Bausparen

Welchen Guthabenzins gibt es 2015?

Auch über 120 Jahre nach Gründung der ersten Bausparkasse ist der Bausparvertrag noch immer eine beliebte Form zur Finanzierung des Eigenheims. Was sind die Besonderheiten, welche staatliche Förderung gibt es und vor allem, welche Guthabenzinsen werden aktuell gezahlt? Wir haben für Sie die wesentlichen Informationen und Fakten zum Bausparen zusammengestellt.

Bausparen – mit viel Sicherheit ins Eigenheim

Bausparen stellt für die meisten Bundesbürger noch immer die sicherste Methode dar, sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. So handelt es sich bei einem klassischen Bausparvertrag in aller Regel um eine Finanzierungsform, die für die Finanzierung von Bauvorhaben oder den Erwerb von Wohnungseigentum verwendet wird. Aber auch andere Käufe können mit einem Bausparvertrag finanziert werden. 

Bausparen gliedert sich im Ablauf in drei Phasen, von denen die erste Phase die Ansparphase darstellt. Hier ist eine Mindestsumme, die durch die Bausparkasse zusammen mit dem Vertragskunden festgelegt wurde, anzusparen.

Dieser Ansparphase folgt dann die Zuteilung durch die Bausparkasse. Hier wird dem Kunden die vereinbarte Summe als Darlehen zur Verfügung gestellt, wenn die Voraussetzungen für eine Zuteilung erfüllt sind. 

Darauf folgt dann die Darlehensphase, in der das Bauspardarlehen getilgt und die geliehene Summe wieder an die Bausparkasse zurückgezahlt wird. Der Zinssatz dazu ist bereits bei Abschluss des Bausparvertrages festzulegen.

Baufinanzierung Vergleich anfordern

Bauspardarlehen - Zinsgünstiges Darlehen für die Immobilienfinanzierung

Das Bauspardarlehen ist unumstößlich mit dem Bausparvertrag verbunden, denn es kann nur aus diesem zweckgebundenen Sparvertrag heraus bewilligt werden. Im Vergleich zu anderen Sparformen ist der Bausparvertrag von vornherein darauf ausgelegt, zu einem späteren Zeitpunkt ein zinsgünstiges Darlehen zu ermöglichen.

Während der Ansparphase sind daher die Guthabenzinsen vergleichsweise gering, um während der Darlehensphase einen ebenfalls günstigen Zinssatz zu gewährleisten. Die Zinssätze für die Ansparphase und die Darlehensphase werden bereits beim Abschluss des unter Umständen recht langfristigen Bausparvertrages festgelegt.

Bauspardarlehen nur bei Zuteilungsreife

Der wichtigste Zeitpunkt während der Laufzeit eines Bausparvertrages ist die Zuteilungsreife, denn das Bauspardarlehen wird erst bewilligt, wenn der Vertrag alle Voraussetzungen für die Zuteilung erfüllt. Abhängig vom gewählten Tarif und vom Anbieter können die Zuteilungsvoraussetzungen variieren. Grundsätzlich muss während der Mindestlaufzeit bis zur Zuteilungsreife ein Mindestguthaben in Höhe von vierzig oder fünfzig Prozent der Bausparsumme angespart sein. Gleichzeitig muss der Sparer die Mindestbewertungszahl erreichen, da ansonsten eine Darlehensauszahlung nicht erfolgt. Auch für das Darlehen aus dem Bausparvertrag muss eine Sicherheit in Form des Grundbucheintrages gestellt werden.

Während Mindestvertragslaufzeit und Mindestguthaben für die Darlehensauszahlung bereits beim Abschluss des Bausparvertrages festgelegt werden, kann die Bewertungszahl bis zur Zuteilungsreife variieren. 

Bauspardarlehen und Bewertungszahlen

In den Bausparkassen steht einer großen Anzahl von Bausparern eine ebenso große Anzahl von Bauwilligen gegenüber. Da ständig neue Bausparverträge abgeschlossen und Bauspardarlehen ausgezahlt werden, muss eine Regelung bestehen, nach der die Zuteilung der Bauspardarlehen erfolgt. Zu diesem Zweck entwickelte man ein Bewertungszahlensystem. Nur Bausparer, die eine notwendige Mindestbewertungszahl erreicht haben, können ein Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Keine Bausparkasse kann und darf schon beim Vertragsabschluss erklären, welche Mindestbewertungszahl ein Vertrag erreichen muss, um zuteilungsreif zu sein.  Vielmehr werden die Bewertungszahlen monatlich festgelegt.

Anhand dieser Bewertungszahlen wird anschließend ermittelt, welche Sparverträge die Voraussetzungen für die Zuteilungsreife erfüllen. Der Grund für diese komplizierte Berechnung ergibt sich aus dem Wesen der Bausparkassen, denn jedes Darlehen wird grundsätzlich aus den Sparbeiträgen der anderen noch nicht zuteilungsreifen Bausparverträge finanziert. Nach jedem Bewertungsstichtag erhalten daher die Sparer ein Bauspardarlehen, deren Sparverträge die höchsten Bewertungszahlen erreichen. In die Ermittlung der Bewertungszahl werden die Dauer der Vertragslaufzeit, die Höhe der Sparbeiträge sowie die bis dahin angefallenen Guthabenzinsen einbezogen.

Bestehende Bausparverträge, die bezüglich des Mindestguthabens und der Vertragsdauer alle Voraussetzungen erfüllt haben, können unter Umständen nicht gleichzeitig ausgezahlt werden. In diesem Fall erhält der Bausparer zuerst sein Darlehen, der die höchste Bewertungszahl erreicht hat. In der Regel ist das derjenige mit dem höchsten Kapital. Zu dieser Problematik kommt es, weil in dem kollektiven Sparsystem nicht vorhergesagt werden kann, wann genügend Kapital für ein Darlehen verfügbar ist.

Die Baufinanzierung: Der beste Weg zu Haus oder Eigentumswohnung Schritt für Schritt führt der Ratgeber durch die einzelnen Finanzierungsphasen von der ersten Bedarfsermittlung bis zum Vertragsabschluss.

Vertragsgestaltung beim Bausparvertrag

Varianten des Bausparvertrags
Ein Bausparer bestimmt bei Abschluss seines Vertrags eine feste Bausparsumme. In diesen Zusammenhang werden auch die Konditionen für das Darlehen aber auch die eingezahlten Beträge vereinbart. Grundsätzlich bieten die meisten Bausparkassen zwei Varianten an.

Bei der einen Variante erhält der Bausparer für eingezahlte Beiträge eine sehr gute Verzinsung, allerdings ist dann der Zinssatz für das Darlehen vergleichsweise hoch. Diese Verträge eigen sich vor allem für Kapitalanleger, die das Darlehen nicht beanspruchen wollen.

Die zweite Möglichkeit sieht hingegen eine relativ niedrige Guthabenverzinsung, aber einen günstigsten Darlehnszins vor. Ein solcher Vertrag ist vor allem für Personen geeignet, die ein Bauvorhaben wirklich finanzieren möchten.Beim Vertragsabschluss wird auch vereinbart, welcher Prozent der Bausparsumme in der Ansparphase in den Bausparvertrag einfließen muss. Dieser Betrag wird als Mindestsparsumme bezeichnet und beträgt üblicherweise 50 Prozent der Bausparsumme. Der Bausparer hat die Möglichkeit, neben einer regelmäßigen Zahlung auch Sonderzahlungen zu leisten. So ist es theoretisch denkbar, dass er bereits nach kürzester Zeit die Mindestsparsumme erreicht hat. Allerdings gibt es auch eine Mindestsparzeit, diese wird auch als Ruhephase bezeichnet. Nach der Ruhephase kann sich ein Bausparer sein Guthaben, aber auch die Differenz zum Bausparvertrag als Darlehen auszahlen lassen

Schnellspartarife
Die meisten Banken und Bausparkassen bieten darüber hinaus spezielle Schnellspartarife an, um die Darlehensbewilligung zu beschleunigen. So besteht unter Umständen die Möglichkeit, die Mindestansparsumme auf einmal in den Bausparvertrag einzuzahlen, um das zinsgünstige Darlehen zeitnah nutzen zu können.

Aufstockung des Bausparvertrages
Bei gleich hohen Sparbeiträgen ist ein Bausparvertrag mit einer kleinen Bausparsumme eher zuteilungsreif als ein Vertrag mit einer hohen Summe. Da eine Aufstockung in der Regel ohne Probleme vorgenommen werden kann, empfiehlt sich der Abschluss eines "kleineren" Vertrags. Zwar ist eine nachträgliche Absenkung der Bausparsumme möglich. Jedoch ist die Abschlussgebühr für die höhere Summe bezahlt worden, so dass der Vertrag insgesamt deutlich teurer ist.

Laufzeit
Wird die monatliche Sparrate während der Laufzeit herabgesetzt, verlängert sich die Zuteilungsfrist. Durch Sonderzahlungen lässt sich diese Frist jedoch verkürzen. Normalerweise beträgt die Laufzeit zwischen acht und neun Jahren, wenn allein die tariflich vorgesehenen Regelsparbeiträge eingezahlt werden.

Erreichen des Mindestsparguthabens
Wer den Bausparvertrag nach Erreichen des Mindestsparguthabens fortführt, reduziert damit seinen Anspruch auf das zinsgünstige Bauspardarlehen. Im Rahmen der Zuteilung wird die Bausparsumme ausgezahlt, die sich aus dem angesparten Guthaben und dem Bauspardarlehen zusammensetzt.

Förderung von Bausparverträgen

Eine Besonderheit des Bausparvertrags gegenüber anderen Sparverträgen besteht darin, dass er als besonders förderungswürdig anerkannt ist und daher die Sparbeiträge auch in Form von Vermögenswirksamen Leistungen erbracht werden können, an denen sich unter Umständen auch die Arbeitgeber der Sparer beteiligen. Bei der Arbeitnehmersparzulage liegt die Einkommensgrenze bei 17.900 Euro, bei Ehepaaren gilt der doppelte Wert. Die Zulage beträgt 9 Prozent vom maximalen Sparbeitrag von 470 Euro. Die Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent des Sparbetrags wird bis zu einem Jahresverdienst von 25.600 Euro als Alleinstehende und 51 200 Euro als Ehepaare eine Wohnungsbauprämie gewährt. In diesem Fall erhalten Bausparer eine Arbeitnehmersparzulage, Bei anderen Anlageformen gelten n die Höchstgrenzen von 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare.

Ob Arbeitnehmer einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben, ist im Tarifvertrag geregelt. Oftmals gewähren die Unternehmen VL auch freiwillig. Zuerst sollte also der Zuschuss des Arbeitsgebers geklärt werden. Im zweiten Schritt geht es um die Auswahl des geeigneten Vertrags. Die Zahlung der VL erfolgt durch den Arbeitgeber auf das Konto des VL-Anbieters. Der Arbeitnehmer kann den Betrag freiwillig aufstocken, maximal insgesamt auf 480 Euro im Jahr.

Allerdings ist bei den staatlichen Förderungen zu beachten, dass sie zweckgebunden sind. Nur im Fall einer wohnungswirtschaftlichen Verwendung des Darlehens ist eine Förderung möglich. Sollten bei einer zweckentfremdeten Verwendung staatliche Zulagen beansprucht worden sein, sind diese zurückzuzahlen.Auch bei der Inanspruchnahme des Wohn-Riesters beim Bausparvertrag darf das Darlehen nur für den Erwerb beziehungsweise die Entschuldung eines Eigenheims genutzt werden.

Baufinanzierung Vergleich anfordern

Hinweise zur Sperrfrist beim VL-Bausparen

Die staatliche Förderung ist zur finanziellen Unterstützung für den privaten Wohnungsbau gedacht. Daher ist eine gesetzliche Sperrfrist von sieben Jahren vorgesehen. Die Frist beginnt bei Vertragsschluss. Der vorzeitige Abruf des Sparguthabens und der Zulagen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Ausnahmen gelten bei Tod oder Erwerbsunfähigkeit des Arbeitnehmers oder Ehegatten, bei Arbeitslosigkeit oder Verwendung des Bausparguthabens für wohnwirtschaftliche Zwecke. Dies gilt jedoch lediglich für Verträge, die vor dem 1.1.2009 abgeschlossen wurden.

Bei Vertragsschluss nach dem 1. Januar 2009 wird die Wohnungsbauprämie nur noch gezahlt, wenn das Bausparguthaben tatsächlich für den privaten Wohnungsbau oder für Renovierungszwecke eingesetzt wird. Eine freie Verwendung - auch nach Ablauf der siebenjährigen Sperrfrist - ist somit nicht mehr möglich. Nur Bausparer, die jünger als 25 Jahre sind, müssen sich nicht an die Zweckbindung für die eigene Immobilie halten.

Konstant-Darlehen

Das Konstant-Darlehen ist eine besondere Variante der sogenannten Bausparvorfinanzierung, bei der die Höhe der Kreditsumme, die Bausparsumme sowie auch die monatlich zu zahlenden Raten aufeinander abgestimmt sind. Auf diese Weise wird dem Darlehensnehmer die Möglichkeit geboten, von der Planungssicherheit einer gleichbleibenden Belastungsrate zu profitieren. Die Gesamtlaufzeiten dieser Darlehensvariante variieren. Bei der klassischen Form dieser Baufinanzierungsform wird ein sogenanntes Vorausdarlehen vereinbart. Konkret bedeutet dies, dass für ein Darlehen lediglich Zinsen gezahlt werden und zeitgleich ein Bausparvertrag in gleicher Höhe abgeschlossen wird. Dieser Vertrag wird bis zur Zuteilungsreife angespart.

Zu den Voraussetzungen gehört je nach Tarif und Bausparkasse das Ansparen von 40 Prozent von der vereinbarten Bausparsumme. Nach erfolgter Zuteilung durch die Bausparkasse erhält der Sparer sein Guthaben inklusive der Zinsen und kommt in den Genuss des Bauspardarlehens. Mit diesen Beträgen kann das Baudarlehen in einer Summe zurückgezahlt werden. Vorteil beim Konstant-Darlehen: Die zu zahlenden Beträge wie auch die Laufzeiten werden so abgestimmt, dass die Gesamtraten konstant bleiben. Hinzu kommt, dass die Entwicklung an den Kapitalmärkten keinen Einfluss mehr auf die Ratenhöhe nehmen kann und der Darlehensnehmer dauerhaft vor einem Zinserhöhungsrisiko geschützt ist. Darüber hinaus wird meist die Möglichkeit einer Sondertilgung geboten.

Da sich ein Konstant-Darlehen im Grunde aus zwei unterschiedlichen Darlehen zusammensetzt, wird ein Vergleich zu anderen Baufinanzierungsformen erschwert. Der gesamte Effektivzins ist von besonderer Bedeutung und muss als Anhaltspunkt für Vergleiche herangezogen werden. Als individuelles Risiko bei einem Bausparvertrag gilt der Zeitpunkt der Zuteilung. Da diese Baufinanzierungsform aus einem Darlehen und einem Bausparvertrag besteht, ergibt sich naturgemäß auch ein höherer Verwaltungsaufwand, der zu Lasten des Kunden geht. Meist werden dafür bei einem Bausparvertrag bis zu 1,5 Prozent von der gesamten Bausparsumme verlangt.

Baufinanzierung Vergleich anfordern

Die Vor- und Nachteile beim Bausparen

Auch bei einer sicheren Finanzierungsform wie dem Bausparen gibt es Vor- und Nachteile.

Folgende Nachteile stechen besonders heraus:

  • Zuteilungszeitpunkt nicht garantiert,
  • keine kurzfristige Finanzierung,
  • geringe Zinsen während der Ansparphase.

Folgende Vorteile sind besonders zu berücksichtigen:

  • Zinshöhe steht fest,
  • Keine Vorfälligkeitszinsen,
  • Wohnungsbauprämie,
  • Arbeitnehmersparzulage.

Zusammenfassung Bausparen

Bausparen ist noch immer die sicherste und wohl günstigste Möglichkeit, sich langfristig den Wunsch von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Dabei sollte aber dem Bausparer klar sein, dass hier keine kurzfristigen Finanzierungen möglich sind.

Doch bietet der Bausparvertrag durch die schon bei Vertragsschluss festgelegten Rückzahlungszinsen den Vorteil, dass man über viele Jahre eine fest kalkulierbare Finanzierungsform für seine Eigenheimfinanzierung hat und damit vor keiner Zinsanpassung, wie dies etwa bei einem konventionellen Immobilienkredit der Fall ist, Angst haben muss.

Auch kann man beim Bausparen mit vielen Zulagen rechnen, die die Finanzierung des Eigenheims günstiger machen. Neben der staatlichen Wohnungsbauprämie, die im Übrigen zurückgezahlt werden muss, wenn das Bauspardarlehen nicht für Wohnzwecke genutzt wird, wird auch noch die Arbeitnehmersparzulage für besonders niedrige Einkommen gewährt. Aber auch beim Bausparen sollte man auf einen Vergleich nicht verzichten.

Aktuell sind ca. 25 Anbieter am Markt zu finden und es stehen bei diesen mehr als 100 Tarife zur Auswahl. Bei dieser Vielfalt an Tarifen für einen Bausparvertrag machen kleine Abweichungen bei einer Laufzeit von durchschnittlich 20 Jahren schnell mehrere Tausend Euro aus. Hier spart ein Vergleich bares Geld und kann daher auch die Finanzierung viel günstiger machen.