsanpassung. So erhalten Versicherte, die das 78. Lebensjahr vollendet haben und in einem seniorenbonusberechtigten Tarif versichert sind (mindestens 10 Jahre), ab 1. Januar 2015 einen Seniorenbonus. Zusätzlich gibt es für bestimmte Tarife noch einen Tarifbonus zur Beitragsermäßigung.

Hallesche

Wie bereits im Vorjahr ist der Anpassungsdruck bei der Hallesche äußerst gering. In den Tarifstufen zur Vollversicherung kommt es in der Unisex-Tarifwelt für Erwachsene sogar teilweise zu Beitragssenkungen. In den Genuss von geringeren Beiträgen kommen auch die Bestandskunden.

In der Bisex-Tarifwelt finden sowohl Erhöhungen (bis max. 5%) als auch Senkungen statt. Im Tarif NK ändert sich für 28% der Versicherten nichts. 42% der NK-Versicherten müssen mit Aufschlägen bis 30 Euro rechnen. Für fast ein Drittel verteuert sich der Tarif bis 50 Euro. Im Tarif KS müssen 38% der Versicherten bis 20 Euro mehr zahlen und für 27% wird es um bis zu 40 Euro teurer. In der Tarifreihe PRIMO hingegen erhalten 62% der Versicherten keine Beitragsänderung und für ein Viertel wird es sogar günstiger. Lediglich jeder siebte muss zwischen 20 bis 30 Euro mehr zahlen.

Prozentuale Beitragsänderungen im Neugeschäft (Unisex-Tarife):

  • KS.2: +3 bis +4%
  • KS.3: -4 bis -7% (Beitragssenkung)
  • NK.2: +4 bis +5%
  • NK.3: +7 bis +10% bei Kindern und Jugendlichen
  • NK.4: +8%
  • NK.Bonus: +4 bis +5%
  • PRIMO.SB 2 Z: -8%
  • PRIMO.SB 2 Z plus: -8%

-> Hier geht´s zum Online-Tarifvergleich

HanseMerkur

Bei den Unisex-Tarifen wird nur der stationäre Baustein für das Mehrbettzimmer, Tarif PS3, angepasst. Hier zahlen Frauen und Männer ab 2016 zwischen 7 bis 8 Prozent mehr. Ansonsten gibt es bei den Bisex-Tarifen höhere Ausschläge:

  • KV3 (KV Fit) + PS1: ca. +20% (bis zu +30 Euro/Monat)
  • KVE3 (Start Fit): ca. +12% (bis zu 26 Euro/Monat)

 

Inter

Neugeschäft (Unisex-Tarife)

Angestellte, Selbstständige und Freiberufler

Im Durchschnitt werden die Tarife der QualiMed-Reihe um ca. 3,77 Prozent heraufgesetzt. Allerdings gibt es je nach Altersstufe deutliche Unterschiede. So werden z.B. die Tarife QualiMed Basis 1200 U und QualiMed Basis 300 U für Erwachsene bis zu 20 Prozent angehoben.

  • QualiMed Basis 1200 U: +7 bis +13%
  • QualiMed Basis 300 U: +16 bis +19%
  • QualiMed Exklusiv 1200 U: +4 bis +7%
  • QualiMed Premium 1200 U: +4 bis +5%

Human- und Zahnmediziner

  • JA S20 U: +12 bis +13%
  • ZAK 2 U: +1%

-> Hier geht´s zum Online-Tarifrechner

LKH Landeskrankenhilfe

Zum Jahreswechsel erfolgt bei der LKH lediglich eine moderate Prämienerhöhung. Ein Großteil der Tarife bleibt wie bereits in den Vorjahren stabil. Höhere Anpassungen werden durch finanzielle Reserven abgemildertwovon vor allem ältere Versicherte profitieren. Der einjährige Nachlass wird fortgeführt. Folgende Tarife sind von einer Erhöhung betroffen:

Bisex-Tarife

  • Männer: 100, 103, A101(A), A121(A), Kompakttarif P2
  • Frauen: 101, 121, A101(A), A121(A), 250-280, 300
  • Kinder / Jugendliche: 101, 121, A101(A), A121(A), Zahntarife, 201, 300, P, P4, PP4, P2, G3

LVM

In den Unisex-Tarifen bleiben die Prämien überwiegend konstant oder sinken sogar leicht. Im Schnitt über alle Versicherten geht hier das Prämienvolumen um 0,93 Prozent zurück. Einzig in den Zahntarifen Z100/50, Z100/80 und Z75/50 kommt es mehrheitlich zu Anpassungen. Der Ambulanttarif A 1750 verteuert sich um 1 Prozent.

Münchener Verein

1. Unisex-Tarife

Deutlich teurer wird es vor allem in den Tarife der Jugendlichen. Aber auch bei Erwschsenen und Kindern gibt es in zahlreichen Tarifen einen Aufschlag:

Jugendliche

  • BC Advance Plus SB 868: +28%
  • BC Advance Plus SB 871: +44%
  • BC ALPHA 865: +27%
  • BC Classic 859: +45%
  • BC Classic SB 866: +20%
  • BC Classic SB 869: +40%

Erwachsene

  • BC Advance Plus SB 871: +10% bis +13%
  • BC Advance Plus SB 868: +3% bis +4%

Laut FOCUS Online sollen auch andere Tarife von starken Anpassungen betroffen sein, so. z.B. die Tarife 811, 812, 821 und 822, bei denen die Prämien im zweistelligen Prozentbereich zulegen sollen. Im Schnitt über alle Versicherten wird das Beitragsniveau um vier Prozent angehoben.


 

Nürnberger Krankenversicherung

Beitragsanpassung 2015 Unisex-Tarife

In der Tarifkombination TOP6, ZZ20, S1, TA6 (110 EUR) bedeutet dies eine absolute Prämienerhöhung von 13,87 Euro oder 3,10%. In der Kombination aus HAt6, S2 TS3 (80 Euro) verteuert sich der Tarif im 10,60 Euro bzw. 2,60%.

Erwachsene:

  • TOP3 / TOP3+: 6% bis 7%
  • TOP6 / TOP6+: 3% bis 4%
  • HAT6: 2% bis 4%
  • ZEP80: 3% bis 11%
  • BK / BAK: 6% bis 7%

Jugendliche:

  • TOP3 / TOP3+: 6%
  • TOP6 / TOP6+: 7%
  • ZZ20: 7%
  • BK / BAK: 4%

R+V

Im Schnitt verteuert sich die Vollversicherung um 4,01%. Je nach Tarif und Alter kann die Erhöhung darunter, aber auch deutlich darüber liegen. Hier die Übersicht der betroffenen Tarife:

  • AGIL comfort 0: +3 bis +5%
  • AGIL comfort 1.920: +1 bis +2%
  • AGIL premium 0: +9 bis +14%
  • AGIL premium 480: +2 bis +5%
  • AGIL classic pro 480: +3 bis +4%

-> Hier geht´s zum kostenlosen Anbietervergleich

 

 

SDK Süddeutsche Krankenversicherung

Beitragsanpassung im Neugeschäft für Unisex-Tarife 2015

Ein Großteil der SDK-Unisex- (verkaufsoffen) und Bisex-Tarife (geschlossen) bleibt zum Jahreswechsel von einer Prämienanpassung verschont. In den Unisex-Ambulanttarifen A75, A80, A100, A210, A220 erfolgen keine Anpassungen. Lediglich der Tarif A80B muss erhöht werden.

Bei Kindern erfolgt eine Anpassung in folgenden Unisex-Tarifen: A75, A80, A109, AZ, ZS75, S101 und S103.

SIGNAL

Folgende Unisex-Tarife sind von höheren Beiträgen betroffen:

Kinder / Jugendliche

  • EXKLUSIV 1: +11% bis +13%
  • EXKLUSIV 2: +14% bis +20%
  • EXKLUSIV-Plus 0: +6% bis +17%
  • EXKLUSIV-Plus 1: +10% bis +13%

UKV - Union Krankenversicherung

Die Erhöhungssätze sind die maximal möglichen Anpassungen und betreffen lediglich einen Teil der Bestandsversicherten. Der Großteil der UKV-Kunden ist von deutlich geringeren Anpassung betroffen.

CompactPRIVAT-Start

In den meisten Tarifstufen werden die Prämien bis maximal 10 oder 15 Euro heraufgesetzt. Folgende Tarifstufen weichen davon jedoch ab:

  • CP Start 250 B / Kinder, Jugendliche: +20 Euro
  • CP Start 900 B / Männer: +40 Euro
  • CP Start 250 A und B / Männer: +60 Euro (ab 65. Lebensjahr: max. +40 Euro)

CompactPRIVAT-Optimal

  • CP Optimal 600 A / Frauen: maximal 10%
  • CP Optimal 600 A / Kinder, Jugendliche: bis zu 20%
  • CP Optimal 250 A und B / Frauen, Männer: +80 Euro (ab 65. Jahr: max. +60 Euro) bzw. bis zu 20%

GesundheitPRIVAT / GesundheitCOMFORT

Beitragserhöhungen zwischen 5 bis 15%, maximal 45 Euro. Männer zahlen im Tarif GC 300 maximal 10% bzw. 35 Euro mehr.

  • GP 300
  • GP-Kompakt
  • GC 300

uniVersa

Im Schnitt geht es in der Unisex-Tarifwelt um 3,91 Prozent nach oben. Dies sagt aber nichts über de Anpassungen im einzelnen aus, die recht unterschiedlich ausfallen. Auch bei der uniVersa gilt: Viele Tarife bleiben beitragsstabil. Bei einigen steigen die Prämien jedoch im zweistelligen Prozentbereich.

Erwachsene:

  • uni-intro privat 300: +10 bis +12%
  • uni-intro privat 600: +4 bis +13%
  • uni-A 100: +6 bis +11% (Bausteintarif)
  • uni-ZA 80: +4 bis +5% (Bausteintarif)

In den Tarifen für Kinder und Jugendliche zeigt sich teilweise ein anderes Bild.

Württembergische Krankenversicherung

1. Tarife für Arbeitnehmer, Freiberufler und Selbständige

  • EKN 1200: Kinder +14%, Frauen +2 bis +3%
  • ESN 300: Männer +18%
  • GN 300: Kinder +5%, Männer +9%
  • GN 600: Kinder +5%, Frauen +3 bis 4%
  • GN 1200: Kinder +3%
  • KN 1200: Frauen +8 bis +9%
  • KS 3000: Frauen +11%

2. Tarife für Auszubildende

  • ESN 300 S: Männer +5 bis +7%
  • KN 1200 S: Frauen +2 bis +5%
  • KS 3000 S: Frauen +4%
PKV Tarifrechner

Tricks bei Anpassungen: So werden Kunden besänftigt

Beitragsanpassungen sind aufgrund des medizinischen Fortschritts unausweichlich. Ärgerlich ist, wenn von einem Jahr auf das andere bis zu 80 Euro oder noch mehr im Monat verlangt werden. Um ihre Kunden zu beruhigen, lassen sich einige Anbieter besondere Maßnahmen einfallen, von denen einige vorgestellt werden:

Treuebonus / Tarifbonus: Für Bestandskunden gibt es eine zeitlich befristete Gutschrift. Je nach Vertragslaufzeit kommen Versicherte in den Genuss eines Beitragsrabatts von z.B. 20 Euro im Monat. Damit wird die Tariferhöhung abgemildert. Was viele jedoch nicht wissen: Entfällt die Gutschrift nach einem Jahr, bedeutet dies faktisch die nächste saftige Verteuerung der PKV. Denn ein Bonus wird aus Überschüssen des Versicherers finanziert. Bei steigenden Kosten und geringeren Kapitalerträgen entfällt der Bonus. Zudem gelten oftmals komplizierte vertragliche Regelungen, um einen Anspruch auf den Bonus zu haben. Lassen Sie sich also von dieser kurzfristigen Maßnahme nicht blenden.

Erhöhung des Selbstbehalts: Konstante Beiträge, aber höhere Selbstbeteiligung - dies ist ein beliebtes Mittel, um den Versicherten zu suggerieren, dass sich der Versicherungsschutz nicht verteuert. Dies belastet den Kunden zwar erst, wenn Rechnungen eingereicht werden, stellt im Kern jedoch eine höhere finanzielle Belastung dar.

Gründe für steigende Beiträge: Darum wird die PKV teurer

So vielschichtig wie die Tarife sind auch die Gründe, die eine Beitragserhöhung erforderlich machen. Zunächst gibt es auch in der Medizin den Trend zu Verteuerung von Leistungen im Gesundheitswesen. Steigende Preise für Medikamente, Geräte oder auch für das medizinische Personal durch höhere Lohnabschlüsse lassen die Kosten bei den Versicherern ansteigen.

  • Steigende Gesundheitskosten: Neue OP-Verfahren, moderne Geräte, neue Untersuchungsmethoden und neue Medikamente - das alles führt zu einem stetigen Anstieg der Gesundheitskosten. In der PKV gab es in den letzten 10 Jahren z.B. im Bereich der stationären Leistungen eine Kostenanstieg von 41%. Die Kosten für Zahnbehandlung und Zahnersatz sind im gleichen Zeitraum sogar um 79% gestiegen.
  • Sinkende Zinsen: Die Zinsen, die die Versicherer für die Altersrückstellungen erwirtschaften, sind seit Jahren auf Talfahrt. Sinkt der Rechnungszins für die Beitragskalkulation, müssen die Prämien für Alt- und Neuverträge angehoben werden. Eine Zinssenkung von 0,1 Prozentpunkten führt zu einer Beitragserhöhung von 1 bis 1,5 Prozent. Bei einer Absenkung des Rechnungszinses von 3,5 Prozent auf 2,5 Prozent droht den Versicherten eine Erhöhung um 10 bis 15 Prozent.
  • Steigende Lebenserwartung: Der medizinische Fortschritt begünstigt die Zunahme der Lebenserwartung. Laut Statistik (Sterbetafel 2014) ist die Lebenserwartung eines 30-jährigen Mannes von 79,7 Jahren im Jahr 1995 auf fast 85 Jahre im Jahr 2014 gestiegen. Diese zusätzlichen Lebensjahre müssen bei der Beitragskalkulation neu berücksichtigt werden, denn für diesen Zeitraum fallen zusätzliche Gesundheitskosten an. Durch die Bildung von Altersrückstellungen muss die PKV vorausschauend diese höheren Kosten bereits heute in den Beiträgen berücksichtigen. 
  • Bessere Diagnosen und Therapien: Der medizinische Fortschritt und die Forschung machen es möglich, dass heutzutage Krankheiten erfolgreich behandelt werden können, für die es vor einigen Jahren noch keine Hilfe gab. Gezielte Diagnosen durch neue (und teure) bildgebende Verfahren (z.B. Computertomografie) und modere Operationstechniken ermöglichen eine gezielte Behandlung und Operationen auch von älteren Versicherten. Doch dies hat seinen Preis. 
  • Zunahme von Volkskrankheiten: Stress, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung sorgen für einen Anstieg bei Diabetes mellitus, Übergewicht oder Rückenerkrankungen. Auch dies führt zu zunehmenden Gesundheitskosten.

Die Beitragserhöhung kann das PKV-Unternehmen jedoch nicht willkürlich vornehmen. Vielmehr bedarf es gemäß § 12b VAG eines unabhängigen Treuhänders, welcher der Beitragsanpassung zustimmen muss. Der Treuhänder stellt fest, ob die Beitragsanpassung im Einklang mit den Kalkulationsvorschriften des Versicherungsgesetzes steht. Dazu müssen verschiedene Rechnungsgrundlagen und mathematische Formeln berücksichtigt werden.

PKV Tarifrechner

So entkommen Versicherte der Beitragsanpassung

Gerade ältere Versicherte sind von einer Beitragserhöhung besonders betroffen. Denn gestiegenen Krankheitskosten müssen über die Altersrückstellung auch für die Zukunft in die Tarifprämien einkalkuliert werden. Aufgrund der fehlenden Ansparzeit ist dazu stets ein größerer Geldbetrag erforderlich als bei jungen Versicherten.

  • Tarifwechsel durch Umstufungsrecht: Durch Vereinbarung eines höheren Selbstbehalts oder Reduzierung von Versicherungsleistungen, z.B. durch Verzicht auf Wahlleistungen im Krankenhaus, lassen sich sofortige Beitragsersparnisse erzielen. Alternativ bieten die meisten PKV-Unternehmen auch andere Tarife, bei denen man durch einen Wechsel die monatlichen Beiträge reduzieren kann. Eine persönliche Beratung sollte jedoch vorher eingeholt werden.
  • Beitragsentlastungsprogramme: Wer einen speziellen Vorsorgeplan mit seiner PKV-Gesellschaft vereinbart, kann eine garantierte Beitragssenkung im Rentenalter erhalten. Dazu muss man in jungen Jahren einen höheren Beitrag entrichten, der verzinslich angelegt wird. Die Beitragsentlastungsprogramme sind als integrierter Bestandteil der privaten Krankenvollversicherung ebenfalls durch den Arbeitgeber zuschussfähig.
  • PKV-Wechsel: Als letzte Möglichkeit bietet sich der Wechsel der privaten Krankenversicherung an. Zu beachten ist, dass in diesem Fall beim neuen Versicherer eine Gesundheitsprüfung stattfindet, die dazu führen kann, dass man den gewünschten Versicherungsschutz nicht erhält. In den meisten Fällen verbleiben die angesammelten Altersrückstellungen beim bisherigen Versicherer. 
  • Leistungskürzungen: Der Verzicht auf den Chefarzt im Krankenhaus kann eine monatliche Beitragsersparnis von bis zu 100 Euro bringen. Doch Vorsicht: Wer später wieder auf diese Leistung zurückgreifen will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Daher sollte man diesen Schritt nur nach ausführlicher Beratung über Vor- und Nachteile in Erwägung ziehen.
  • Wechsel in Standard- oder Basistarif: Für ältere Versicherte hat der Gesetzgeber zwei Grundtarife eingeführt. Die Leistungen orientieren sich am Katalog der gesetzlichen Kassen. Der Beitrag ist auf einen Höchstwert begrenzt. Allerdings bietet der Tarifwechsel in einen anderen Normaltarif meist höhere Einsparmöglichkeiten.