Altersvorsorge für Studenten

Mit wenig Geld für die Rente vorsorgen

Als Student schon für das Alter vorsorgen? Bausparen, Riester und Versicherungen gelten für viele junge Menschen als angestaubt und „uncool“. Doch gerade für diesen Personenkreis lohnt der frühzeitige Einstieg in die Altersvorsorge. Was Ihr als Student für die Rente tun könnt, erfahrt Ihr in unserem Ratgeber.

Gerade Studenten verfügen über einen engen finanziellen Spielraum. Wer staatliche Unterstützung in Form von Bafög erhält oder auf Zuwendungen von den Eltern angewiesen ist, muss mit jedem Euro rechnen.

Trotzdem lohnt es sich, bereits in jungen Jahren mit dem Thema Altersvorsorge und Rente auseinanderzusetzen. Aber: Wer in dieser Lebensphase Geld zurücklegt, tut dies meistens für einen Urlaub während der Semesterferien oder für ein Auslandssemester.

Wichtige Versicherungen für Studenten

Bevor man sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigt, gilt es jedoch zunächst, die wichtigsten Risiken abzusichern, die durchaus existenzbedrohend sein können.

Dazu zählt als erstes die Krankenversicherung. Studenten kommen hier in den Genuss der kostenfreien Familienversicherung, sofern ein Elternteil gesetzlich versichert ist. Die Familienversicherung gilt bis zum 25. Lebensjahr und nur, wenn bestimmte Einkommensgrenzen (Stichwort: Ferienjob!) nicht überschritten werden.

Anders verhält es sich, wenn ein Elternteil privat versichert ist. In diesem Fall kann der PKV-Vertrag u.U. zu besonderen Konditionen weitergeführt werden. Wichtig: Beim Umstieg in eine gesetzliche Krankenkasse, sollte für den PKV-Vertrag eine Anwartschaft abgeschlossen werden. So kommt man später ohne Probleme wieder zurück.

Weitere wichtige Absicherungen für Studenten sind die Privathaftpflicht (meist besteht auch hier die Mitversicherung über die Eltern) sowie die BU-Versicherung. Letztere zahlt eine monatliche Rente bei Invalidität.

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Ist Altersvorsorge als Student wirklich wichtig?

Warum für die Rente vorsorgen, wenn es doch noch so lange hin ist..? Natürlich fällt es schwer, während des Studiums Geld an die Seite zu legen. Aber einen Faktor sollte man nicht vergessen - und zwar die Zeit.

Denn Zeit lässt sich nicht aufholen. Wer erst 20 oder 30 Jahre später mit der Geldanlage beginnt, muss bereits ein Vielfaches aufwenden, um das gleiche Sparziel zu erreichen. Oder das Risiko erhöhen…

Natürlich gibt es zahlreiche Varianten zur Rentenvorsorge. Ob Basisrente, Riester-Rente, Investmentfonds, Bausparen oder die eigene Immobilie - wer sparen möchte, hat zunächst die Qual der Wahl. Darum ist es wichtig, sich vorab ein paar Fragen zu stellen.

Ziele und Wünsche abstecken

Zwischen der Anlage auf dem Sparbuch und dem Kauf von Aktien gibt es eine große Bandbreite. Zunächst gilt es zwischen Rendite- und Risikoneigung abzuwägen. Vor jeder Anlageentscheidung sind folgende Fragen zu klären:

  • Welches Risiko möchte ich mit meiner Anlage eingehen?
  • Welchen Anlagezeitraum habe ich?
  • Auf wie viel Geld kann ich dauerhaft verzichten?

Von Altersvorsorge spricht man, wenn das angesparte Geld erst im Rentenalter mit 65 oder 67 Jahren zur Auszahlung. Wer sich nur kurzfristig für zwei bis drei Jahre binden möchte, muss andere Kriterien berücksichtigen als langfristig orientierte Anleger.

Basis- oder Riester-Rente - was lohnt sich für Studenten?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, für die Rente zu sparen, doch welche ist richtige? Der Gesetzgeber bietet verschiedene Formen der Altersvorsorge an, die zudem steuerlich bzw. mit Zulagen gefördert werden.

Bei der Basis-Rente können die Beitragszahlungen von der Steuer abgesetzt werden. Dadurch verringert sich die Steuerlast. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn man überhaupt Steuern zahlt. Der überwiegende Teil der Studenten wird keine oder nur sehr wenig Steuern zahlen. Daher eigene sich die Basis-Rente in der Regel nicht.

Anders verhält es sich bei der Riester-Rente. Hört sich auf den ersten Blick zwar nach Bürokratiemonster und viel Aufwand an, ist auf den zweiten Blick aber eine äußerst lukrative Anlage.

So viel gibt der Staat dazu

Wer einen Riestervertrag abgeschlossen hat, erhält einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro, wenn man das den Vertrag bis zum 25. Lebensjahr abgeschlossen hat. Für jedes Jahr gibt´s dann zusätzlich 154 Euro und - sofern Kinder vorhanden sind - noch mal 300 Euro je Kind dazu (für bis 2008 geborene Kinder sind es 185 Euro).

Dazu muss man vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalts in den Riester-Vertrag einzahlen. Wird weniger eingezahlt, gibt es auch nur eine geringere Zulage.

Wer erhält die Riester-Förderung?

Studenten sind dann förderberechtigt, wenn sie einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Auch bei einer geringfügigen Beschäftigung kann die Förderung beansprucht werden, und zwar dann, wenn man auf die Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenkasse verzichtet und dort freiwillig Beiträge einzahlt.

Keine Riester-Zulagen gibt´s für Studenten, die ein Pflicht-Praktikum machen oder bei denen das regelmäßige Einkommen unter 400 Euro im Monat liegt.

Studenten in der gesetzlichen Rente

Wer als Student neben dem Studium einen Job ausübt, ist grundsätzlich versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dann zahlen der Arbeitgeber und Sie als Student den Beitrag an die Rentenversicherung je zur Hälfte vom Bruttoeinkommen.

Im Rahmen eines Mini-Jobs gelten hingegen andere Regelungen. Hier zahlt nur der Arbeitgeber Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Als Mini-Job gilt eine Beschäftigung, bei der bis maximal 400 Euro monatlich als Entgelt gezahlt werden. Studenten können als Mini-Jobber die Beiträge des Arbeitgebers für die Rente freiwillig aufstocken. Durch die Aufstockung erhöhen sich die Rentenansprüche für Studenten.

Wer als Student zwischen 400,01 und 800 Euro im Monat verdient, zählt zur sogenannten Gleitzone. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden mit einer Formel ermittelt. Der Student zahlt weniger als die normalen Abgaben und erhöht dadurch sein Nettoeinkommen. Auch hier besteht die Möglichkeit, die normalen Rentenabgaben zu zahlen. Dadurch erhöhen sich die gesetzlichen Rentenansprüche.

Versicherungsfrei in der Rente

Studenten, die ein Praktikum ableisten, welches laut Studienordnung vorgegeben ist, sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Sie müssen keine Beiträge abführen. Ebenfalls von der Beitragspflicht zur gesetzlichen Rente ausgenommen sind Studenten, die eine kurzfristige Beschäftigung ausüben mit folgenden Vorgaben:

  • Die Arbeitszeit ist von vornherein auf 2 Monate begrenzt oder
  • Die Arbeitszeit beträgt maximal 50 Tage.

Dabei ist es unerheblich, wie viel man verdient.

Versicherungsfrei sind auch die Studenten, die einen Mini-Job ausüben, also weniger als 400 Euro im Monat verdienen. Trotzdem werden Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt. Eine Ausnahme besteht für den Fall, dass mehrere Mini-Jobs ausgeübt werden. Werden die relevanten Einkommensgrenzen überschritten, tritt Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rente ein.

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