Autogas

Die Umrüstung auf LPG ist unproblematisch

Die Autoindustrie bietet bisher nur wenige Fahrzeuge an, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden können. Gleichzeitig steigen die Benzinkosten unaufhörlich. Wir empfehlen daher für Personenkraftwagen die Umrüstung auf Autogas, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren und Kosten zu sparen.

Autogas ist ein ganz besonderes Gemisch

Eigentlich handelt es sich bei dem als Autogas angebotenen Flüssiggas um ein Abfallprodukt, das bei der Erdgas- und Erdölförderung und bei der Herstellung von Benzin- und Dieselkraftstoff anfällt. Lange Zeit wurde dieses Gas lediglich abgefackelt, da eine weitere Verwendung wirtschaftlich nicht sinnvoll war. Erst nach der ersten Ölkrise zu Beginn der 1970er Jahre kam dem Flüssiggas als Kraftstoff für Personenkraftwagen eine besondere Bedeutung zu. Das Gas setzt sich aus Propan- und Butan-Gas zusammen, wie man es auch als Heiz- und Brenngas beim Camping, im Handwerk und in der Industrie verwendet. Außerdem kommen diese Gase auch beim Antrieb von Heißluftballons, als Brennstoff in Feuerzeugen, als Kältemittel in Kühlschränken oder als Treibmittel in Spraydosen zum Einsatz. Beide Gase gehören zu den Kohlenwasserstoffen.

Die gebräuchliche Bezeichnung für Autogas lautet international Liquefied Petroleum Gas, abgekürzt LPG oder GPL als Abkürzung für die französische Bezeichnung Gaz de Pétrole liquéfié. Für die Verwendung von Flüssiggas in Verbrennungsmotoren ist die Oktanzahl ein entscheidendes Kriterium. Diese ist mit 105 bis 115 vergleichsweise hoch, sodass die Verbrennung unproblematisch ist. Da Flüssiggas aber eine geringere Dichte als Benzin hat, ist der Gas-Verbrauch eines Kraftfahrzeuges durchschnittlich um 15 Prozent höher. Dennoch sind die Treibstoffkosten und der Schadstoffausstoß deutlich geringer als bei der Verbrennung von Benzin.

Fahrzeugumrüstung für die Verwendung von Autogas

Autogas kann nicht einfach anstelle von Benzin im Motor verbrannt werden. Dazu bedarf es einiger kleiner Umbaumaßnahmen, die jedoch relativ unkompliziert sind. Die Kosten belaufen sich je nach System und Fahrzeuggröße zwischen 1.000 und 3.500 Euro. Da das Gas wesentlich preisgünstiger ist als Benzin, können sich diese Kosten abhängig von der Fahrleistung schnell amortisieren.

Der wichtigste Bestandteil der Autogas-Anlage ist der Gastank. Je nach Größe kann er einen gehörigen Anteil des Kofferraums einnehmen. Inzwischen hat sich aber der sogenannte Reserverad-Muldentank durchgesetzt, der anstelle eines Reserverads in die dafür vorgesehene Mulde eingebaut wird. Darüber hinaus ist der Einbau eines Druckreglers, eines Verdampfers, der Gasleitungen, die zum Ansaugkanal führen, sowie einiger elektronischer Bauteile erforderlich. Die technische Umrüstung kann auf verschiedene Weise erfolgen.

Die einfachste, aber auch am wenigsten effektive Methode ist die Venturi-Technik. Sie kommt ohne eine besondere Steuerung aus, ist aber unter Umständen mit einem geringen Leistungsverlust und relativ hohem Verbrauch verbunden. Bei der teilsequenziellen Anlage zur Verbrennung von Autogas erfolgt die Dosierung durch eine elektronische Steuerung, sodass ein Leistungsverlust vermieden wird. Den neuesten Stand der Technik bildet eine vollsequenzielle Anlage, die jedoch aufgrund der Computersteuerung nur in neueren Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Sie ist mit dem geringsten Verbrauch und Schadstoffausstoß verbunden.

Autogas und andere Alternativen

Zum schadstoffarmen und preisgünstigen Antrieb von Kraftfahrzeugen bieten sich als Alternativen zum Benzin die folgenden Kraftstoffe an:

  • Erdgas,
  • Autogas,
  • Wasserstoff,
  • Brennstoffzellen.

Während die Entwicklung des Wasserstoffantriebs noch an einigen wichtigen Voraussetzungen scheitert, beginnt die Herstellung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen in Form von Elektrofahrzeugen derzeit auch noch schleppend.

Erdgas und Flüssiggas stellen daher bisher die einzigen alltagstauglichen Alternativen zum Benzin dar. Bezüglich der Technik besteht die Möglichkeit, Fahrzeuge ausschließlich mit Autogas zu betreiben oder in Form des Parallelbetriebs sowohl mit Gas als auch mit Benzin. Die meisten Fahrzeuge sind für den Parallelbetrieb ausgelegt. Dadurch wird die Sicherheit erhöht, dass Fahrzeuge jederzeit und überall mit Kraftstoff versorgt werden können. In den meisten Ländern Europas, aber auch auf anderen Kontinenten, ist das Tankstellennetz inzwischen jedoch so gut ausgebaut, dass es lediglich in ländlichen Regionen einmal problematisch werden könnte, Flüssiggas zu tanken.

Fahrzeuge, die sowohl für die Benzin- als auch für die Gasverbrennung ausgelegt sind, erhalten keine veränderte Einstufung in der Schadstoffklasse, sodass sich die Höhe der Kraftfahrzeugsteuer nicht ändert. Diese Möglichkeit besteht ausschließlich bei einem vollständigen Gasantrieb. Die Kosten für einen Liter Gas sind jedoch in der Regel um fünfzig bis siebzig Prozent niedriger als die Benzinkosten.

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