Beamtenversorgung

Beamtenversorgung: Ruhegehalt in öffentlichen Dienst

Beamte erhalten als Altersversorgung eine Pension von ihren ehemaligen Dienstherren. Wichtige Eckdaten zur allgemeinen Beamtenversorgung und zu den aktuellen Entwicklungen.

Beamtenversorgung: Die Fakten

Als Beamtenversorgung wird das Ruhegehalt von Beamten bezeichnet. Diese Rente ist auch als Pension bekannt. Die Beamtenversorgung wird mit dem „Gesetz über die Versorgung der Beamten und Richter in Bund und Ländern“, kurz BeamtVG, geregelt. In den einzelnen Bundesländern wurden die Regelungen im Rahmen der Föderalismusreform bereits abgewandelt. Beamte erhalten ihre Pension als Altersversorgung von ihren Dienstherren ausbezahlt.

Anspruch auf eine Pension als Altersversorgung haben Beamte, Richter, Soldaten, Kirchenbeamte und weitere Personen des öffentlichen Dienstes. Für einen Anspruch auf eine Pension müssen Staatsdiener sich jedoch in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis befinden. In der Praxis werden Mitarbeiter im öffentlichen Dienst immer seltener „verbeamtet“ und sind als Angestellte oder Arbeiter tätig. Die Beamtenversorgung ist von der gesetzlichen Rentenversicherung abzugrenzen.

Wie viel Pension Beamte später erhalten, richtet sich im Wesentlichen nach ihren letzten Bezügen und der Dienstzeitdauer. Grundsätzlich erhöht sich die Pension mit den Bezügen und der Arbeitszeit im öffentlichen Dienst. Zur Finanzierung der Beamtenversorgung werden heute sogenannte Pensionsfonds gebildet, die jedoch nur für neu eingestellte Beamte gelten. Die bereits bestehenden Pensionsansprüche stellen für die öffentlichen Haushalte eine hohe Belastung dar.

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Beamtenversorgung: Berechnung der Pensionsansprüche

Die Höhe der Beamtenversorgung ist von den letzten Bezügen und der Anzahl der Dienstjahre abhängig. Heute liegt der Höchstversorgungssatz bei 71,75 Prozent des ehemaligen Bruttoverdienstes. Dieser Höchstversorgungssatz wurde im Zuge von Reformen bereits angepasst und lag bis zum Jahr 2001 noch bei 75 Prozent. Von diesen Kürzungen waren auch Beamte betroffen, die sich zu dieser Zeit bereits im Ruhestand befanden.

Beamte, die in Vollzeit arbeiten, erreichen nach einer Dienstzeit von 40 Jahren den Höchstversorgungssatz von 71,75 Prozent ihrer letzten Bezüge. Dabei steigert sich der Anspruch mit jedem vollen Dienstjahr um den Faktor 1,79375 und erreicht dann am Ende die höchstmöglichen 71,75 Prozent. Die Pension richtet sich nach der Besoldungsgruppe, die in den letzten zwei Jahren vor dem Eintritt ins Rentenalter erreicht wurde. Beamte, die hingegen in Teilzeit tätig sind, erreichen bei der Rentenberechnung nicht den Jahressatz von 1,79375 Prozent, sondern lediglich einen Teilzeitfaktor in der Beamtenversorgung.

Das Alter für den Ruhestand wird mit 65 Jahren erreicht. Bei Beamten, die sich früher in den Ruhestand versetzen lassen, werden die Ansprüche gekürzt. Künftig wird das Pensionsalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Beamte, die sich für eine Altersteilzeit entscheiden, müssen keine Kürzungen hinnehmen.

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Beamtenversorgung und aktuelle Entwicklungen

Ehemalige Staatsdiener werden oft um ihre üppige Beamtenversorgung beneidet. Tatsächlich profitieren Staatsdiener im Alter von einer hohen Rente, die bis zu 71,75 Prozent der letzten Bezüge beträgt. Zum Vergleich: Das normale Rentenniveau von ehemaligen Arbeitern und Angestellten erreicht lediglich 46,4 Prozent des Bruttoverdienstes. In Sachen Altersversorgung stehen Staatsdiener also finanziell deutlich besser da. Allerdings wurde der Höchstversorgungssatz bereits 2001 auf 71,75 abgesenkt und weitere Einschnitte werden bereits bis zum Jahr 2017 umgesetzt.

Heute belaufen sich die Pensionsansprüche aller Beamten auf bis zu drei Billionen Euro. Im öffentlichen Dienst liegt das Durchschnittsalter bei etwa 44 Jahren, sodass die befürchtete Pensionswelle den öffentlichen Haushalten erst noch bevorsteht. Dass die Beamtenversorgung ein Finanzierungsproblem darstellt, ist bereits seit Anfang der 1990er Jahre bekannt: Ein massiver Stellenabbau im öffentlichen Dienst hat bereits stattgefunden. Dabei wurde die Beschäftigtenzahl um 1,7 Millionen Personen reduziert. Während Beamtenstellen in den 70er und 80er Jahren oft ohne nachzurechnen geschaffen wurden, müssen sich junge Anwärter heute schon seit Jahren mit vergleichbar schlechten Konditionen zufriedengeben.

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