Ausfallrisiko
Rating zur Quantifizierung des Kreditrisikos
Ausfallrisiko von Kapitalanlagen
Die Bereitstellung von Kapital für bestimmte Zwecke ist mit dem Ziel verbunden, das Kapital durch Zinsen, Dividenden oder Gewinnausschüttungen zu vermehren. Gleichzeitig besteht bei der Abgabe von Kapital das Risiko, dieses nicht zurück zu erhalten. Die unterschiedlichen Risiken, die mit dem Verleihen von Geld einhergehen, sind
- Kreditrisiko,
- Ausfallrisiko,
- Zinsrisiko.
Kapitalanlage und Kreditvergabe erfüllen prinzipiell denselben Tatbestand. Eine Person oder Institution stellt anderen Personen oder Einrichtungen Geld zur Verfügung. Dennoch sind die Voraussetzungen unterschiedlich. Das Ausfallrisiko einer Kapitalanlage stellt die Gefahr eines vollständigen oder teilweisen Verlustes des angelegten Kapitals dar.
Zu einem vollständigen Kapitalverlust kommt es regelmäßig dann, wenn die Person oder Institution, bei der das Vermögen angelegt wurde, in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten und infolge dessen in Insolvenz gerät. Der häufigste Grund dafür, Kapital in risikofreudigen Geschäften anzulegen, ist die hohe Rendite, die mit derartigen Anlagen verbunden ist, denn Anlagen folgen dem Grundsatz, dass ein erhöhtes Risiko mit einer höheren Rendite einhergeht. Dennoch ist das Verlustrisiko bei Kapitalanlagen kalkulierbar.
Ausfallrisiko der Banken
Schwieriger als das Ausfallrisiko von Kapitalanlagen lässt sich das Kreditrisiko der Banken einschätzen, wenn sie Geld in Form von Krediten an Unternehmen oder Privatpersonen verleihen. Kreditnehmer stehen nicht in derselben Form im öffentlichen Fokus, wie Anlagegesellschaften. Daher stehen Informationen über das Finanzgebaren insbesondere privater Kreditnehmer nicht öffentlich zur Verfügung. Aber auch die Finanzpolitik von Firmen und großen Unternehmen ist für Banken nicht immer einsehbar, sodass sich das mit einer Kreditvergabe verbundene Risiko nur schwer einschätzen lässt. Banken sind darauf angewiesen, sich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Kreditnehmer in einer nachvollziehbaren Form belegen zu lassen.
Um das Ausfallrisiko einer Kreditvergabe zu minimieren, führen Banken vor der Vergabe von Krediten eine umfassende Bonitätsprüfung des Kredit-Antragstellers durch. In diesem Zusammenhang sind Einkommensnachweise vorzulegen und Vermögenswerte anhand von Dokumenten zu belegen. Ist ein eindeutiger Nachweis über einen Vermögenswert nicht möglich, erfolgt die Einschätzung mit Hilfe von Wertgutachten. Ein weiteres Hilfsmittel, das Banken anwenden, um das Kreditrisiko frühzeitig einschätzen zu können, ist ein Ratingverfahren.
Ausfallrisiko und Rating
Bei der Vergabe von Krediten können Banken die Bonität des Kreditnehmers nur nach den tagesaktuellen Einkommens- und Vermögenswerten beurteilen. Da sich diese Umstände teilweise sehr schnell ändern können, ist das Ausfallrisiko der Kreditvergabe vergleichsweise hoch. Um dennoch die zukünftige Bonität von Kreditnehmern und das damit verbundene Kreditrisiko einschätzen zu können, werden spezielle Rating-Verfahren durchgeführt. Ein Rating stellt eine Bewertung der Lebensumstände von Privatpersonen sowie des geschäftlichen Gebarens von Unternehmen dar. In diesem Verfahren werden unterschiedliche Kriterien begutachtet und bewertet.
Dazu zählt zum Beispiel die Sicherheit eines Arbeitsplatzes, die Häufigkeit eines Arbeitsplatzwechsels, die regelmäßige oder unregelmäßige Rückzahlung vorangegangener Kredite, die Stabilität eines Unternehmens, vorhandene Vermögenswerte und nicht zuletzt Aspekte wie das private Wohnumfeld. Die Bewertungen aller einzelnen Kriterien führen zu einer Rating-Messzahl, der eine entscheidende Bedeutung bei der Kreditvergabe-Entscheidung zukommt. Ab einem gewissen Rating-Wert werden Kredite daher nicht mehr vergeben. Das Ausfallrisiko der Kreditvergabe ist nur selten mit einem Komplettausfall verbunden, da Verschlechterungen der Bonität erst während der Laufzeit eintreten können.
Weitere Informationen
- Bonität bei Krediten(nächster Artikel)